Kaspersky entdeckt über 92.000 Malware-Angriffe, die als KI-Agenten getarnt sind
Quelle: PR
Mittwoch, 20.05.2026.
11:49
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(FotoShutterstock)
Cyberkriminelle nutzten das Vertrauen in bekannte Marken aus, um Opfer zum Herunterladen schädlicher Dateien zu verleiten. Gefälschte ChatGPT-Apps waren für 49 % aller erkannten Angriffe verantwortlich, während Claude und Gemini jeweils 18 % ausmachten.
Kaspersky präsentierte diese Erkenntnisse auf seiner jährlichen Kaspersky HORIZONS European Conference am 19. Mai in Rom und hob die wachsenden Risiken für Unternehmen und kritische Infrastrukturen hervor.
Seit Jahresbeginn haben Kaspersky-Forscher über 15.000 Malware-Proben identifiziert, die sich als KI-Software ausgaben, darunter gefälschte Versionen schnell wachsender Tools wie OpenClaw.
Im Mai 2026 entdeckte das globale Forschungs- und Analyseteam (GReAT) von Kaspersky eine neue Kampagne der APT-Gruppe Silver Fox.
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Frühere Untersuchungen von Kaspersky-Forschern identifizierten zudem Infostealer, die sich als Claude Code, OpenClaw und andere servicebasierte KI-Tools tarnten. Dies deutet auf einen breiteren Trend hin, bei dem Bedrohungen zunehmend das Vertrauen in weit verbreitete KI-Plattformen und -Dienste ausnutzen.
Lieferketten werden zu zentralen Zielen in KI-Ökosystemen
Laut einer Studie von Kaspersky planen 99 % der Unternehmen, KI in ihre Sicherheitsprozesse zu integrieren.
Die Kompromittierung von Lieferketten entwickelt sich zu einem der größten Risiken im Zusammenhang mit der Einführung von KI-Technologien.
Ein aktuelles Beispiel ist die Kompromittierung der LiteLLM-Bibliothek, einer weit verbreiteten Python-Bibliothek für den Zugriff auf KI-Modelle, die Berichten zufolge weltweit rund 97 Millionen Mal pro Monat heruntergeladen wird.
Cyberkriminelle tarnen Schadsoftware zudem als legitime KI-Lösungen, Add-ons und Dienste, die vertrauenswürdig erscheinen, und verleiten Nutzer so dazu, sensible Daten freiwillig preiszugeben oder Schadsoftware zu installieren.
KI-Systeme sehen sich neuen Sicherheitsrisiken gegenüber
Neben den klassischen Bedrohungen durch Schadsoftware und Lieferketten sind Unternehmen auch Risiken ausgesetzt, die KI-Systemen selbst inhärent sind. Dazu gehören Datenlecks, verzerrte oder manipulierte Datensätze, Data-Poisoning-Angriffe, Prompt Injection sowie unvorhersehbares Modellverhalten oder Fehlfunktionen.
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Diese können als legitime Add-ons, Eingabeaufforderungen oder Erweiterungen erscheinen, sind aber darauf ausgelegt, verdeckt schädliche Aktionen wie Datenexfiltration, Aufklärung oder Ergebnismanipulation durchzuführen.
Automatisierung erweitert die Möglichkeiten, erhöht aber auch die Risiken
Unternehmen erwarten zunehmend von KI eine Steigerung der betrieblichen Effizienz. Laut einer Studie von Kaspersky erwarten 57 % der Unternehmen verbesserte Bedrohungserkennungsfunktionen durch KI, während 49 % automatisierte Reaktionsfunktionen erwarten.
Experten betonen, dass der menschliche Faktor weiterhin eines der größten Sicherheitsrisiken darstellt, darunter die übermäßige Abhängigkeit von KI-Technologien, Systemmissbrauch und mangelnde operative Wachsamkeit.
Resilienz stärken durch strukturierte KI-Automatisierung
Die Implementierung KI-gestützter Automatisierung erfordert ein systematisches und sorgfältig geplantes Vorgehen.
Kaspersky empfiehlt Unternehmen die folgenden Prinzipien:
• Gezieltes Vertrauensmanagement: Klare Definition, wer oder was mit dem System kommuniziert, einschließlich präzise definierter Berechtigungen für KI-Anwendungen und -Dienste.
• Menschliche Aufsicht: Die Möglichkeit, bei Bedarf manuell in kritische Prozesse einzugreifen
• Phasenbasierte Implementierung: Schrittweise Einführung mit vordefinierten Rückrufszenarien zur Reduzierung des Betriebsrisikos.
– Die Einführung von KI-Agenten in Geschäftsumgebungen verändert das Wesen des Vertrauens grundlegend. Jede automatisierte Aktion wird Teil einer umfassenderen Kette von Systemen und Datenaustausch. Das bedeutet, dass es bei Sicherheit nicht mehr nur um den Schutz von Endpunkten geht, sondern auch um die Kontrolle darüber, wie Informationen, Berechtigungen und Entscheidungen durch vernetzte KI-Prozesse weitergegeben werden – erklärte Dmitry Galov, Leiter des globalen Forschungs- und Analyseteams von Kaspersky für Russland und die GUS.
Auf der Konferenz erklärte Luana Lo Piccolo, Seniorberaterin für Technologierecht, KI-Governance und Digitalpolitik:
Sie betonte, dass Organisationen Governance-Rahmenwerke etablieren müssen, die klar definieren, wo menschliche Aufsicht erforderlich ist, wie Verantwortlichkeiten verteilt werden und wie die Kontrolle aufrechterhalten wird, während KI-Systeme immer schneller, in größerem Umfang und mit zunehmender Autonomie operieren.
Sicherheitsansatz und -lösungen
Im technischen Bereich hob Andrea Fumagalli, Berater für Cybersicherheit und KI, hervor, dass Organisationen einen Ansatz verfolgen müssen, der auf einen Sicherheitsvorfall setzt („Assume Breach“), und von traditioneller Resilienz zu Cybersicherheitsresilienz übergehen müssen, insbesondere da KI-Bedrohungen schneller, autonomer und zunehmend koordinierter werden.
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Kaspersky empfiehlt folgende Lösungen:
Kaspersky MDR ermöglicht von Experten geleitete Sicherheitsoperationen. Die KI-gestützte Automatisierungsschicht verarbeitet mittlerweile rund 25 % der eingehenden Sicherheitsereignisse, während menschliche Analysten weiterhin Fälle prüfen, um die Qualität sicherzustellen und Fehlalarme zu reduzieren.
• Security Information and Event Management (SIEM)
Kaspersky SIEM ermöglicht die proaktive Erkennung unbekannter und neu auftretender Bedrohungen. Die Lösung aggregiert, analysiert und speichert Protokolldaten der gesamten IT-Infrastruktur und liefert so kontextbezogene und umsetzbare Erkenntnisse zu Bedrohungen.
• KI-Assistent für Analysten
KI-Assistenten unterstützen Analysten im Security Operations Center (SOC) bei der schnelleren und präziseren Analyse von Sicherheitsvorfällen. Sie verarbeiten, priorisieren und kontextualisieren große Mengen an Sicherheitsdaten.
Beispielsweise reduziert der Kaspersky Investigation and Response Assistant (KIRA AI) die kognitive Belastung von Analysten, indem er Befehlszeilen entschlüsselt, Vorfallszusammenfassungen generiert und Anfragen zur Bedrohungsanalyse aus natürlicher Sprache in strukturierte Telemetrieabfragen übersetzt. KIRA AI ist als Zusatzlizenz für Kaspersky SIEM oder Kaspersky Next verfügbar.
Die Kombination aus KI-Automatisierung und menschlicher Expertise ermöglicht es Unternehmen, schnell wachsende Datenmengen zu verwalten und gleichzeitig in einem zunehmend KI-gesteuerten Bedrohungsumfeld Kontrolle, Genauigkeit und Resilienz zu gewährleisten.
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