(FotoAI generisana ilustracija)
Während die globale Automobilindustrie rasant auf Elektroantriebe umstellt, wird im Industriegebiet von Stara Pazova der Grundstein für eine zweite Phase der technologischen Revolution gelegt. Mit dem angekündigten Projekt „Sinteza 2“ verdoppelt das luxemburgische Unternehmen OCSiAl nicht nur seine Produktion von Graphen-Nanoröhren, sondern eröffnet auch erstmals hochmoderne Laborforschung, die die Standards für die Batterieproduktion in Elektrofahrzeugen und der Luft- und Raumfahrtindustrie maßgeblich prägen wird.
Die erste Produktionsstätte von OCSiAl, das über 90 % des globalen Graphen-Nanoröhren-Marktes kontrolliert, wurde im Oktober 2024 in Stara Pazova eröffnet.
Obwohl OCSiAl weltweit Forschungszentren an strategischen Standorten unterhält, ist die Anlage in Stara Pazova international einzigartig. Serbien beherbergt die erste und größte Industrieanlage dieser Art auf dem europäischen Kontinent und dient als wichtigstes Produktionszentrum, das den europäischen Markt direkt mit modernsten Additiven beliefert.
Mit einer Anfangsinvestition von 40 Millionen Euro und einer Produktionskapazität von 60 Tonnen Nanoröhren pro Jahr hat sich das Land zu einem wichtigen Standort in Europa für diesen anspruchsvollen Markt entwickelt. Der Investor plant nun, die Produktion nahezu zu verdoppeln.
Im Rahmen des von eKapija im letzten Jahr angekündigten Projekts soll in diesem Jahr das bestehende Lager in der Banovacka-Straße (Grundstück 4872/3, Katastergemeinde Stara Pazova) zum Hightech-Kern der Fabrik umgebaut werden. Hier werden unter streng kontrollierten Bedingungen die Materialien der Zukunft buchstäblich „gekocht“. In Spezialreaktoren, die bei extremen Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius arbeiten, wird Erdgas bis auf die molekulare Ebene aufgespalten, um Graphen-Nanoröhren zu erzeugen.
Mit der Installation eines zweiten Reaktors wird die Kapazität auf rund 120 Tonnen pro Jahr steigen. Auch wenn diese Zahl bescheiden erscheinen mag, reicht sie in der Welt der Nanotechnologie aus, um die Batterien von mehr als zwei Millionen Elektroautos zu verbessern. Für Autofahrer bedeutet dies eine größere Reichweite und deutlich kürzere Ladezeiten, da die Nanoröhren im Inneren der Batterie ein unsichtbares „Autobahnnetz“ bilden, das einen schnelleren Elektronentransport ermöglicht.
Der Kern der Erweiterung von „Sinteza 2“ liegt nicht nur in der zusätzlichen Kapazität, sondern auch in der in die Anlage integrierten „Intelligenz“. Dadurch wird Stara Pazova zum Ort, an dem diese Anforderungen in die Realität umgesetzt werden.
Der gesamte Prozess hat nun eine neue Phase der Umsetzung erreicht. Nachdem im März dieses Jahres ein Antrag auf Entscheidung über die Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung – erstellt vom Umwelttechnikunternehmen Green and Naturale Enviroment aus Belgrad – gestellt wurde, informierte das Provinzsekretariat für Stadtplanung und Umweltschutz die Öffentlichkeit über seine Entscheidung, mit der Erstellung einer detaillierten Umweltverträglichkeitsstudie fortzufahren.
Durch diese Studie werden alle Schutzmaßnahmen präzise definiert, obwohl das bestehende mehrstufige Filtersystem bereits gewährleistet, dass dieser intensive Nanomaterial-„Kochprozess“ für die Umwelt völlig unbedenklich bleibt. Mit dieser Investition festigt Stara Pazova endgültig ihren Status als europäische Hauptstadt der Nanotechnologie und vereint luxemburgisches Kapital mit einheimischer Expertise bei der Entwicklung von Materialien, die das 21. Jahrhundert prägen werden.