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Deutsche Wirtschaft hat zwei Forderungen an Serbien: Europa und – Europa

Quelle: eKapija Donnerstag, 30.04.2026. 12:02
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(FotoPixabay.com/Jörn Heller)
Der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, der anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Kammer Deutscher Unternehmen in Serbien in Belgrad weilte, erklärte, die deutsche Wirtschaft erwarte zwei Dinge von Serbien: erstens ein unmissverständliches Bekenntnis zur EU und zweitens, dass Serbien einen offenen und gemeinsamen Dialog mit Deutschland und Europa pflege.

- Meine erste Forderung ist klar: ein unmissverständliches Bekenntnis zu Europa und dem europäischen Markt. Die deutsche Wirtschaft erwartet dies. Serbien ist uns wichtig, deutsche Unternehmen haben hier über 80.000 Arbeitsplätze geschaffen. Europa muss schneller handeln, und Serbien muss an einen gemeinsamen Weg glauben. Nur gemeinsam können wir globale Herausforderungen meistern und unsere eigenen Lösungen präsentieren - sagte Treier in der Sendung „ČadežTalk“ von Marko Čadež, Präsident der Serbischen Handelskammer, die am Samstag auf Euronews Serbia ausgestrahlt wird.

In Bezug auf die zweite Forderung betonte Treier laut der Serbischen Handelskammer, dass die EU in Bezug auf Serbien die Rolle eines konstruktiven Kritikers einnehmen sollte.

- Serbien spielt durch den Berliner Prozess eine wichtige Rolle im Westbalkan, und das ist gut so. Aus dieser Position heraus ist es notwendig, klar zu kommunizieren, was Serbien für einen EU-Beitritt benötigt. Als Binnenland ist Serbien auf Energielieferungen von außen angewiesen. Deshalb ist es wichtig, offen über die damit verbundenen Herausforderungen bei der Angleichung an europäische Regeln zu sprechen. Dies sollte gemeinsam kommuniziert werden, was wir bereits tun. Denn wenn wir Serbien aus dem europäischen Kontext verlieren, wird das für alle ein Problem sein - sagte Treier.

Der Gast der Sendung „ČadežTalk“ sprach offen über die EU-Erweiterung und die damit verbundenen Konflikte zwischen den Mitgliedstaaten.

- Wir müssen uns in Europa vernetzen, denn die Probleme sind heute so groß, dass wir keine Zeit haben, weitere 20 Jahre darüber zu diskutieren. Wir müssen gemeinsam eine Sicherheitsarchitektur aufbauen. Wir brauchen einen gemeinsamen Zugang zu Rohstoffen. Doch niemand kann völlig unabhängig sein, da niemand über lückenlose Lieferketten von der Mine bis zur Endanwendung verfügt. Weder Deutschland noch die USA. China hat sich zwar Ressourcen in Afrika gesichert, aber es gibt dort noch immer unzählige. Wir müssen Verteidigung und Digitalisierung gemeinsam vorantreiben. All das gelingt uns nur durch die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, einschließlich des Westbalkans – betont Treier.
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