Italienische Unternehmen in Serbien verloren aufgrund von Grenzblockaden Dutzende Millionen Euro
Quelle: Biznis.rs
Sonntag, 08.02.2026.
17:40
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17:40
(FotoChameleonsEye/shutterstock.com)
Nicht nur serbische Unternehmen waren betroffen; auch Deutschland und Italien, Serbiens wichtigste Handelspartner, zählten zu den am stärksten betroffenen Volkswirtschaften.
Der Verband Italienischer Industrieller – Confindustria Serbia – beteiligte sich in der vorangegangenen Phase aktiv am Dialog mit wichtigen Akteuren und Institutionen und erarbeitete Vorschläge und Initiativen zur konstruktiven Bewältigung der durch die Lkw-Proteste und die Grenzblockaden verursachten Probleme.
Als wichtiger Partner im industriellen Dialog betont der Verband, dass es von entscheidender Bedeutung ist, die bestehenden Probleme durch institutionelle Mechanismen und einen offenen Dialog zu lösen und nicht durch radikale Maßnahmen, die die Wirtschaft zusätzlich belasten.
– Die Blockade des Straßengüterverkehrs an den Grenzübergängen hatte unmittelbare und erhebliche Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb italienischer Unternehmen in Serbien. Fast alle diese Unternehmen sind für Export, Komponentenlieferung und Lagerhaltung auf den Straßentransport in die Europäische Union angewiesen. Verzögerungen führten zu Lieferverzögerungen bei europäischen Kunden, erzwungener Warenlagerung und Schwierigkeiten bei der Produktionsplanung und Schichtorganisation, wie Romano Rossi, Präsident von Confindustria Serbia, in einem Interview mit Biznis.rs erklärt.
Er fügt hinzu, dass viele Unternehmen bereits festgelegte Produktionszyklen umstrukturieren mussten, was sich negativ auf Effizienz und Kosten auswirkte.
- Einige italienische Unternehmen waren gezwungen, ihre Produktionslinien zu drosseln oder vorübergehend einzustellen, insbesondere in Branchen mit starker logistischer Integration (Automobilindustrie und -komponenten, verarbeitende Industrie, Agrar- und Lebensmittelsektor). Unterbrechungen in der Rohstoff- und Komponentenversorgung sowie die Unmöglichkeit, Fertigprodukte auszuliefern, machten technische Stillstände unvermeidlich, was direkte Folgen für Produktivität und Zuverlässigkeit gegenüber internationalen Kunden hatte - so Rossi.
Vorläufige Schätzungen von Confindustria Serbia deuten auf erhebliche wirtschaftliche Verluste hin, die mit zusätzlichen Lagerkosten, Vertragsstrafen aufgrund verspäteter Lieferungen, ineffizienter Nutzung von Arbeitskräften und Anlagen sowie einem erhöhten finanziellen Risiko für kleine und mittlere Unternehmen verbunden sind.
– Am stärksten betroffen sind exportorientierte Branchen und die Just-in-Time-Produktion, wo bereits wenige Stunden Blockaden Kettenreaktionen entlang der gesamten Lieferkette auslösen können. Obwohl die genauere Quantifizierung noch aussteht, ist klar, dass die Auswirkungen weder geringfügig noch sporadisch waren. Nach ersten Schätzungen unseres Verbandes haben unsere Mitgliedsunternehmen kumulativ Dutzende Millionen Euro verloren - so Romano Rossi.
Aus Investorensicht können solche Logistikstörungen die Wahrnehmung Serbiens als Produktionsstandort für italienische Unternehmen beeinträchtigen und Pläne für Neuinvestitionen oder die Erweiterung bestehender Kapazitäten verändern.
– Diese kritischen Situationen wirken sich negativ auf die Wahrnehmung Serbiens als zuverlässige, im Sinne von planbarer, Produktionsplattform für den europäischen Markt aus. Internationale Investoren bewerten die Stabilität der Logistikinfrastruktur und die Planbarkeit der Handelsströme mit großer Sorgfalt. Ereignisse wie jene der letzten Woche erhöhen das wahrgenommene Risiko, mindern die Wettbewerbsfähigkeit des Landes und können Entscheidungen über neue Investitionen oder den Ausbau von Produktionskapazitäten beeinflussen – so das Fazit des Gesprächspartners.
Der Präsident des Verbandes italienischer Industrieller erinnert daran, dass Serbien sich über die Jahre einen guten Ruf erarbeitet hat und dass es entscheidend sei, Situationen nicht infrage zu stellen, die durch eine bessere institutionelle Abstimmung lösbar erscheinen.
Auf die Frage, welche konkreten Lösungen italienische Geschäftsleute in der kommenden Zeit – vom serbischen Staat, den Grenzbehörden sowie regionalen und EU-Partnern – erwarten, um solche Situationen künftig zu vermeiden, antwortet Romano Rossi, dass es sich sicherlich nicht um Sofortlösungen handele, sondern um konkrete und strukturierte Maßnahmen durch eine effektivere Koordinierung zwischen den Grenzbehörden und den zuständigen Diensten.
– Vor allem aber durch einen stabilen Dialog mit Vertretern der Logistikbranche und der internationalen Diplomatie, um dauerhafte Lösungen zu gewährleisten: Berufskraftfahrer sollten wie Piloten im internationalen Flugverkehr behandelt werden und spezielle Einreisevisa erhalten, damit die Ausübung ihrer Tätigkeit nicht behindert wird. Der freie Warenverkehr ist keine Nebensache – er ist eine unerlässliche Voraussetzung für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die Glaubwürdigkeit des Landes in den Augen ausländischer Investoren – so Rossi.
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