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Kaspersky: Sicherheitslücken gefährden die Fahrzeugsicherheit

Quelle: Promo Donnerstag, 30.10.2025. 15:18
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Podeli
(FotoShutterstock/Zapp2Photo)
Auf dem Security Analyst Summit 2025 präsentierte Kaspersky die Ergebnisse eines Sicherheitsaudits, das eine schwerwiegende Sicherheitslücke aufdeckte. Diese ermöglicht unbefugten Zugriff auf alle vernetzten Fahrzeuge eines Automobilherstellers.

Durch Ausnutzung einer Zero-Day-Schwachstelle in einer öffentlich verfügbaren Anwendung eines Zulieferers konnte die Kontrolle über das Telematiksystem des Fahrzeugs erlangt und damit die Sicherheit von Fahrer und Passagieren gefährdet werden.

Angreifer hätten beispielsweise Gangwechsel erzwingen oder den Motor während der Fahrt abstellen können.

Die Ergebnisse verdeutlichen potenzielle Schwachstellen in der Cybersicherheit der Automobilindustrie und unterstreichen die Notwendigkeit strengerer Sicherheitsmaßnahmen.


Seite des Automobilherstellers

Das Sicherheitsaudit wurde remote durchgeführt und konzentrierte sich auf die öffentlich zugänglichen Dienste des Herstellers sowie die Infrastruktur seiner Subunternehmer.

Kaspersky identifizierte mehrere ungeschützte Webdienste.

Zunächst gelang es den Forschern, durch Ausnutzung einer Zero-Day-SQL-Injection-Schwachstelle in einer Wiki-Anwendung (einer Webplattform zur gemeinsamen Erstellung, Bearbeitung und Verwaltung von Inhalten) eine Liste von Benutzern der Subunternehmerseite mit gehashten Passwörtern zu extrahieren. Einige dieser Benutzer waren aufgrund schwacher Passwortrichtlinien betroffen.

Dieser Einbruch ermöglichte den Zugriff auf das Issue-Tracking-System – ein Softwaretool zur Verwaltung und Nachverfolgung von Aufgaben, Fehlern oder Problemen innerhalb eines Projekts.

Dieses System enthielt sensible Konfigurationsdaten zur Telematik-Infrastruktur des Herstellers, darunter eine Datei mit gehashten Passwörtern von Benutzern eines der Fahrzeugtelematik-Server.

In modernen Fahrzeugen ermöglicht Telematik die Erfassung, Übertragung, Analyse und Nutzung verschiedener Daten (z. B. Geschwindigkeit, Standort usw.) von vernetzten Fahrzeugen.

Seite des vernetzten Fahrzeugs

(FotoUnsplash/Remy Lovesy)
Auf der Fahrzeugseite entdeckte Kaspersky eine falsch konfigurierte Firewall, die interne Server ungeschützt ließ.

Mithilfe des zuvor erlangten Passworts für das Servicekonto griffen die Forscher auf das Dateisystem des Servers zu und fanden die Zugangsdaten eines weiteren Subunternehmers. Dadurch erlangten sie die vollständige Kontrolle über die Telematik-Infrastruktur.

Besonders alarmierend war die Entdeckung eines Firmware-Update-Befehls, mit dem die Forscher modifizierte Firmware auf das Telematik-Steuergerät (TCU) hochladen konnten.

Dies ermöglichte ihnen den Zugriff auf den CAN-Bus (Controller Area Network) – ein System, das verschiedene Fahrzeugkomponenten wie Motor und Sensoren miteinander verbindet.

In der Folge wurden auch diverse andere Systeme, darunter Motor und Getriebe, manipuliert. Dies erlaubte die potenzielle Manipulation einer ganzen Reihe kritischer Fahrzeugfunktionen und hätte die Sicherheit von Fahrer und Passagieren gefährden können.

– Die Sicherheitslücken resultieren aus Problemen, die in der Automobilindustrie weit verbreitet sind: öffentlich zugängliche Webdienste, schwache Passwörter, fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und unverschlüsselte Speicherung sensibler Daten.

Dieser Vorfall verdeutlicht, wie eine einzige Schwachstelle in der Infrastruktur eines Subunternehmers zur vollständigen Gefährdung aller vernetzten Fahrzeuge führen kann.

- Die Automobilindustrie muss strengen Cybersicherheitsmaßnahmen höchste Priorität einräumen, insbesondere im Hinblick auf Systeme von Drittanbietern, um Fahrer zu schützen und das Vertrauen in vernetzte Fahrzeugtechnologien zu erhalten - so Artem Zinenko, Leiter des Kaspersky ICS CERT Vulnerability Research and Assessment Teams.

Kaspersky empfiehlt Subunternehmern, den Zugriff auf Webdienste per VPN einzuschränken, Dienste von Unternehmensnetzwerken zu isolieren, strenge Passwortrichtlinien durchzusetzen, Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu implementieren, sensible Daten zu verschlüsseln und das Protokollierungssystem in ein SIEM-System zur Echtzeitüberwachung zu integrieren.

Dem Automobilhersteller rät Kaspersky, den Zugriff auf die Telematikplattform aus dem Fahrzeugnetzwerksegment zu beschränken, für Netzwerkinteraktionen eine Whitelist zu verwenden, die SSH-Passwortauthentifizierung zu deaktivieren, Dienste mit minimalen Berechtigungen auszuführen und die Authentifizierung von Befehlen in den TCUs sicherzustellen sowie die SIEM-Systemintegration zu gewährleisten.
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