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Dragana Čukić, Vorstandsmitglied von ACES – Ohne stabile Regeln und Partnerschaften gibt es keine Innovation im Bauwesen

Quelle: Promo Mittwoch, 29.10.2025. 11:22
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Podeli
(FotoACES)
Die Baubranche der Region befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel – von der Digitalisierung der Prozesse über die Stärkung von Umweltstandards bis hin zu neuen Kooperationsmodellen zwischen öffentlichem und privatem Sektor.

In diesem Umfeld ist ein multidisziplinärer Ansatz unerlässlich für den Erfolg: Ingenieurwissen muss mit betriebswirtschaftlicher Logik, rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Interessen verknüpft werden.

Anlässlich der ACES-Konferenz Future Trends 2025“ diskutieren wir diese Trends und die Rolle des Berufsstandes mit Dragana Čukić, beratende Ingenieurin, Vorstandsmitglied von ACES (Verband Beratender Ingenieure Serbiens), Vizepräsidentin des CDRC und ACES-Jurorin.

Die ACES-Konferenz „Future Trends 2025“ gilt als einer der zentralen regionalen Treffpunkte für die Baubranche – von Ingenieuren und Juristen bis hin zu IT-Experten und Investoren. Wie wichtig sind diese multidisziplinären Treffen, und welchen Nutzen hat Ihrer Meinung nach die Kombination von Ingenieurwissen und betriebswirtschaftlicher Perspektive?

- ACES bringt alle relevanten Akteure der Bauwirtschaft zusammen – nicht nur beratende Ingenieure und Bauunternehmen, sondern auch Juristen, Rechtsberater, Hochschulen, Nichtregierungsorganisationen, Material- und Gerätehersteller sowie Versicherungen. Diese multidisziplinäre Zusammensetzung prägt unsere jährliche Regionalkonferenz.

Bauwesen ist heute mehr als nur ein technisches Feld. Projekte werden immer komplexer, und ihr Erfolg hängt von der Fähigkeit ab, Wissen und Perspektiven aus verschiedenen Bereichen zu vereinen.

Multidisziplinäre Treffen wie die ACES-Konferenz Future Trends ermöglichen den Erfahrungsaustausch, eine bessere Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten und schaffen vor allem die Grundlage für ein gemeinsames Zielverständnis.

Wenn ingenieurtechnisches Know-how mit betriebswirtschaftlichem Denken und einem breiteren gesellschaftlichen Interesse kombiniert wird, entstehen qualitativ hochwertigere, nachhaltigere und innovativere Projekte.


(FotoShutterstock/fizkes)
Die Konferenz legt einen starken Fokus auf Innovation und die Zukunft des Bauwesens – von 3D-Druck über künstliche Intelligenz bis hin zu digitalen Technologien. Welche Rolle spielen Ingenieure und Berater Ihrer Meinung nach dabei, sicherzustellen, dass diese Innovationen in der Praxis Fuß fassen und zum Standard werden?

- Ingenieure und Berater spielen eine wichtige Rolle auf dem Weg von innovativen Ideen zu ihrer praktischen Anwendung in Projekten. Sie können eine Brücke zwischen innovativen Technologien, regulatorischen Vorgaben und deren praktischer Anwendung schlagen.

Damit die Anwendung innovativer Technologien zum Standard wird, müssen beratende Ingenieure erkennen, wo und wie diese Technologien Mehrwert schaffen, Investoren bei fundierten Entscheidungen unterstützen und Projektteams zur Anwendung motivieren.

Deshalb sind die Kompetenzen, die Ingenieure heute benötigen, deutlich umfangreicher als früher: Neben Fachwissen müssen sie die Prozesse, Daten und Risiken neuer Technologien verstehen.

Globale Trends wie „grüne Projekte“ und Energieeffizienz werden immer mehr zur Pflicht. Wie gut sind Unternehmen darauf vorbereitet, diese Standards zu erfüllen?

- Heute lässt sich ein wachsendes Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeitsstandards beobachten, gleichzeitig zeigen sich aber auch deutliche Unterschiede in der Bereitschaft der Unternehmen, diese anzuwenden.

Große Systeme und internationale Unternehmen verfügen in der Regel bereits über klare Strategien und Ressourcen, um auf „grüne“ Standards zu reagieren, während kleinere Unternehmen oft noch nach Wegen suchen, diese in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren.

Erfreulicherweise erkennt der Markt Nachhaltigkeit zunehmend als Wettbewerbsvorteil und nicht nur als Kostenfaktor an.

Ich bin überzeugt, dass wirtschaftliche Faktoren in den kommenden Jahren – durch Energiepreise, Finanzinstrumente und regulatorische Rahmenbedingungen – diesen Wandel weiter beschleunigen und Nachhaltigkeit zu einer echten Priorität machen werden, nicht nur zu einem erklärten Ziel.

Als Mitglied des ACES-Vorstands und Vizepräsident des CDRC betonen Sie die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor. Was würde Ihrer Meinung nach am meisten zur Verbesserung dieser Zusammenarbeit in der kommenden Zeit beitragen?

- ACES engagiert sich seit Jahren aktiv für regulatorische Reformen in der Baubranche. Eine qualitativ hochwertige Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen, dem privaten und dem nichtstaatlichen Sektor ist entscheidend für die Entwicklung der gesamten Gesellschaft, einschließlich der Bauwirtschaft. Denn viele Innovationen und Qualitätsstandards können nur dann realisiert werden, wenn sie auch vom öffentlichen Sektor unterstützt werden.

Meiner Meinung nach trägt die Stärkung des regulatorischen Umfelds im Hinblick auf Stabilität und Vorhersehbarkeit sowie die konsequente Anwendung bestehender Vorschriften am meisten dazu bei.

Darüber hinaus ist eine wissensbasierte Partnerschaft erforderlich, um Fachleute und Marktteilnehmer stärker in die Erstellung von Vorschriften, die öffentliche Auftragsvergabe und die Entwicklung von Normen einzubinden.

Wenn der öffentliche Sektor zu einem strategischen Partner und nicht nur zu einem Auftraggeber wird, kann Innovation zum festen Bestandteil der täglichen Praxis werden. Genau daran arbeitet ACES: alle Beteiligten durch fachlichen Dialog zu vernetzen und so zu mehr Vertrauen und Transparenz in der Branche beizutragen.
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