Mitsubishi stellt Produktion in Europa ein
Montag, 06.02.2012.
15:55
Japaner wollen keine Autos mehr in ihrem Werk in den Niederlanden bauen. Europa wird in Zukunft von Thailan und Japan aus beliefert.
Der japanische Autobauer Mitsubishi Motors baut ab kommendem Jahr an seinem einzigen Standort in Europa keine Autos mehr. Nach Angaben des Konzerns wird am Produktionsstandort in den Niederlanden ab Ende dieses Jahres kein neues Modell mehr in Produktion gegeben.
Es ist das erste Mal, dass ein japanischer Autobauer die Fertigung in Europa beendet. Hintergrund ist die schwache Nachfrage nach neuen Modellen angesichts der Schuldenkrise in Europa.
Künftig will sich Mitsubishi Motors stärker auf Wachstumsmärkte wie Russland und China konzentrieren. Was aus dem Werk im niederländischen Born wird, sei noch nicht entschieden, hieß es.
Mitsubishis Tochterfirma Netherlands Car B.V., oder Nedcar, produziert in Born mit etwa 1500 Beschäftigten den Kleinwagen Colt sowie das Geländemodell Outlander. Doch die Anlage schöpft ihre Kapazitäten bei weitem nicht mehr aus. In Spitzenzeiten lag sie bei rund 200.000, im vergangenen Geschäftsjahr waren es nur noch rund 50.000. Damit ist die Fabrik für Mitsubishi überflüssig geworden. Der Konzern wird Europa künftig von Japan und Thailand aus beliefern, da es ein wichtiger Markt bleibe, hieß es. Seit vier Jahren sinken jedoch Mitsubishis Neuwagenverkäufe auf dem europäischen Markt. Mit Bestürzung reagierten Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter auf den Rückzug von Mitsubishi. Die Entscheidung, am einzigen europäischen Standort in Born künftig keine Autos mehr zu bauen, sei ein "Horrorszenario", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft De Unie der Nachrichtenagentur ANP. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle 1500 Beschäftigten in Born."
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