Arcelor Mittal kauft Eisenwerk in Smederevo?
Dienstag, 31.01.2012.
14:52
Der indische Stahlhersteller Arcelor Mittal wird immer häufiger als neuer strategischer Partner des Eisenwerks in Smederevo erwähnt, nachdem es in der vergangenen Woche dem serbischen Staat für einen US-Dollar verkauft worden ist, berichtet die Belgrader Tageszeitung "Novosti" unter Berufung auf seine zuverlässige Quellen. Indier haben noch 2003 großes Interesse für den Industriekomplex in Smederevo gezeigt. Inhaber von U.S.Steel boten das Eisenwerk in Smederevo noch vor zwei Monaten einem der reichsten Menschen in der Welt, Lakshmi Mittal, verlangten dabei insgesamt 300 Mio. US-Dollar dafür. Mittal war aber bereit, nur 23 Mio. US-Dollar zu zahlen, den gleichen Preis, zu dem das Pleite gegangene Eisenwerk vor einigen Jahren an U.S.Steel verkauft worden war.
Die Verhandlungen wurden vor zwei Wochen unterbrochen, als Mittal den Kauf definitiv aufgab, obwohl Amerikaner den Preis auf 200 Mio. US-Dollar gesenkt haben.
Parallel dazu verhandelte U.S.Steel, laut "Novosti", mit Inhabern von mehreren Eisen- und Stahlwerken in China, bereit den ersten Preis von 300 Mio. US-Dollar zu zahlen, aber unter der Bedingung, dass sie die ganze europäische Sparte des US-amerikanischen Unternehmens in disem Teil Europas übernehmen. Die Geschäftsleitung von "U.S.Steel" war der Meinung, dass solche Transaktion ihre Position in diesem Teil Europas gefährden würde und entschieden sich für, ihrer Meinung nach - die möglichst einfachste Lösung - Schließung des Eisenwerks. Der serbische Staat wollte aber die Produktion und sogar 5.400 Arbeitsplätze bewahren.
- Es ist schwer etwas vorherzusagen, aber es scheint, dass Arcelor Mittal zu den seriösesten Kandidaten für die Überahme des Eisenwerks in Smederevo gehört - behauptet die Quelle von "Novosti", dem Details der Verhandlungen über die Übernahme des Esienwerks bekannt sind.
- Es handelt sich um Hersteller, auf den fast 10% der Produktion der ganzen Welt entfallen und einen, der in unserer Nachbarschaft, bzw. in Zenica in Bosnien und Herzegowina bereits präsent ist.
Der Leiter der Arbeitsgruppe für Stahlproduktion und Staatssekretär Dušan Nikezić bestätigt, dass der Staat den neuen Partner im Osten suchen wird. Das Eisenwerk in Smederevo sollte, seiner Meinung nach, Unternehmen aus Indien, China, Russland und der Ukraine geboten werden.
Serbien will potenzielle Käufer durch langfristige Lieferaufträge für das Eisenwerk in den folgenden Jahren ermutigen. Es handelt sich um Lieferungen für große infrastrukturelle Projekte wie die Brücke Borča - Zemun, Belgrader U-Bahn. u.Ä.
- Wir haben bereits Verhandlungen mit potenziellen Investoren aufgenommen - gab am Montag der serbische Sttaatspräsident Boris Tadić bekannt.
- Der künftige Investor muss zwei Bedingungen erfüllen - infrage kommen Hersteller von Stahl, aber nur jene, die Eisen und Koks aus eigenen Bergwerken und Produktionsanlagen erwerben.
Der Staat sei nicht spezialiert auf die Herstellung von Stahl und will sich nicht damit beschäftigen. Aber man musste sein bestens tun, um diese wichtigen Arbeitsplätze und das Potenzial des Eisenwerks zu bewahren, betonte der Präsident. Die Regierung kann aber keine schnelle Lösung für das Eisenwerk versprechen, nur, dass man sich darum maximal bemühen werde.
Sehr hilfreich bei der Suche nach einem neuen strategischen Partner könnte die erwartete Anstieg von Stahlpreisen am internationalen Markt sein.
Železara Smederevo d.o.o.
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