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Leitartikel des Chefredakteurs - Wie lässt sich Frieden in Serbien wiederherstellen?

Quelle: eKapija Mittwoch, 30.07.2025. 11:24
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Podeli
(FotoNikola Skenderija)

Durch ein Gentlemen`s Agreement am besten.

Es gibt keinen anderen Weg, sonst erwartet uns das, was wir bereits haben. Wir hier in der Redaktion wissen, dass es auch euch auf der anderen Seite des Bildschirms nicht leicht geht: Wir lesen eure Kommentare, veröffentlichen sie immer seltener, und selbst das, was wir genehmigen, ist im Durchschnitt nichts wert. Serbien ist ein Land der verwirrten Menschen. Der grundlegendste, zivile Frieden sollte Serbien zurückgegeben werden, sonst werden wir alle einen hohen Preis zahlen – auch in Geld, und wir betonen dies wegen derjenigen, die am meisten daran interessiert sind. Hier ist ein Vorschlag für einen Weg, der dieses zivilisatorische Bedürfnis erfüllen kann. Langweilige Leute wiederholen es immer wieder, dass man wie ein Stoiker strenger zum sich selbst als zum Dorf bzw. Zur Gemeinschaft sein sollte.

Erst einmal: Atmen Sie tief durch und schreiben keine solchen Kommentare. Ignorieren Sie Twitter-Kommentare des verrückten Musk – ihm ist bereits gelungen, sogar mit Donald Duck heftig zu streiten. Das ist ein Ratschlag aus unserer Rubrik „Lifestyle“, Unterrubrik „Gesundheit“, zur Senkung des Blutdrucks, denn dort lauert der Teufel, der kleine Bruder des Krebses. Verfolgen Sie weiterhin die Medien, ohne Nachrichten als ein Spiel auf Leben und Tod zu sehen, denn – und das schreibt Ihnen ein Medienprofi – diese Medien existieren wiederum, damit Sie, ihre Nutzer, möglichst wenig oder falsch wissen. Und es geht ihnen gut.

Soziale Instabilität in Form eines verlängerten 9. März, und der gestrige Hauch interethnischer Kluft dort, wo am explosivsten ist, außerdem am selben Tag, an dem die Lösung des Inflationsproblems durch Preiskontrolle und billigen Strom verkündet wurde, andererseits die Opposition, die sich vom Verlierermythos des Jahres 1389 mitreißen lässt, das nicht einmal 1389 war – woran erinnert uns Älteren das alles? Achtung! Wir sprechen von einem Land, in dem die Krise 1979 begann, seit 1982 zu spüren war, 1991 in die akute Phase gelang und ein ganzes Jahrzehnt mit einem einjährigen Höhepunkt (1993) andauerte, bevor die Kurve ab dem neuen Jahrtausend nach unten zeigte und die Krise 2007 – kurz vor der Weltwirtschaftskrise – endete.

Hier kann man leicht in einen Brunnen fallen, der Zaun ist niedrig und der Brunnenwärter verrückt!

Zeitkapseln werden geöffnet: Das Außenministerium riet serbischen Bürgern vorgestern Abend, vom 1. bis 10. August nicht nach Kroatien zu reisen. Laut Statistik ist Kroatien das sicherste EU-Mitgliedsland und eines der sichersten Länder der Welt. Unter den 500.000 Teilnehmern am Tompson-Konzerts im Zagreber Hippodrom freuen sich aufrichtige Ustascha-Anhänger über die Neuigkeiten aus unserem Ministerium, während der Rest sich Sorgen macht, ob Aleksandra Prijović wieder für sie singen wird.

Wir werden vielen fehlen, und das ist ein schwieriges Gefühl, insbesondere für die zahlreichen Einwohner des modernen Serbien, die dem sogenannten dinarischen Typ gehören.

Man muss den zivilen Anstand wahren und den Ärger über die „Normalen“ unterdrücken. Egal, ob Sie zu etwas gehören oder jemanden unterstützen: Lebende, wahre Menschen sollten nicht durch Deduktion beurteilt werden, d.h. man sollte keine Schlussfolgerungen über das Individuum ziehen, die auf allgemeinen Prämissen beruhen . Beherrschen Sie sich, bevor Sie mit ihrem Nachbarn, Ihrer Schwiegermutter oder Ihrer Mutter streiten. Schwören Sie nicht auf bestimmte Regionen, Republiken, Provinzen oder Stämme – sicher stammt jemand von euch von dort; Serbien ist ein Einwanderungsland.

Andersdenkende sind nicht alle „Bots“. Außerdem ist sich niemand darüber im Klaren, was einem guten Sandwich fehlt – die Italiener machen die größten und großzügigsten, und der letzte Serbe, der die italienische Küche – und (übrigens das katholische) Italien – nicht mochte, starb Ende des 17. Jahrhunderts anonym. Denken Sie an die Serbisch- und Literaturstunden in der Schule. Es ist stilistisch nicht gerechtfertigt, ständig alte Redewendungen zu nutzen.

Spott ist ... Schwachsinn. Wiederholter Spott in gleicher Weise ist wie Prügel.

Das sind Voraussetzungen für die Möglichkeit eines Gentlemen`s Agreement, und ohne dieses, so die berechtigte Angst, werden wir uns gegenseitig in den Schwanz beißen. Für einen gesunden Anfang genügt es: Lasst uns Menschen sein – wie der verstorbene Patriarch Pavle uns einst bat, von dem man mit Sicherheit sagen kann, dass er ein wahrer Christ war.

Das erwåhnte Gentlemen`s Agreement setzt natürlich die Wahlen als Lösung voraus, aber so, dass niemand das Wahlergebnis infrage stellen würde, und schon vorher ist es notwendig, dass die Abstimmung in Frieden abläuft. Irgendwelche Wahlen sind überhaupt nicht die Lösung: In der dunkelsten Episode des Wahnsinns der Offiziere wurde der serbische König Aleksandar Obrenović 1903 abgeschlachtet, kurz nachdem seine Option die Wahl mit überwältigender Mehrheit gewonnen hatte. Das Volk liebte den König tatsächlich. Wahlen müssen – gentlemanlike – sein, selbst wenn keine Gentlemens im Rennen sind.

Wer wird mit seiner immensen und unbestrittenen Autorität dazu beitragen, im ausgedehnten mährischen Serbien, das gerne flucht und von nervösen dinarischen Genen befruchtet wird, irgendwie ein Gentlemen`s Agreement zu erreichen?

Novak Đoković?

Ursula von der Leyen?

Der Dalai Lama?

Das kollektive Unbewusste?

Tito?

Vojislav Koštunica?

Đuro Macut?

Vielleicht könnte sich die Geschäftswelt, angeführt von den Männern, die sie gemeinhin als Tycoons bezeichnen, dieser Aufgabe widmen?

Mirko Radonjić
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