Serbisches Start-up entwickelt Beschaffungssoftware, die Unternehmen bis zu 20 % jährlich einspart - Valuator will die DACH-Region und den Nahen Osten erobern
Quelle: eKapija
Donnerstag, 24.07.2025.
12:02
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Abbildung (FotoPixabay.com/ppoppy486)
- Selbst Großunternehmen lassen den Einkauf bei ihrer digitalen Transformation oft außen vor. Prozesse sind fragmentiert, Angebote lassen sich nicht sinnvoll vergleichen und Genehmigungen sind intransparent - erklärt Arnautović.
Valuator löst diese Probleme durch eine zentrale Plattform, die einen vollständigen Überblick bietet – von der ersten Anfrage über die Angebotsbewertung bis hin zur endgültigen Genehmigung.
Beschaffung noch immer in E-Mail und Excel gefangen- Die Plattform bietet einen transparenten Prüfpfad, historische Preisdaten und strukturiertes Reporting. So erzielen Kunden durchschnittliche jährliche Einsparungen von rund 20 % und eine deutlich verbesserte Betriebseffizienz - betont unser Interviewpartner.
Die Idee für Valuator entstand aus praktischen Erfahrungen.
- Bei der Zusammenarbeit mit Kunden in digitalen Transformationsprojekten beobachteten wir immer wieder dasselbe Muster: Vertrieb, Finanzen und Logistik waren oft digitalisiert, die Beschaffung jedoch noch manuell. Kunden sagten: ‚Wir nutzen immer noch E-Mail und Excel‘, meist mit einem gewissen Unbehagen, da sie wussten, dass dies nicht zukunftsfähig war. Der Markt bot Lösungen, aber viele waren entweder zu komplex oder zu teuer. Darin sahen wir eine Chance – ein leistungsstarkes und dennoch erschwingliches Tool zu entwickeln, das einfach zu bedienen ist - so Arnautović.
Anstatt mit Code zu beginnen, begannen die Gründer mit Menschen – sie führten Gespräche und Pilotprojekte mit bestehenden Kunden, um den Bedarf zu ermitteln. Positives Feedback bestätigte den Wert der Idee, und 2021 wurde Valuator offiziell eingeführt. Mit Unterstützung des serbischen Innovationsfonds und einer Startkapitalfinanzierung bauten sie ein Team aus Entwicklern, Designern und Beratern auf. Das Produkt wurde in enger Zusammenarbeit mit seinen Nutzern kontinuierlich weiterentwickelt.
Vladimir Arnautović (FotoValuator/ Ustupljene fotografije)
Für wen ist Valuator geeignet?
Obwohl Valuator ursprünglich für den breiten Einsatz konzipiert wurde, zeigt die Erfahrung, dass die größte Wirkung in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern erzielt wird – Organisationen mit etablierten Arbeitsabläufen, aber eingeschränkter Transparenz im Einkauf.
- In diesen Unternehmen läuft die Beschaffung oft informell über E-Mails und Tabellen ab, bei denen man leicht den Überblick verliert. Mit Valuator wird alles transparent – wer hat was angefragt, welche Angebote wurden eingereicht, wie wurde das endgültige Angebot ausgewählt und wer hat es genehmigt. Vor allem aber sind diese Informationen für Entscheidungsträger sofort zugänglich. Diese Transparenz ist der Schlüssel zum echten Wandel – sie ermöglicht es Managern, fundierte Entscheidungen zu treffen, anstatt Daten hinterherzujagen. Das Ergebnis: niedrigere Beschaffungskosten und deutlich mehr Kontrolle und Vertrauen - erklärt Arnautović.
Ist der Markt bereit?
Auf die Frage nach der Marktreife in Serbien antwortet Arnautović, dass die digitale Reife unterschiedlich ist, das Bewusstsein aber wächst.
- Viele Unternehmen sagen uns: ‚Wir sind zwar schon weit digitalisiert, aber der Einkauf ist noch altmodisch.‘ Das ist oft der Ausgangspunkt für Gespräche, die zu Veränderungen führen. In mittelständischen und großen Unternehmen setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Einkauf mehr als nur eine operative Aufgabe ist – er ist eine strategische Funktion. Wird er nicht richtig gemanagt, geht Zeit, Geld und Chancen verloren“, bemerkt er.
Deshalb konzentriert sich Valuator auf Unternehmen, die bereit sind, das Produkt gemeinsam mitzugestalten
- Einige der wirkungsvollsten Funktionen – wie die historische Preisverfolgung – entstanden auf Kundenvorschlägen. Diese Erkenntnisse werden nun in neue Märkte übertragen, insbesondere in Österreich und der Region, wo Valuator bereits Pre-Sales-Aktivitäten durchführt. Wir entwickeln lokal, expandieren global und bleiben stets nah an den Nutzern, die täglich auf unsere Plattform zurückgreifen“, sagt er.
Vladimir Arnautović und Vladislav Ujić (FotoValuator/ Ustupljene fotografije)
Expansion in die DACH-Region und den Nahen Osten
Valuator bereitet sich nun auf eine weitere Expansion vor. Das Unternehmen plant die Einführung eines KI-Agenten für Analytik und externe Kommunikation sowie die Erschließung neuer Branchen durch strategische Partnerschaften.
- Unsere Roadmap orientiert sich vollständig an den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Nutzer. Das kommende KI-Modul dient sowohl als Schnittstelle für die externe Marktinteraktion als auch als Tool für interne Entscheidungsanalysen. Marktseitig konzentrieren wir uns auf die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und den Nahen Osten – wir führen bereits Gespräche mit Kunden aus Dubai. Unsere modulare, skalierbare Plattform ermöglicht uns eine schnelle Anpassung an unterschiedliche regulatorische und branchenspezifische Rahmenbedingungen - so Arnautović.
Das Interesse von Investoren ist bereits geweckt. Valuator sicherte sich eine Finanzierung über den Katapult Accelerator und einen Zuschuss des serbischen Innovationsfonds. Der strategische Investor ProfiLab, ein führender Anbieter von Labor- und Medizingeräten, ermöglicht Valuator den Einstieg in den Gesundheitssektor, wo das Unternehmen maßgeschneiderte, branchenübergreifende Funktionen entwickelt.
Ivana Žikić
Unternehmen
Valuator doo Beograd
Naučno-tehnološki park Beograd
Fond za inovacionu delatnost Beograd
Tags
Gutachter
Belgrader Wissenschafts- und Technologiepark
Innovationsfonds
Vladimir Arnautović
Vladislav Ujić
Beschaffungssoftware
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