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Ig-Nobelpreise 2011 - Skurrilste orschungsprojekte der Welt 2011 und dänische Mithbusters

Quelle: Radio 021 Freitag, 06.01.2012. 13:25
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Podeli

Es sind die skurrilsten Forschungsprojekte der Welt: Wenn Wissenschaftler Schildkröten zum Gähnen bringen oder sich selbst zwingen, möglichst lange nicht aufs Klo zu gehen - dann können sie auf einen Ig-Nobelpreis hoffen. Prämiert wird nur besonders wertvoller Unsinn.

Manchmal muss man im Namen der Forschung leiden. David Darby weiß das. Der Australier war Teil eines Wissenschaftlerteams um den Neurologen Peter Snyder, das herausfinden wollte, wie starker Harndrang die menschliche Entscheidungsfähigkeit beeinflusst. Also trank Darby - und trank und trank. Und er verbot sich den Gang zur Toilette, drei Stunden lang. Er hielt es damit länger aus als all seine Kollegen.

Jetzt sind die Forscher dafür mit dem Ig-Nobelpreis für eine der skurrilsten Forschungsarbeiten des Jahres geehrt worden. Denn die Toiletten-Tortur hatte durchaus einen wissenschaftlichen Hintergrund - insbesondere wenn man Wissenschaft so versteht, dass sie manchmal eben auch empirische Bestätigung für Dinge liefert, die man sich so oder so ähnlich auch schon vorher gedacht hat. Oder Dinge, die vollkommen sinnlos erscheinen.

Snyders Team wollte herausfinden, welche Folgen eine zum Bersten gefüllte Blase außer der drängenden Pein sonst noch hat. Dabei stellten die Wissenschaftler fest: Wer sehr dringend aufs Klo muss, kann sich nicht mehr so gut konzentrieren. Die Aufmerksamkeitsspanne sowie die Entscheidungsfähigkeit, so lautete das Fazit der publizierten Studie im Fachjournal "Neurourology and Urodynamics", seien bei voller Blase ähnlich stark herabsetzt wie bei einem niedrigen Alkoholspiegel im Blut oder bei 24 Stunden Schlafentzug.

"Wenn die Menschen einen Punkt erreichen, an dem sie es vor lauter Schmerzen nicht mehr aushalten können, dann ist das, wie betrunken zu sein", sagt Snyder, der an der Brown University in Rhode Island arbeitet.

Die Ig-Nobelpreise werden von der Elite-Universität Harvard alljährlich in mehreren Kategorien vor den "richtigen" Nobelpreisen verliehen und von echten Nobelpreisträgern überreicht. Die Veranstaltung hat längst Kultcharakter und ist für die Wissenschaftler eine große Sause. Skurrile Künstlerauftritte sind ebenso Programm wie das Umherwerfen von Papierflugzeugen. Ebenso eine beliebte Besonderheit: Die Preisträger haben nur 60 Sekunden Zeit, um ihre Dankeshymnen auszusprechen. Wer es nicht rechtzeitig schafft, wird ausgebuht.

Schämen tut sich längst keiner mehr, der mit dem Ig-Nobelpreis geehrt wird. Im Gegenteil. Zwar handelt es sich bei den Erkenntnissen eben nicht gerade um Nobelpreis-verdächtige Ergebnisse. Und doch steckt immer der besondere Clou hinter den wissenschaftlichen Errungenschaften. Wie etwa auch in der Erfindung eines japanischen Teams, das einen Feueralarm entwickelt hat - der nach Wasabi riecht.

Den Geruchsfeueralarm haben die Forscher schon zum Patent angemeldet. Darin steckt wahrlich Tüftelarbeit: Die Wissenschaftler mussten herausfinden, in welcher Konzentration das Wasabi-Aerosol ausströmen muss, damit es schlafende Menschen aufweckt. "Der Geruch ist hilfreich als Feueralarm für taube Menschen, die mit konventionellen Methoden wie Geräuschen, Vibrationen oder Blitzlicht nicht zu wecken sind", sagen die Forscher. Dabei hatten sie als möglichen Geruchs-Wecker nicht nur die scharfe Wurzel im Sinn: Mehr als 1000 Aromastoffe testeten sie dafür - darunter auch beispielsweise den von faulen Eiern.

Dänische Mythbusters

Dänische Forscher unterziehen sich einem dreistündigen Fußbad mit Wodka. Sie wollen den in Dänemark weit verbreiteten Mythos überprüfen, dass man durch ein solches Fußbad betrunken werden kann. Das Fazit ist ernüchternd.

Ein dreistündiges Wodka-Fußbad zieht keinen Rausch nach sich. Das haben dänische Forscher um Peter Lommer Christensen vom Hospital in Hillerød mit einem Selbstversuch herausgefunden. Ziel sei es gewesen, Studenten von ähnlichen zeitraubenden Versuchen abzuhalten, teilt das Team mit. Seine Studie erscheint in der Weihnachtsausgabe des "British Medical Journal".

Drei gesunde erwachsene Probanden hatten an dem Versuch teilgenommen. Sie gaben eine Blutprobe ab, bevor sie ihre Füße in eine Schüssel mit drei Litern Wodka (37,5 Prozent) stellten, schreiben die Mediziner. Dort beließen sie ihre Füße für drei Stunden, alle 30 Minuten wurde ihnen weiteres Blut abgenommen. Zudem wurden sie angehalten, Auskunft über ihren geistigen Zustand zu geben.

Das Ergebnis war ernüchternd: Ein Anstieg des Alkoholkonsums war nicht zu beobachten. "Unsere Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass eine Aufnahme von Alkohol durch die Füße unmöglich ist."

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