Serbische Staatsangehörige im Ausland brauchen biometrische Pässe für den legalen Aufenthalt
Donnerstag, 22.12.2011.
13:23
Serbische Staatsangehörige, die im Ausland leben und arbeiten und biometrische Reisepässe bisher nicht ausgestellt bekamen, verlieren ab dem Neujahr automatisch ihre Aufenthaltsvisen. Ihr Schicksaal hängt jetzt ausschließlich von dem Verständnis jedes einzelnen Gastgeberland ab.
- Das ist Schikane - ärgert sich Milinko Perić aus Aranđelovac, der seit mehr als 20 Jahren in Österreich arbeitet. Er bereut jetzt die Entscheidung, die österreichische Staatsangehörigkeit nicht beantragt zu haben. - Man muss fünf bis sechs Stunden im Konsulat warten, um den biometrischen Reisepass zu beantragen. Eltern und Kinder, Invalide in Rollstühlen warten stundenlang in dieser Kälte. Mein eineinhalbjähriger Enkel wird in den nächsten zwei Monaten, bis man ihm den neuen Reisepass ausgestellt, illegal in Österreich aufhalten. Nach dem Ablauf des alten Reisepasses verliert er die Aufenthaltsgenehmigung. Das bedeutet auch, dass er kein Recht auf das Kindergeld und seine Mutter auf den Elternzusatz hat. Die Existenz der ganzen Familie wird dadurch infrage gestellt.
Lange Schlangen vor serbischen Konsulaten wurden in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich bzw. überall, wo es unsere Staatsangehörige gibt, registriert.
Das serbische Konsulat in Österreich bestreitet nicht, dass es Probleme gibt, weisen aber auch auf die gesetzliche Frist für die Austellung neuer Dokumente von zwei Monaten hin. Im Konsulat werden nur Anträge eingebracht, die Pässe werden in Belgrad gefertigt.
- Unsere Staatsangehörige haben einfach nicht rechtzeitig reagiert. Wir haben uns maximal organisiert und nehmen Anträge Samstags, an Feiertagen an. Jeden Tag empfangen wir 130 Bürger, 70, die einen neuen Reisepass beantragen und 60, die neue Dokumente nehmen - erklärt man im serbischen Konsulat in Wien.

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