Mittel- und Osteuropa besser auf neue Krisenwelle vorbereitet
Dienstag, 18.10.2011.
13:10
Die Länder Mittel- und Osteuropas (CEE) seien auf eine Krise besser vorbereitet als noch auf jene im Jahr 2009, die von der Pleite der US-Bank Lehman Brothers ausgelöst worden war, so Erste-Group-Analysten.
Die Krise auf den Finanzmärkten sei nicht vorbei, die Kluft zwischen den höher und niedriger entwickelten Ländern werde immer größer, erklärte Erste-Chefanalyst Fritz Mostböck am Montag.
Erste-Analyst Juraj Kotian betonte, dass sich die CEE-Länder nach der Lehman-Pleite wieder "stark und schnell" erholt haben, die größte Gefahr für die Region sei die Eurozone.
Die Region wird laut Erste-Wachstumsprognose 2012 um 2,6 Prozent wachsen und damit schneller als die Eurozone, für die derzeit mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet wird.
Die optimistische konjunkturelle Einschätzung für die Region begründet Kotian im Wesentlichen mit der niedrigen Staatsverschuldungsquote, den bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Budgetsanierung sowie dem deutlichen Abbau der Leistungsbilanzdefizite.
Außerdem sei die konjunkturabhängige Komponente des Bruttoinlandsproduktes (BIP) relativ klein, womit auch ein möglicher Abschwung begrenzt wäre.
Die CEE-Volkswirtschaften befinden sich in einem anderem Konjunkturzyklus als vor drei Jahren, sagte Kotian.
So liege die durchschnittliche Staatsverschuldung bei rund 50 Prozent der Wirtschaftsleitung und damit immer noch um 10 Prozentpunkte unter den Maastricht-Kriterien.
Zuletzt hatte sich die Dynamik aber ebenso wie in der Eurozone beschleunigt. Die Ausnahme in der Region sei Ungarn mit einer Verschuldung von 73 Prozent.
Zum Vergleich: In der Eurozone wird für heuer ein Verschuldungsgrad von rund 85 Prozent erreicht, schätzt die Erste Group. Keines der CEE-Länder sei in einer ähnlichen Lage wie die hochverschuldeten Staaten der Eurozone in Südeuropa, hieß es.

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