Sie verkaufen Ruhe, nicht Musik und Bier - Öko- und Ethno-Klub "Čerević" zwischen der Donau und Fruška gora, unweit von Novi Sad
Freitag, 19.08.2011.
11:37
(Öko-Ethno-Klub "Čerević")
Das langjährige Engagement in der Tourismusbranche und unterschiedliche Erfahrungen angeeignet während des Aufenthalts in Österreich seien äußerst hilfreich bei der Realisierung seines Lebenstraums gewesen. Auf einem "idealen Standort" - zwischen der Donau und dem Gebirge Fruška gora in Syrmien - hat er einen Ethno-Klub und Weinhaus mit Weinthek eröffnet. Duško Vidak, Besitzer und Gründer des Öko-Ethno-Klubs "Čerević" im gleichnamigen Dorf unweit von Novi Sad, kaufte das 1928 gebaute Haus noch vor zwei Jahrzehnten, überzeugt, dass es ideal für die Entwicklung des Agrotourismus sei.
- Ich bin schon 40 Jahre in der Tourismusbranche tätig. Als Vertreter des Touristischenverbandes Jugoslawiens war ich in den Achtzigerjahren in Östereich und habe mich dort mit dem Angebot und Voraussetzungen für die Entwicklung des Agrotourismus bekannt gemacht. Nach der Rückkehr aus Wien habe ich ein Haus in Čerević im Gebirge Fruška gora, an der Donuau gekauft. Vor einigen Jahren habe ich beschlosen, es in ein Ferienhaus zu verwandeln - erzählt Vidak, Gründer und Direktor der Touristischen Organisation der Vojvodina und der Assoziation für die ländliche Entwicklung und Agrotourismus der Vojvodina, in einem Interview für das Wirtschaftsportal "eKapija".
Er möchte seinen Gästen Stille und Ruhe "verkaufen". Die Ortschaft in der Gemeinde Beočin sollte für die Entspannung und "Erholung der Seele" dienen. Musik und Bier werden hiernicht geboten.
- Für Gäste, die im Urlaub Musik hören und tanzen möchten, organisieren wir die Unterhaltung in den naheliegenden Gaststätten (Csárdas) an der Donau, wo man Tamburizzausik hören kann. Wir bieten, außerdem, Besichtigungstouren durch bekannte orthodoxe Klöster in Fruška gora, Schiffsfahrten auf der Donau, Ausflüge auf Donauufer, Fischen. Ich habe versucht, das Angebot mit einer interessanten Kombination der Rad- und Besichtigungstouren zu erweitern und ein Radfahrerzentrum in unserem Klub zu gründen. Unsere Gäste sind aber viel mehr an Lamm- und Ferkelbraten, als an der Rekreation interessiert und der Radfahrerverband war auch nicht besonders interessiert - erklärt Vidak.
Die meisten Gäste in "Čerević" kommen aus Belgrad, aber es gibt auch Ausländer - aus Slowenien, Deutschland, Ungarn, England und sogar aus Florida (USA).
Der Öko-Ethno-Haus "Čerević" verfügt über 30 Betten. Das Haus ist so eingerichtet, um den höchsten Komfort zu bieten, ohne die traditionelle Architektur zu verändern. Gästen steht eine mit syrmischen Weinen versorgte Weinthek zur Verfügung. Im Raum, in dem heute Weine degustiert werden, hat man früher Wein hergestellt.
- Weine stammen aus kleinen Kellereien aus diesem Gebiet, auf dem rechten Donauufer - erklärt Vidak.
Wein, Schinken, Wurst und Speck werden in fast allen Haushalten in "Čerević" erzeugt, und man kann das alles bei uns zum Frühstück kosten.
nser Gast hat die Vorschriften für den Agrotourismus kommentiert.
- Die Vorschriften sind nicht im Einklang mit der Wirklichkeit. Der Agrotourismus sollte nicht als klassisches Gastgewerbe betrachtet, sondern mit Rücksicht auf seine Besonderheit definiert und behandelt werden. Wenn Gast sich aus einem Waschschüssel waschen will, wie man auf Gehöften mit Brunnen traditionell tut, sollte man sie nicht diskreditieren und ihnen unerreichbare Bedingungen stellen. "Vajat" (dt. spezifische Holzhütten) kann einfach nicht die Vorschriften über die Objektgröße erfüllen. Man sollte nicht verlangen, dass Objekte, die mehr als hundert Jahre so aussehen und eben deshalb interessant und gefragt werden, verändert oder unifiziert werden.

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