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Rettung für Bürger, die sich in Schweizer Franken verschuldet haben? - Schweizer Notenbank greift ein

Quelle: eKapija Mittwoch, 03.08.2011. 16:10
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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stemmt sich mit einer überraschenden Zinssenkung gegen die massive Verteuerung des Frankens gegenüber Euro und Dollar. Die deutlich überbewertete Währung bedroht nach Ansicht der Notenbank die Wirtschaftsentwicklung und die Preisstabilität des Landes. Der Schweizer Franken wird für die von den Schuldenkrisen in den USA und der Euro-Zone verunsicherten Anleger immer mehr zur Fluchtwährung.

Die Notenbank gab am Freitag für den Zeitraum Januar bis Juni einen Verlust von 10,8 Milliarden Franken bekannt. Wechselkursverluste schlugen mit 11,7 Milliarden Franken negativ zu Buche, wie es hieß. Alle wichtigen Währungen verloren gegenüber dem Franken zum Teil deutlich an Wert.

Sogar auf ihren Goldbestand verbuchte die SNB deswegen einen Bewertungsverlust von 1,6 Milliarden Franken - der Goldpreis-Anstieg wurde durch die Dollar-Abwertung mehr als aufgefressen.

Die SNB strebt daher ab sofort einen Dreimonats-Libor so nahe bei null wie möglich an und verengt das Zielband für ihren Referenzsatz auf null bis 0,25 Prozent, wie sie am Mittwoch mitteilte. Seit der Finanzkrise galt eine Bandbreite von null bis 0,75 Prozent und die SNB strebte zuletzt einen Dreimonats-Libor von 0,25 Prozent an.

In den ersten Reaktionen ging das Kalkül der Notenbank auf und der Franken gab am Devisenmarkt nach. Der Euro, die wichtigste Partnerwährung für die exportabhängige Schweizer Industrie, zog nach der Zinsentscheidung kräftig auf Kurse um 1,11 Franken an. In der Früh war er auf ein Rekordtief knapp unter 1,08 Franken abgesackt. Der Dollar gewann ebenfalls markant und war zuletzt für gut 0,77 Franken zu haben. Ende 2010 mussten für die Gemeinschaftswährung 1,25 Franken bezahlt werden und der Greenback hatte 0,94 Franken gekostet.

Ökonomen stellten allerdings infrage, ob die SNB auf längere Sicht Erfolg haben kann. "Diese Maßnahmen werden die Aufwertung bestenfalls verlangsamen. Es fließt echtes Geld in den Franken, das sind nicht nur spekulative Ströme", sagte Neil Mellor, Währungsstratege bei der Bank of New York Mellon.

In der Schweiz hatten Industrie, Einzelhandel und Gewerkschaften zuletzt immer lauter ein Eingreifen von Politik und Nationalbank gefordert, da die Talfahrt des Euro auf die Gewinnmargen der Firmen drückt und die Konsumenten zum Einkauf ins nahe EU-Ausland treibt.
Swatch-Chef Nick Hayek, einer der vehementesten Warner vor den Risiken des starken Frankens, begrüßte den SNB-Schritt: "Das ist wunderbar. Die Spekulanten sollen sich zusammenreißen", sagte er Reuters.

Die Notenbank will als weitere Maßnahme die Liquidität am Franken-Geldmarkt in den nächsten Tage massiv erhöhen: Sie beabsichtigt, die Giroguthaben der Banken bei der SNB auf 80 Milliarden von derzeit rund 30 Milliarden Franken zu erhöhen, indem sie auslaufende Repos und SNB Bills nicht mehr erneuert und ausstehende SNB Bills zurückkauft.

Experten halten es auch für möglich, dass die SNB bei einer fortgesetzten Frankenaufwertung wieder am Devisenmarkt eingreift. "Devisenmarktinterventionen sind nun wieder eine potenzielle Drohung", sagte Adrian Schmidt von Lloyds Banking Group.

Die neuesten Maßnahmen werden sicher von vielen Kreditnehmern in Serbien begrüßt, die sich in Schweizer Franken verschuldet und in den letzten Monaten unter sehr hohen Zinsen gelitten haben.

Der Wechselkurs des Schweizer Franken zu Euro hat bereits um 2% gefallen.

Mitteilung der Schweizer Notenbank: http://www.snb.ch/en/mmr/reference/pre_20110803/source/pre_20110803.en.pdf

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