Korruption in Serbien entmutigt Investoren - Unser Land Regionalleader in Bestechung
Mittwoch, 13.07.2011.
16:14
Direkte ausländische Investitionen, die seit 2000 in Serbien realisiert worden sind, sind sehr bescheiden. In diesem Jahr wurden nur 500 Mio. US-Dollar investiert. Das größte Hindernis für größere Investitionen aus dem Ausland war und ist noch immer die endemisch verbreitetee, fast unkontrollierbare Korruption. Die Organisation Transparency International hat Serbien nach verschiednenen Umfragen und Untersuchungen auf den Platz 78 unter 180 bewerteten Ländern weltweit eingestuft, aber auch als führend in der Bestechung in seiner Region. Schlechter rangiert als Serbien sind nur Albanien und Bosnien und Herzegowina.
Serbien ist im unteren Teil der regionalen Liste, wenn es um den Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption perception index) geht. Im Vergleich zu anderen Ländern in der Region, wie Rumänien (69), Bulgarien (73) oder Ungarn (50) ist Serbien in einer schlechten Lage. Jeder Stillstand im Bereich der direkten ausländischen Investitionen stellt in der Wahrheit einen allmählichen Rückgang dar, insbesondere in Hinsicht darauf, dass die seriöseste Mitbewerber Serbens immer schneller fortschreiten.
Komplizierte administrative Prozeduren als Generator der Korruption wurden von Autoren des Magazins "Makroökonomische Analysen und Trends" (MAT) als Hauptursache für die schlechte Bewertung genannt. Die Doing Business Studie für 2011 weist auch auf zu komplizierte Prozeduren für die Erteilung von Baugenehmigungen und Registrierung des Eigentums hin. Unnötige Prozeduren verringern die Transparenz und erhöhen dadurch die Bestechlichkeit der Beamten. Schwache institutionelle Kapazitäten - zu langsame Bearbeitung von Anträgen und schwache kontrolle der Beamten - entmutigen Investoren, die Projekte lieber in anderen Ländern realisieren. Die Erteilung einer Baugenehmigung besteht aus 20 Prozeduren und dauert sogar 279 Tage. Investoren sind oft gezwungen, Bestechung zu bieten, um die zu langen Wartezeiten zu kürzen.
Die Prozedur für die Erteilung einer Baugenehmigung ist zweimal kürzer in Bulgarien, in Ungarn kostet sie durchschnittlich 10% der BIP per capita und in Serbien sogar 1.821%.
Bisherige Resultate mit ausländischen Investitionen
Direkte ausländische Investitionen sind von großer Bedeutung für die Überwindung der Krise und Förderung des Industriewachstums. Die meisten waren bisher auf den Bank-, Telekommunikations- und Einzelhandelssektor orientiert, obwohl Serbien die Entwicklung der verarbeitenden Industrie, Land- und Energiewirtschaft vor allem beschleunigen sollte.
Diese Investitonen waren, laut Wirtschaftsexperten aus MAT, nicht nur bescheiden, sondern hatten auch eine schlechte Struktur für die Entwicklung der Wirtschaft. Sie kamen durch Privatisierung und nicht als Greenfield-Investitionen. Der größte Teil der Investitionen wurden in nicht industriellen Sektoren wie Bankwesen, finanzielle Vermittlung und Telekommunikation realisiert. Greenfield-Investitionen in der Industrie verlagen ein günstiges Geschäftsumfeld, die makroökonomische Stabilität und effiziente Institutionen.
Mehr Korruption - weniger High-Tech
Ein hoher Korruptionsgrad verringert nicht nur den Investitionsumfang, sondern auch ihre Qualität, wenn es um den Technologietransfer geht. Das ist die direkte Folge des Missvertrauens ausländischer Investoren zu kommunalen Institutionen und Geschäftspartnern. Das verhindert die notwendige Weitergabe von modernen technischen Kenntnissen und könnte unser Land dauerhaft auf technisch unanspruchsvolle Wirtschaftszweigen wie Textilindustrie oder Landwirtschaft orientieren.
M.D.
Ekonomski Institut a.d. Beograd

Izdanje Srbija
Serbia Edition
Izdanje BiH
Izdanje Crna Gora