Jelena Petković, Direktorin für Unternehmensangelegenheiten in "Tigar" - Dame auf der A-Liste
Mittwoch, 23.03.2011.
15:18
(Jelena Petković)
Offiziell die beste Business-Lady 2010. Juristin, die sich im Finanzwelt besser als viele Wirtschaftsexperten zurecht findet. Ihr Studium hat sie für die Verwaltung, Diplomatie vorbereitet, aber sie ist fast drei Jahrzehnten in der Industrie tätig. Sie bereue nichts, behauptet sie, vor allem weil man in solchem Sektor das materiale Ergebnis seiner Bemühungen sehen kann. Jelenu Petković, Direktorin für Unternehmensangelegenheiten in "Tigar" schätzt intelligente, schnell reagierende Menschen. Im Geschäftsleben gebe es, ihrer Meinung nach, keinen Platz für den Voluntarismus.
Sie wurde in Belgrad geboren, als dritte Generation einer bürgerlichen Familie. Sie litt als Kind daran, dass sie im Unterschied zu anderen Kindern keine Verwandten auf dem Land hat, bei denen sie Ferien verbringen könnte. Das Schicksal hat sie nach Pirot in Südserbien gebracht, wo sie vier Tage wochentlich verbringt. Heute sehnt sie nach ihrem Belgrad.
Nach dem Abitur im Achten Belgrader Gymnasium (heute Drittes) bereitete sie sich für das Medizinstudium vor. Sie gab ihren "Lebenstraum" im letzten Moment auf und entschied sich für das Jurastudium an der Belgrader Fakultät für Rechtswissenschaft. Sie hat dort ihren Diplom- und Magisterabschluss gemacht.
Sie promovierte bei der bekannten Professorin Smilja Avramov und ihr Mentor, Prof. Zoran Antonijević, gehörte zu den seltenen Wertpapierexperten.
Erste Chance in der Industrie
Nach dem Diplomabschluss versuchte sie fast eineinhalb Jahre vergeblich, eine Stelle zu finden. Ganz zufällig bewarb sie sich um eine Stelle in der Gummifabrik "Rekord" in Rakovica (Belgrad). In Hinsicht auf die damalige Politik der "negativen Punkte", falls der Arbeitslose die angebotene Stelle im Einklang mit seinen Qualifikationen ablehnt, beschloss sie, das Angebot zu akzeptieren und dort zwei-drei Monate zu bleiben - bis sie etwas Besseres findet.
Diese zwei-drei Monate haben sich auf mehr als drei Jahrzehnte verlängert. Sie ist von der Praktikatnitn zur Generaldirektorin gestiegen.
- Aus einem Jahr wurden zwei, dann drei Jahre - die spezifische Problematik hat mein Interesse und mene Neugier erregt. Das ist, wahrscheinlich, ganz normal, wenn man etwas Konkretes mit Menschen tut. Das Unternehmen hatte ein völlig abgerundetes Produktionsprogramm, was ihm eine gute Marktposition bis Neunzigerjahren garantiert hatte - erinnert sich Jelena Petković in einem Interview für das Wirtschaftsportal "eKapija".
Sie wurde von "Rekord" zur Spezialisierung auf dem Gebiet des internationalen Vertragsrechts geschickt. Nach dem Beschluss des Embargos in den Neunzigerjahren ist die Fabrik in eine schwere Krise geraten.
Die Gummiindustrie verlang viel Raum und eine störungslose Versorgung mit Wasser. "Rekord" konnte das damals nicht sichern. Die Fabrik befindet sich in einem dicht besiedelten Stadtteil, zwischen Hochhäusern. Gummi war 1991 eines von fünf Erzeugnissen, deren Import verboten worden war. Die Fabrik verbrauchte Schweröl und Erdgas und der Mangel war groß. Die Fabrik mit 3.500 Beschäftigte war nur 4-5 Monate jährlich im Betrieb.
- Wenn man an der Spitze eines Unternehmens ist, ohne klare Perspektive für mindestens fünf folgende Jahre - und so sah meine damalige Situation in "Rekord" - er sollte auf solchen Posten verzichten - erzählte unsere Gesprächspartnerin.
Sie hat ihr Amt einem Kollegen freiwillig überlassen.
Jelena Petković war demnächst Mitglied von zwei Kommissionen, die der damalige Zentralbankpräsident Avramovic gebildet hat - Kommission für Gehälter, Steuern und Renten und Kommission für Reform des Währungssystems. Man hat ihr damals geboten, zur Zentralbank Serbiens zu wechseln.
- Ich glauben nicht an den Berufswechsel. Wenn man sich mit Finanzen gut auskennt, sollte man im Finanzwesen bleiben. Wenn du in der Industrie tätig bist, sollst du in der Industrie bleiben. Ich glaubte nicht, dass ich zum Wandel fähig bin.
Erfolg von "Tigar"
Eben deshalb akzeptierte sie die angebotene Stelle in der Niederlassung von "Tigar" in Belgrad.
- Es handelte sich nicht um besonders lukratives Angebot, aber es war eine gute Lösung in einer schlechten Zeit.
Sie startete als Assistentin des Direktors, mit ziemlich undefinierten Aufgaben. Es scheint, dass sie heute, fast fünfzehn Jahre später, den ganzen Gummi-Riesen aus Pirot "im kleinen Finger hat".
Dank ihren guten Sprachkenntnissen und Managererfahrungen bekam sie die Chance, das Projekt "Tigar-Michelin" zu leiten. Die Zusammenarbeit mit dem französischen Riesen begann noch 2000, nach der demokratischen Umwandlung in Serbien. "Tigar" hat 30 Jahre mit dem US-amerikanischen Unternehmen "Goodrich" zusammengearbeitet. Als "Michelin" "Goodrich" übernommen hatte, trat es die Nachfolge des US-amerikanischen Unternehmens in "Tigar".
- Wir haben zunächst einen Jointventure-Vertrag mit "Michelin" unterzeichnet, in dem wir die Absicht zur Gründung eines gemeinsamen Unternehmens für die Herstellung von Autoreifen erklärt haben. "Michelin" war damals nicht bereit, in "Tigar" zu investieren, wollte das gemeinsame Unternehmen mit dem geerbten Anteil von "Goodrich" gründen.
Nach dem Embargo benötigte das Unternehmen das frische Investitionskapital, weshalb man das Hauptgewicht auf die Herstellung von Autoreifen - 70% des damaligen Geschäfts - legte.
- Wenn man Problem mit dem Herzen hat, muss er das Herz zunächst heilen. Eventuelle Problemem mit den Zahn- oder Kopfschmerzen treten einfach in den Hindergrund. Wir wollten zunächst die Sparte Autoreifen stabilisieren - als Basisteil des Unternehmens. Uns ist gelungen, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung von der Rentabilität und guten Perspektiven des Unternehmens zu überzeugen. Wir starateten mit einem Vertrag über die Finanzierung des Umlaufvermögens aufgrund eines Vertrags mit "Michelin".
Man hat noch einmal großes Vertrauen zu Jelena Petkovic und ihr die Verhandlungen mit der EBWE anvertraut. Das Projekt wurde 2001 umgesetzt, als der Vorstandsvorsitzende von "Tigar" einen Vertrag in London unterzeichnet hat. Das war der erste Vertrag zwischen dieser Kreditanstalt und einer serbischen Firma.
So eine Chance hat man nur einmal im Leben, glaub sie, und sie hat sie genutzt. Dieser Erfolg hat ihr die Türen für spätere Aufgaben eröffnet. Verträge mit Vertretern der IFC, Abteilung der Weltbank für Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor, dreiseitige Verträge "Tigar-Michelin-IFC" - das sind nur manche von ihnen.
Durch diese Projekte habe sie 70% ihrer Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt.
Denke schnell-reagiere sofort
Die Teilnahme an den erwähnten Projekte war von großer Bedeutung für ihre berufliche Entwicklung, vor allem wegen der Möglichkeit mit so hoch positionierten und wichtigen Profis zusammenzuarbeiten. Sie betont, dass sie intelligente und schnell denkende und reagierende Mitarbeiter hoch schätzt. Positive Menschen, die ihre Umgebung nicht belasten. Jene, die das ganze Leben lang lernen wollen.
Ihr Arbeitstag dauert durchschnittlich zehn Stunden - seit mehreren Jahren. Wenn sie zurückblickt, sieht sie, dass jedes Jahr ihr eine neue geschäftliche Herausforderung gebracht hatte. Obwohl sie die Arbeit in "Tigar" genießt, fehlt ihr ihre Geburtsstadt Belgrad oft.
Sie hat noch immer nicht eigene Kinder, nutzt aber die Möglichkeit, ihre kleinen Neffen zu verwöhnen.
Sie hatte früher mehr Zeit für das Lesen, Theater und Konzerte. Ihre Freizeit verbracht sie am meisten passiv, versucht, sich zu erholen. Ihr beliebtester Stadtteil ist der Park "Tašmajdan" und seine Umgebund. Er erinnert sie an die Schulzeit und das Studium - als sie mehr Freiheit hatte.
Man sollte "nie nie sagen", aber sie glaubt jedoch nicht, in einem kleinen Ort leben zu können.
Weltreisender in einer kleinen Stadt
Ihre Eltern unterstützten immer ihren Wunsch nach Reisen. Eine Hälfte der Ferien verbrachte sie am Meer, meistens in Dubrovni, und die andere Hälfte in Fremdsprachenschulen im Ausland. Meistens in Frankreich und England. Sie überrascht häufig ihre Geschäftspartner mit ihren Fremdsprachenkenntnissen und ihrem britischen Akzent.
Die leidenschaftliche Reisende bevorzugt "das alte Europa" - Frankreich, Italien, Spanien...
Ihr ist vielleicht deshalb sehr schwer gefallen, sich an Südserbien zu gewöhnen, mindensten in den ersten zwei Jahren.
- Pirot ist beträchtlich kleiner als Belgrad, aber "Tigar" war immer ein Riese, zu dem ich viel Respekt hatte.
Sie hat dazu beigetragen, dass "Tigar" heute zu den erfolgreichsten Unternehmen in Serbien gehört. Der Gummiriese wurde inzwischen in zwei selbstständige Unternehmen geteilt: "Tigar" AG und "Tigar Tyres" mit 5.000 Beschäftigten.
In der nächsten Zeit will man die Investitionen, realsiiert in der Zeit der Krise, kommerzialisieren.
"Tigar" hat sich bereits zum führenden Hersteller von Gummischuhen und -stiefeln in Europa entwickelt. Man kündigt neue Erfolge in diesem Bereich an. In der nächsten Zeit sollte die Sparte der Erzeugnisse auf recycliertem Altgummi entwickelt wrden.
Der neue, beträchtlich größere Investitionszyklus sei, laut Petkovic, ab 2012 zu erwarten.
Sonnenuntergang im Luxemburg Park
Bis dann wird die Direktorin für Unternehmensangelegenheiten des Gummiriesen aus Pirot weiterhin von einer Reise nach Paris, von einem Nachmittag im Jardin du Luxembourg, in der Nähe von Latin Quarter träumen - aber privat, ohne Telefon und Protokoll ...
J.Đ.

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