Schuldig oder nicht? - Miau!
Mittwoch, 19.01.2011.
15:38
Im Briefkasten der Familie Esposito, wohnhaft in Boston, Massachusetts, landete ein Schreiben, adressiert an die Familienkatze, Tabby Sal. Darin wurde das Tier aufgefordert, als Jury-Mitglied in einem Geschworenengericht einzusitzen.
Tabby Sals Besitzerin Anna Esposito wies das zuständige Gericht ,laut dem "Telegraph", auf das Missverständnis hin. Sie führte an, dass Tabby Sal nicht nur ein Tier sei, sondern auch weder Englisch sprechen noch verstehen könne.
Ihrem Schreiben legte Anna Esposito eine Bestätigung des Tierarztes bei. Dieser bestätigte, dass es sich bei besagter Tabby Sal um eine "kurzhaarige, sterilisierte Katze" handelte.
Die Antwort vom Gericht liess nicht lange auf sich warten. Es sei unumgänglich, dass Tabby Sal bei der Verhandlung am 23. März als Jury-Mitglied teilnehme. Frau Esposito nimmts – noch – locker: "Was soll die Katze auf die Frage 'Schuldig oder nicht?' antworten? 'Miau!'?"
Dass das Gericht überhaupt auf Tabby Sal aufmerksam wurde, ist ein bisschen Anna Espositos schuld. Denn sie hatte die Katze bei der letzten Volkszählung als Familienmitglied aufgeführt. Allerdings tat sie dies – korrekterweise – unter der Rubrik "Haustiere". Wie der Name der Katze von dort zur Liste mit den zweibeinigen Familienmitgliedern rutschte, ist unklar. Klar sein dürfte hingegen, dass Anna Esposito bei künftigen Erhebungen keinerlei Haustiere mehr auflisten wird.
Jurypflicht für alle
Jurypflicht bedeutet in Amerika, dass jeder Bürger erreichbar sein muss, um als Jurymitglied an einer Gerichtsverhandlung teilnehmen zu können. Diese Pflicht gilt jedoch nur für Menschen, Haustiere sind davon normalerweise ausgenommen.
Die Beschwerde von Esposito wurde jedoch trotzdem abgewiesen. Die Beweggründe seien zu undeutlich gewesen. Daher könnte es gut möglich sein, dass Hauskatze Tabby Sal am 23. März tatsächlich vor Gericht erscheinen muss.

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