Schnellstraße zwischen Ostsee und Ägäischem Meer umgeht Serbien - Was bedeutet "Via Carpatia" für Serbien - Neue Verkehrsverbindung oder Drohung?
Freitag, 19.11.2010.
09:23
Via Carpatia kommt. Ungarn und Bulgarien haben bereits eine Erklärung zur Verlängerung der Via Carpatia, der kürzesten Nord-Süd-Route, unterzeichnet, die durch Litauen, Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien führt und Griechenland erreichen soll. Die neue Schnellstraße soll den Transitverkehr zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer fördern, die örtliche Infrastruktur entwickeln helfen und damit auch einen wirtschaftlichen Aufschwung in den östlichen Ländern der Europäischen Union unterstützen.
In Hinsicht auf die große Bedeutung dieser Verkehrsverbindung sammelte und analysierte die Redaktion des Wirtschaftsportals "eKapija" mehrere Details dieses Projekts, um auf mögliche Auswirkungen des neuen paneuropäischen Verkehrskorridors auf unseren Korridor 10 und andere Autobahnen in Serbien im Voraus hinzuweisen.
Hier sind Ergebnisse unserer Analyse:
1. Dem Projekt der internationalen Schnellstraße "Initiative Via Carpatia", die durch den östlichen Teil der Europäischen Union führen soll, schlossen sich am 22. Oktober 2010 noch drei Länder an: Bulgarien, Rumänien und Griechenland, gab man an einem Treffen der Verkehrs- und Infrastrukturminister in der polnischen Stadt Lancut bekannt.
2. Der Plan, der den Weg vom Norden nach Süden verkürzen soll, wurde noch 2006 von Polen initiiert. Das Projekt wurde schnell von Litauen, der Slowakei und Ungarn akzeptiert, berichtete die Presseagentur AP.
3. Die Schnellstraße, teilweise finanziert von der EU, soll nördliche Ländern an der Ostsee mit dem Schwarzmeerraum und Griechenland im Süden des Kontinents verbinden und durch die unentwickeltesten Gebieten der Union führen.
4. Das Projekt "Via Carpatia" sollte bis 2020 realisiert werden. Polen hat bisher 7,4 Mrd. US-Dollar in den Bau seines 800 km langen Autobahnabschnitts investiert. Manche Teile sind bereits fertig gestellt.
5. Litauen hat auch den größten Teil der Schellstraße gebaut und Ungarn fast eine Hälfte. Bis Ende 2010 sollte ein Drittel der Autobahn in der Slowakei fertig gestellt werden.
6. Die neue Schnellstraße umgeht Serbien. Die Verbindung mit ihr sollte über den Verkehrskorridor 11 bei Timisoara in Rumänien und im Süden, über die Straße Niš-Dimitrovgrad-Sofia (Korridor 10) realisiert werden.
7. Die Route beginnt in Litauen (Kaunas) und führt durch Polen (Trasse: Bialystok - Lublin – Rzeszow), die Slowakei (Presov-Koszice) und Ungarn (Miskolc Debrecen).
In Rumänien teilt sich die Schnellstraße in zwei Richtungen: Oradea - Arad - Timisoara - Lugoj - Deva - Sibiu - Pitesti - Bukarest – Konstanza und in Richtung der bulgarischen Grenze, über die Donaubrücke Calafat-Vidin.
Durch Verbindung mit Schwarzmeerhäfen Konstanza (Rumänien) und Burgas (Bulgarien) bzw. mit dem TRACEA-Korridor bekommt "Via Carpatia" ein großes Transitpotenzial. Die Straße sollte sich zu einer alternativen Verkehrsverbindung zwischen Mitteleuropa und Kleinasien und Russland entwickeln.
8. Die bulgarische Route hat dieselbe Trasse wie Verkehrskorridor 4, die sich ab Sofia in zwei Richtungen teilt - eine, die zum Hafen Thessaloniki in Griechenland und andere, die nach Istanbul führt. Bulgaren haben noch eine Trasse bzw. die Verbindung mit dem Schwarzmeer bzw. dem TRACEA-Korridor vorgesehen.
9. Die Brücke zwischen Vidin und Calafat sollte bis 2011-2012, nach jahrzehntelangen Verschiebungen, endlich errichtet werden.
10. Der direkte Zugang zum Schwarzen Meer, TRACEA-Korridor und dadurch zu Asien und Fernosten stellt eine Alternative zur bisherigen Verkehrsverbindungen zwischen Europa und Asien dar, die Russland umgeht und die Intensivierung des kontinuierlich wachsenden Handels ermöglicht.
11. "Via Carpatia" ist gleichzeitig die kürzeste mögliche Verbindung zwischen der Ostsee und dem Ägäischen Meer. Die Straße soll, den TEN-T-Parametern nach, den Transitverkehr zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer fördern, die örtliche Infrastruktur entwickeln helfen und damit auch einen wirtschaftlichen Aufschwung in den östlichen Ländern der Europäischen Union unterstützen.
12. Durch Unterzeichnung der erwähnten Absichtserklärung wurde der Verkehrskorridor "Via Carpatia" dem transeuropäischen Transportnetz (TENT), einem Straßennetz finanziert seitens der EU angeschlossen. Das Projekt sollte die Zusammenarbeit zwischen den unentwickeltesten Regionen im Osten EU fördern.
13. Die EU hat 8 Mrd. Euro für das TEN-T-Programm zwischen 2007-2013 bewilligt, um die Erstelung von Studien und konkreten Arbeiten zu beschleunigen.

Izdanje Srbija
Serbia Edition
Izdanje BiH
Izdanje Crna Gora