Im Haus der Zukunft
Donnerstag, 09.09.2010.
06:52
Auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin wird jedes Jahr neben der Präsentation der neuesten Flachbildfernseher und energieeffizienten Kühlschränken auch ein Blick in die mediale Zukunft geworfen. Wie beim hochauflösenden Fernsehen (HDTV), das nach jahrelangen Verzögerungen nun endlich eingeführt werden soll, kommen auch andere Projekte über viele Jahre nicht aus dem Forschungslabor heraus oder rechnen sich lange Zeit nicht am Markt. Eines dieser Projekte ist das sogenannte intelligente Haus, für das Forschungsinstitute und die Industrie seit Jahren werben.
Wie ein solches Zuhause 2.0 funktioniert kann man sich von 3. bis 8. September 2010 in Berlin an der Sonderschau „Das E-Haus“ ansehen. Das Modellwohnhaus führt vor, wie modernes Energiemessen funktioniert, wie ein E-Sportwagen mit Sonnenenergie aufgeladen wird und was Grüne IT ist. Das „E-Haus“ wird organisiert vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), der zur IFA mit den Partnern „Verband der Elektrotechnik, Elektronik-Informationstechnik“ (VDE) und ZVEI- Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie zusammen arbeitet.
Das „E-Haus“ ist ein hundert Quadratmeter großes Modellwohnhaus mit sieben Räumen, in dem nahezu alle gebäudetechnischen energieeffizienten Systeme erlebbar werden. Küche, Bad, Büro, Technikraum, Garage, ein herkömmliches und ein modernes Wohnzimmer sind begehbar und nach außen offen. Gezeigt wird das effiziente Zusammenspiel der verschiedenen Funktionen. Alle auf der Basis des weltweiten Standards KNX vernetzten Komponenten sind während der Messe in Betrieb. Dazu gehören energieeffiziente Beleuchtung und PV, PC mit Grüner IT, die Erfassung und Auswertung von Verbrauchsmengen mit intelligenten Zählern (Smart Meter), vernetzte Hausgeräte, Photovoltaikanlagen und solare Heimtankstelle für E-Mobile. Das Smart-Meter-System visualisiert erstmals den individuellen Verbrauch jedes einzelnen Geräts auf einem Bildschirm. Die Ladestationen für den amerikanischen Elektro-Sportwagen Tesla Roadster ist mit einer Tarifwahlfunktion ausgestattet, so dass der Kunde, nachdem er sich mit einer Chipkarte authentifiziert hat, den günstigsten Tarif wählen kann. Das „E-Haus” zeigt: wenn das Haus mit denkt, geht es seinen Bewohnern besser. Es wird nur soviel Energie verbraucht, wie tatsächlich benötigt wird.
In diesem Musterhaus wird das Brauchwasser mit Sonnenwärme erwärmt, die auch die Heizung unterstützt. Geheizt wird das Musterhaus mit einer Sole-Wärmepunpenheizungsanlage für Niedertemperatur-Fußbodenheizung. Auf allen Bedienpanels und den Fernsehgeräten werden der derzeitige Stormverbrauch und der bisherige Verbrauch angezeigt.
Im Badezimmer ist in den Spiegel LCD-TV- und LED-Technik integriert. Waschmaschine und Trockner sind enegieeffizient und vernetzt. Die Heizung funktioniert für jeden Raum für sich abhängig von Nutzung, Anwesenheit und der Öffnung der Fenster. Die sind mit elektrischen, tageslichtsenkbaren Jalousien mit Antrieben in SMI-Technik ausgestattet.
Licht, Lichtszenen, Jalousie und Heizung werden mit einem Raumbedienpanel gesteuert. Dabei richtet sich das Licht nach der Anwesenheit von Personen. Die Deckenbeleuchtung ist dimmbar und energieeffizient, wobei mittels LED-technik Effekte beleuchtet werden. Das ganze Gebäude ist strukturiert verkabelt mit Breitbandkabel. Die Außensprechanlage mit mit einem Videosystem zur Zugangskontrolle und –überwachung verbunden und schließt die Briefkasteneinheiten ein. In jedem Raum kann das Videobild abgerufen werden, und die Türkontakte werden bildlich und zeitlich erfasst und gepeishert.
Der Unterhaltung dient ein Festplattenspeicher für Filme verschiedener Formate, Musik und Bild. Die werden über einen ensergieparenden 3D-Mddiea-Player abgespielt. Auf einem LED-TV-Gerät wird Fernsehen empfangen, DVD und Musik werden gespielt und die Gebäudeautomation wird dargestellt. Das Wohnzimmer ist mit einer Dolby-Digital-Anlage beschallt.
Es gibt äußeren und inneren Blitzschutz für alle Anlagen.
Wie betreutes Wohnen in der Zukunft aussehen könnte, demonstrieren dagegen Studenten der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie haben eine akustische Kamera entwickelt, die Geräusche aufspüren kann. "Die Kamera kann unterschiedliche Schallquellen voneinander trennen und deren Positionen bestimmen", erklärt der Student Felix Pfeiffer. Wenn beispielsweise ein alter Mensch in seinem Haus stürze, würde die Kamera dies bemerken und ein entsprechendes Signal an die Zentrale einer Pflegeeinrichtung senden. So könnten die Helfer schnell alarmiert werden, sagt er.
Der Schutz der Privatsphäre sei dadurch gewahrt, dass nur Signale, aber keine Bilder gesendet würden. Die Hausbewohner müssten sich nur daran gewöhnen, dass sie von Kameras umgeben seien. Sorgen, dass ein Big-Brother-Effekt für Senioren entstünde, habe er nicht, versichert Pfeiffer. Wenngleich bei solch technischen Innovationen immer stark darauf geachtet werden müsse, dass die Privatsphäre geschützt bleibe.

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