Branko Krstonošić, Vorstandsvorsitzender der Wiener Städtische Versicherung – Über die Donau nach Wien
Mittwoch, 19.05.2010.
05:34
(Branko Krstonošić)
Man begegnet nicht zu oft einem Direktoren mit 40 Jahre Berufserfahrung und an der Spitze eines Teams von 900 Mitarbeitern, der wirklich bescheiden, offen und direkt wie Branko Krstonošić wirkt. Seine professionelle Autorität beruht auf seiner beruflichen Handlungskompetenz, langjähriger Erfahrung und erfolgreicher Kommunikation mit Mitarbeitern, bei der es absolut keinen Raum für Angst gibt. In seiner Karriere habe er keine unerwarteten Höhen und Tiefen erlebt, er gehöre nicht zu jenen, die unter einem Glückstern geboren sind, wurde nie durch Nepotismus oder Parteiangehörigkeit begünstigt – sein beruflicher Erfolg gründe sich nur auf Wissen, Geduld und Erfahrung. Er war nicht immer von Umständen begünstigt, es passierte oft, dass er einen schwereren Weg wählt. Viel Glück hatte er aber bei der Auswahl seiner ersten Arbeitsplatzes gehabt, als er dank dem Diplom-Abschluss in Wirtschaftswissenschaft unter einigen angesehenen Unternehmen wählen konnte. Er startete als Rechtsberater im Versicherungswesen und wird in diesem Sektor bis Ruhestand bleiben. In mehr als drei Jahrzehnten hat er nur drei Firmen gewechselt und inzwischen in den Vorstand von Wiener Städtische, einer der führenden Versicherungen in Europa, aufgerückt.
Die Geschichte von seiner Kindheit und Schulzeit bringt eine andersartige Stadt Belgrad, Gesellschaft, Gewohnheiten und Mentalität in Erinnerung. Sein beruflicher Erfolg beweist, dass sich hochwertige Menschen in jedem Geschäftsumfeld zurechtfinden können. Am Anfang seines beruflichen Wegs, Ende Siebzigerjahren ging er an "Bord“ der weitbekannten Belgrader „Dunav osiguranje“ (Donau Versicherung), wo er bald ans Ruder gekommen ist. Die Versicherung "Evropa osiguranje", die erste Greenfield-Investition in diesem Sektor in Serbien, war sein nächster sicherer Hafen. Bald danach wurde er von der "Vienna Insurance Group" für die Umsetzung ähnlichen Projekts engagiert.
- Die "Wiener Städtische Versicherung" ist erst die dritte Firma, zu der ich gewechselt habe – so beginnt Branko Krstonošić das Gespräch mit dem Reporter des Wirtschaftsportals "eKapija"
Leyland, Panzer und Statistik
- Für das Gymnasium habe ich mich, wie die meisten meiner Freunde, während der Sommerferien zwischen der siebten und achten Klasse entschieden, ein Jahr vor der Aufnahmeprüfung, weil ich die Ruhe vor den längsten Ferien am Ende der achten Klasse bewahren wollte. Von Anfang an habe ich Mathematik und Naturwissenschaften bevorzugt. Das Vierte Belgrader Gymnasium befand sich damals in seinem alten Gebäude, an der Stelle der Grundschule „Franc Prešern“, in einem Park zwischen dem damaligen Boulevard "Bulevar oktobarske revolucije" und der Straße Maglajska ulica. Das schöne alte Gebäude zitterte immer, wenn der bekannte rote Bus „Leyland“ Nr. 32 an ihm vorbeifuhr. Der Bus Nummer 32 damals zwischen dem Platz "Trg Republike“ und der Orthopädischen Klinik in Dedinje verkehrt. Wir zogen dann in das neue Gebäude in der Straße Teodora Drajzera ein, aber in der zweiten Hälfte April konnten wir nichts wegen der vorbeifahrenden Panzer hören. Man hat sie nämlich für die große Militärparade vorbereitet. Wir haben mit „Play-back“ geantwortet – erinnert sich Krstonošić.
Die Zeit im Gymnasium sei ihm in bester Erinnerung geblieben, er gedenkt eines großen Freundeskreises, Fußballs, Erfolge des Fußballvereins "Partizan" und wunderschöner Sommerferien an der kroatischen Küste.
- Ich habe mich für die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft auf Empfehlung eines Freundes entschieden, der damals im vierten Studienjahr war, Ich habe die Abteilung für wirtschaftliche Statistik gewählt, welche die meisten Studenten vermieden haben – vor allem wegen meiner Liebe zur Mathematik, Kombinatorik und Relationen.
32 Prüfungen hat er in einer rekordkurzen Frist abgelegt sowie die letzte, 33. Prüfung.
- Nach dem 33. Prüfung war man damals mit dem Studium fertig - ohne Blumen, Lärm, Pomp und Publikum. Nachdem die anwesenden Professoren mir zum Abschluss gratuliert hatten, ging ich in das Studentencafé im Kellergeschoß des Fakultätgebäudes. „Ich habe meinen Diplom-Abschluss gemacht“, sagte ich meinen Freunden dort. „OK, du zahlst dann die nächste Runde“, antworteten sie. Und wir gingen in ein Kaffeehaus, dem Jugendkulturzentrum „Dom omladine“ in der Straße Makedonska ulica gegeüber. Nach einer halben Stunde ging ich nach Hause, um meinen Eltern die glückliche Nachricht zu bringen.
Nach der ersten Euphorie riet man ihn, nicht sofort nach einer freien Stelle zu suchen, weil er den Urlaub in den nächsten sechs Monaten nicht bekommen konnte.
- Das war mir wichtig, weil ich in den letzten fünf Jahren am jeden 1. Juli mit meinen Freunden ans Meer gefahren bin. Ich habe meine Prüfungstermine daran angepasst. Der Ferienort wurde von unserem kleinen Freundekreis schon nach dem Neujahr gewählt. Wir haben uns meistens für die Insel Hvar oder Städte Makarska und Poreč entschieden.
Die Eltern haben ihn nie zu etwas gezwungen und er hat als Vater dieser Methode treu geblieben.
- Mein Vater hat alle Informationen über mich von meiner Mutter bekommen. Er hat mir, ich glaube, nur einmal gefragt „Wie weit ich mit meinem Studium gekommen bin?“. Ich habe ihn nur an meine Mutter angewiesen.
Woher kommst du?
Nach zwei Wochen Urlaub begab er sich auf die Suche nach einem Job.
- Ich habe mich um einige Stellen beworben und bin von allen potenziellen Arbeitgebern zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Es scheint, dass ich einen positiven Eindruck auf alle gemacht habe, weil sie alle mich einstellen wollten. Zum letzten Mal in meinem Leben verlief alles nach meinem Wunsch. So etwas ist mir nie wieder gelungen – nicht weil ich unkundig oder unfähig war, sondern wegen der Umstände. Erst als ich die Grundschule abgeschlossen habe, hat man die Turnhalle gebaut – ich bin acht Jahre lang draußen gelaufen, im Sommer und im Winter. Als ich mein Abitur gemacht habe, beschloss man, den Samstag von dem Stundenplan zu schmeißen. Ich gehöre auch zu wenigen, die keine Wohnung von dem Staat bekommen haben.
In den Siebzigerjahren konnte er unter einigen Arbeitgebern wählen: Volksbank Jugoslawiens, Versicherung "Dunav osiguranje", Vertretungen mancher slowenischen Unternehmen.
- Ich habe mich für das Versicherungswesen entschieden, weil ich nur hier sofort starten konnte. Bei allen anderen musste ich ein wenig warten. Ich startete als Praktikant und blieb 14 Jahre. Alles ist ziemlich normal verlaufen, ohne viele Höhen und Tiefen. Ich war immer maximal gewidmet, wollte ich mir aber nicht viel wegen der Arbeit nerven. Ich habe die „Dunav osiguranje“ als Assistent des Direktors für Versicherung im Privatsektor verlassen, weil ich einfach gesättigt war.
Er startete bei der „Dunav osiguranje“ am ersten Tag nach dem Neujahr, als einer der jüngste Praktikanten.
- Diese Versicherungsgesellschaft ist nur sechs Monate vorher durch Fusion zwei kleineren Firmen entstanden, weshalb alle Kollegen in der ersten Zeit wissen wollten "Woher ich komme?". Bevor ich begriffen hatte, dass sie mich nach meinem früheren Arbeitgeber fragen, habe ich einmal mit Dedinje, ein andermal mit Belgrad geantwortet.
Er erinnert sich noch immer an etwas, was er von einem der Direktoren gehört hat: „Einmal im Versicherungswesen, immer im Versicherungswesen“. Er glaubt, dass er einen guten Beweis für diese Theorie darstellt.
- Dieser Sektor hat eine Anziehungskraft, die nach drei Jahrzehnten nicht abgeschwächt hat. Es handelt sich um Menschen, die sie kontaktieren, weil sie aus verschiedenen Wirtschaftssektoren kommen.
Tradition einer sicheren Zukunft
Er hat seine Fachkenntnisse in der “Dunav osiguranje” erweitert, dieser Sektor war damals viel entwickelter als heute und er hatte die Gelegenheit von den wahren Experten auf diesem Gebiet zu lernen.
- Ich habe als Praktikant zehn schwere Prüfungen bestanden. Die Versicherung benötigt Komfort, gute Bedingungen. In einem unsicheren Geschäftsumfeld kann sie sich nicht wohl fühlen. Früher gab es fast eine Mio. Lebensversicherungsverträge in unserem Land - heute nur 250.000. Vor allem wegen einer schlechten finanziellen Situation, einem anderen Zugang zu Kunden, der kollektive Rabatte und andere Motivierungsmethoden enthalten hat.
Er will sich nicht belehrend vordrängen. Beraten kann er nur einige enge Freunde, weil er nur ihnen sagen kann – Tu das auf diese Weise, weil ich dasselbe getan habe...
Er duldet die Unpünktlichkeit, Ungenauigkeit und Verspätung nicht.
- Ich kann akzeptieren, dass man etwas nicht weiß, aber nur zum ersten oder zweiten Mal. Ich bevorzuge die Zusammenarbeit mit jungen Menschen. Ich passe mich leicht an neuen Trends an, gehöre nicht zu jenen, die auf Veränderungen verzichnten. Ich begreife aber nicht, wenn jemand meine Zeit nicht respektiert. Man hat das früher als Fehlen von guten Manieren bezeichnet.
Er hat nach vielen Jahren nur einem Hobby treu geblieben - Angeln. Er hat sich inzwischen für Karpfen spezialisiert. Er verbracht seine Freizeit oft an der Donau, wo er auch ein Boot hat. Er angelt manchmal auch auf unseren Seen oder in Bosnien und Herzegowina. Alles was er angelt, gibt er in den Fluss zurück.
Branko Krstonošić ist verheiratet und hat zwei Söhne, die im Finanzwelt tätig snd. Der ältere arbeitet bei einer Bank, während der jüngere noch immer nach einer entsprechenden Stelle sucht.
- Das ist der größte Unterschied zur Zeit, als meine Karierre begonnen habe. Ich konnte damals unter einigen Stellen wählen, während es heute mehrere hundert Kandidate für einen Arbeitsplatz gibt. Die Zukunft ist unvorhersehbar und man muss sich rechtzeitig versichern. Man muss sich von Zeit an den Slogan unserer Versicherungsgesellschaft erinnern - "Denken sie an sich selbst, andere werden sich nicht immer erinnern".vorhersehbar und man muss sich rechtzeitig versichern. itsplatz gibt. ned siernehmen.
T.S.
Wiener Städtische osiguranje a.d.o. Beograd
Vienna Insurance Group AG Wien
VIG Real Estate d.o.o. Beograd
Dunav osiguranje a.d.o. Beograd

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