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"Geheimnis von Neu Belgrad” – Überraschende Tatsachen aus der Geschichte der serbischen Hauptstadt

Quelle: eKapija Mittwoch, 21.04.2010. 02:32
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Zoran Nikolić (FotoLična arhiva)Zoran Nikolić

Wissen Sie vielleicht, dass durch Belgrad nicht nur zwei, sondern drei Flüsse geflossen sind, oder warum die Eisenbahnbrücke viermal abgerissen worden ist, wo man die erste Fernsehsendung ausgestrahlt hat und wie "Škoda" einen Turm auf dem alten Messegelände gebaut hat, von wem Besucher mit geöffneten Fallschirmen gesprungen sind?

Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen können Sie im neuen Buch von Zoran Nikolić und Mirko Radonjić „Geheimnis von Neu Belgrad“ finden. Das Buch über die wenig bekannte Geschichte von Neu Belgrad erscheint am 20. Mai, am Tag, als der Premier des Königreichs Jugoslawien Milan Stojadinović 1938 die Arbeiten an der Aufschüttung von Neu Belgrad eröffnet hatte.

- Heutige Bewohner von Belgrad glauen, dass Neu Belgrad früher eine sandige Heide war. Wir haben die erstaunlichsten Wissenslücken, wenn es um die Geschichte unserer Stadt geht – und interessanterweise, beträchtlich mehr wenn es sich um die nähere Vergangenheit handelt. So etwas ist vor allem dem Zusammenstoß zwischen widerspruchlicher Ideologien zu verdanken. Unser Buch will bisher unbekannte Tatsachen über die Expansion einer Großstadt ans Licht bringen – gab Zoran Nikolić, einer der Autoren des Buchs „Geheimnis von Neu Belgrad“ in einem Interview für das Wirtschaftsportal „eKapija“ bekannt.

Unsere Stadt Belgrad verdient, manchmal aus einem anderen Winkel oder einfach tiefer beobachtet zu werden, glaubt Zoran Nikolić.

Gemeinsam mit Vidoje Golubovićem hat er im Buch „Belgrad unter Belgrad“ mehrere Geheimnisse aus dem Belgrader Untergrund entdeckt. Das Buch hat bisher sechs Auflagen gehabt. Die Geheimnisse mancher Gebäude in Belgrad hat er in seiner eigenen Publikation „Freimaurer-Symbole in Belgrad“, die bald zum dritten Mal erscheinen soll.

Im Buch “Belgrad unter Belgrad” entdeckt er die versteckten “Unterschriften” früherer Herrscher und Eroberer, die unter der Erdoberfläche – Kerker, Bunker, Schutzräume gebaut haben, sowie geheime Gänge, versteckt unter Bürgersteigen und Straßen der serbischen Hauptstadt.

- Unser Buch „Belgrad unter Belgrad“ hat einen guten Widerhall gefunden. Die Forschung im Untergrund der Hauptstadt war eine große Herausforderung für uns. Eine Nachricht, dass man unter einem Haus in der Straße Cara Dušana, dem ältesten in Belgrad, einen interessanten Untergrundtunnel gefunden hat. Der Tunnel war da, aber gemauert, weil Fundamente später gebauter Gebäude tiefer liegen, weshalb man diesen Tunnel unterbrochen hat – erzählte uns Nikolić.

Wichtige Hinweise haben sie von älteren Belgradern bekommen, sagte er.

- Wir haben auf diese Weise die wundervolle Welt unter dem Park Tašmajdan entdeckt. Es handelt sich um einen Untergrundraum, der einige tausend Quadratmeter einnimmt – da sind Höhlen, die von Römern, Türken und Österreichern genutzt worden waren. Wir haben die Trassen der römischen Wasserleitungen, österreichische Kerker und geheime Gänge in Zemun, in der Straße Karađorđeva, im Viertel Senjak sowie Untergrundwasser in der Stadt. Unser Buch nimmt konstant zu – erklärte der Autor.

Alle geheimen Gänge, Höhlen und Räume, beschrieben im Buch, könnten auf verschiedene Weisen genutzt werden – vor allem als touristische Attraktion. Es scheint aber, dass Belgrad für Geheimnisse im Untergrund noch immer nicht bereit sei.

Freimaurerer-Symbole in Belgrad beweisen, wie wichtig diese Stadt in den vergangenen Jahrzehnten für europäische Freimaurer gewesen war.

- Geheimnissen im Untergrund haben jene auf der Oberflächegefolgt. Es handelt sich um Freimaurer-Symbole, die man an vielen Gebäuden in der Stadt finden kann:–Von Pyramiden an der Fassade der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, über das Grabmal des unbekannten Soldaten auf dem Avala von Ivan Meštrović ,der dieser Bruderschaft gehört hat, oder Persönlichkeiten wie John Weifert, die auf Banknoten abgebildet sind, bis Symbolen auf städtischen Friedhöfen oder dem bekannten Schriftsteller Branislav Nušić, der unter einer Freimaurer-Pyramide begraben worden war.

- Ich bin zu der Einsicht gelangt, dass alles, was ich von der Geschichte dieser Stadt weiß, nur kleine Mosaikstückchen sind.

Das dritte Buch ist die logische Fortsetzung der ersten zwei. Autoren wollten die Stadt auf dem anderen Ufer der Save erforschen. Dokumente, die sie gefunden haben, haben sie davon überzeugt, dass die Geschichte von Neu Belgrad merkwürdigerweise „Terra incognita“ gewesen sei.

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