Minister erschossen wegen gescheiterter Währungsreform?
Freitag, 19.03.2010.
11:28
(Kim Jong Ils )
Pak Nam-gi (77), der ehemalige Direktor des Finanz- und Planungsamtes des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Koreas, wurde, angeblich, wegen der weitestgehend gescheiterten Währungsreform vom Dezember erschossen. Während schon im Februar Gerüchte aufgekommen waren, dass Pak seine politischen Positionen verloren habe und seit Mitte Januar von der Bildfläche verschwunden sei, verdichten sich nun die Vermutungen, er sei verhaftet, vielleicht sogar öffentlich exekutiert worden.
Es handelt sich um keinen unbedeutenden Sündenbock.. Noch im vergangenen Jahr war er ein vielgesehener Teilnehmer bei der Dauertournee Kim Jong Ils durch die Stahlwerke und Schweinefabriken seines Landes. Angeblich wurde Pak vorgeworfen, die Wirtschaft Nordkoreas ruiniert, die öffentliche Meinung negativ beeinflusst und die Vorbereitung der Nachfolge Kim Jong Ils in Gefahr gebracht zu haben.
Dies wäre die erste Exekution eines wirklich hochrangigen Offiziellen seit der von Suh Kwan-hee 1998. Dieser wurde für die Hungerkatastrophe von 1994 – 1998 verantwortlich und dementsprechend zum Sündenbock gemacht.
In einem überraschenden Politikdiktat wurde in Nordkorea eine neue Währung eingeführt. Am 1. Dezember wurde der alte nordkoreanische Won zum Wechselkurs 100:1 zum neuen Won ausgetauscht. Dies ist die erste Währungsumstellung seit 17 Jahren in Nordkorea. Hintergrund der Aktion ist nicht, wie vielfach berichtet, die hohe Inflation und sozusagen eine Inflationsbereinigung (wie etwa vor Jahren in der Türkei), sondern das Problem der unkontrollierten Geldmengenverteilung: Händler haben sich in den vergangenen 10 Jahren, in denen das Zentralverwaltungssystem praktisch zusammengebrochen ist, eine wichtige Stellung erobert, die sie immer unabhängiger vom Staat macht.

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