Serbischer Milliardär kauft "Jat Airways" - Regierung verhandelt über strategische Partnerschaft
Freitag, 26.02.2010.
11:41
Ein einheimischer Milliardär habe unlängst der Regierung Serbiens die strategische Partnerschaft für die Übernahme der nationalen Fluggesellschaft "Jat Airways" geboten, erfährt die Belgrader Tageszeitung "Blic". Beide Seite könnten in nur einigen Tagen zu einer Eingung kommen, berichtet "Blic" unter Berufung auf eine informierte Person in der Regierung Serbien. Wenn der Staat das Angebot dieses wohlhabenden Serben akzeptiert, könnte die Luftfahrtgesellschaft schon im März 2011 unter einem neuen Namen starten.
Der potenzielle Käufer sei für einer 51%-Beteiligug an der "Jat Airways" interessiert. Der Staat kann restliche 49% behalten. Die neue Gesellschaft würde unter dem Namen "Jat Airlines" registriert. Der neue Partner würde den Vertrag mit dem "Airbus" im Wert von 23,5 Mio. Euro übernehmen. Der Staat würde das bestehende Anlagevermögen des Unternehmens investieren. Für die finanzielle Stabilisierung des angeschlagenen Unternehmens wäre der neue Partner zuständig.
- Der künftige Käufer könnte nur ein Flugzeug aus der bestehenden Flotte übernehmen. Zehn neue Luftfahrzeuge sollten geleast werden. Der reiche Unternehmer sei bereit, einen Teil des bestehendne Personals zu übernehmen, aber nur jene, die genug qualifieziert sind - entdeckt unsere Quelle. Die Gesellschaft könnte schon ab dem nächsten Jahr mit Gewinn arbieten, behaupte der potenzielle Partner.
Die "Jat Airways" verfügt momentan über 15 Flugzeuge, die mehr als 20 Jahre alt sind. Nur 10 können zum Verkehr zugelassen werden. Man hofft auf den erfolreichen Abschluss der bisher seriösesten Verhandlungen über die Privatisierung der "Jat Airways", weil die Gesellschaft in solchen Fälle schon im März 2011 seine Tätigkeit aufnehmen könnte. Die Gesellschaft hat im Vorjahr Verluste in Höhe von 15 Mio. Euro verbucht.
Die Quelle von "Blic" wollte aber nicht die Identität des potenziellen Partners entdecken, erklärte nur dass es um "einen seriösen Geschäftsmann geht, der sich bisher nicht kompromittiert hat". Er kam ohne jede Ankündigung vor die Regierung Serbiens mit drei Investitinonsprogrammen, von denen die Investition in die "Jat Airways" am interessantesten war.
- Es handelt sich um einen reichen und ehrlichen Mann, der keinesfalls als Tycoon bezeichnet werden kann. Seine Name ist sehr selten in Medien erschienen und bisher nie in einem negativen Kontext. Er hat sich, außerdem, in Serbien bereichert - behauptet die Quelle von "Blic".
Arbeitsgruppe für Verhandlungen mit Airbus
Die Regierung Serbiens hat eine Arbeitsgruppe für die Verhandlungen über die Veränderung eines Vertrags zwischen der "Jat Airways" und "Airbus" gebildet, erklärte Miodrag Miljković, Gruppenleiter und Staatssekretär für Luftverkehr. "Airbus" sei bereit, die Anzahl und den Typ der zu liefernden Flugzeuge zu verändern, behauptet er.
- Wir glauben ,dass die Frage des Vertrags zwischen "Jat Airways" und "Airbus" bis Ende dieses Jahres gelöst wird - sagte Miljković. "Jat Airways" und "Airbus" haben 1998 einen Vertrag über den Erwerb von acht Flugzeugen vom Typ A 319 unterzeichnet. Sie sllten zwischen 2000 und 2005 an Serbien geliefert werden.
Mehrere potenzielle Partner und Käufer
Großes Interesse für die "Jat Airways" hat vor dem erwähnten serbischer Milliardär auch die "Turkish Airlines" gezeigt. Nachdem man ihnen die Bedingungen für die Übernahme präsentiert hatte, gaben die Vertreter der türkischen Luftfahrtgesellschaft die Idee auf. Vor einem Monat suggerierte die serbische Regierung, laut Milutin Mrkonjić, Infrastrukturminister, der deutschen Fluggesellschaft "Air Berlin", die Möglichkeit einer strategischen Partnerschaft mit der serbischen Gesellschaft zu überlegen. Die Deutschen waren aber nicht interessiert.
Ein Angebot für die "Jat Airways" habe auch die russische "Aeroflot" gegeben, behauptete 2007 der damalige Infrastrukturminister Velimir Ilić. Das Angebot wurde nie realisiert. Die Spekulationen griechischer Medien, dass die griechische "Marfin"-Grupe die "Jat Airways" gekauft habe, haben sich inzwischen als falsch erwiesen.
(Anmerkung: Artikel übernommen aus der Tageszeitung "Blic" vom 26.02.2010)
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