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Mittagessen in der Mozart-Loge – Einzigartiges Konzept des Belgrader Restaurants „Little Bay“

Quelle: eKapija Mittwoch, 24.02.2010. 14:30
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Podeli

Die schönsten Opernarien, Porträte weltbekannter Komponisten umgeben von schweren roten Draperien und goldenen Ornamenten – das sind nur einige Details des Interieurs im Restaurant „Little Bay“. Theaterlogen waren das Leitmotiv bei der Einrichtung dieses Innenraums. Sie tragen Namen berühmter einheimischer und ausländischer Komponisten: Mokranjac, Strauss, Mozart, Bach, Hendl, Bizet, Beethoven, Chopin oder Tchaikovsky. Dem Interieurdesigner ist gelungen, die kuschelige Theateratmosphäre zu schaffen – mit einem großen Unterschied – in diesem „kleinen Theaterk“ kann man Gerichte der modernene europäischen Küche genießen.

Das Restaurant „Little Bay“ befindet sich in der Dositejeva Straße in Belgrad, nur ein paar Schritte entfernt vom Nationaltheater.

- Wir haben fast ein Jahr nach einen entsprechenden Standort gesucht, mit Wunsch, dem Theater und Theaterliebhaber so nah wie möglich zu sein – so beginnt ein Interview, das der Restaurantdirektor und -designer Dejan Bogdanović dem Wirtschaftsportal „eKapija“ gegeben hat.

- Unser Barockinterieur stellt etwas Einzigartiges in der Welt dar. Ausländische Touristen sind begeistert, sie macen Fotos, stellen Fragen zur Idee und dem Konzept. Einheimische Gäste glauben aber, dass unser Restaurant nur Kopie des gleichnamigen Londoner Restaurants ist. Die Restaurantkette „Little Bay“ besteht aus vier Objekten in London und unser ist das erste außerhalb Großbritanniens. Alle fünf haben einen Besitzer – Herrn Peter Ilić, geboren in Kraljevo (Serbien), aber seit 40 Jahren mit Wohn- und Firmensitz in London.

Unbelastet und ohne Erfolgdruck wollte er in Belgrad eine Gaststätte eröffnen, in der man klassische Musik höhren und Spitzenspezialitäten genießen könnte. Als Restaurantdirektor wollte er zunächst ein Objekt mit Galerie, um den Raum maximal zu nutzen. Der Designer in ihm entschied sich für ein Interieur, das an Oper erinnert.

Komplizierte administrative Prozeduren haben die Realisierung der ganzen Idee verhindert. Besonders stolz ist Bogdanović darauf, dass er serbischen Künstlern die Innenausstattung anvertraut hat. Zwölf junge Künstler veredelten den Raum für 100 Gäste mit Hilfe des italienischen Bühnenbildners Fabio Fioretti (Filme „Gangs of New York“, „Hidalgo“, „Caravaggio“, „Pinocchio“...)

Die Innenausstattung des Restaurants hat fast 300.000 Euro gekostet.

Verbindung zwischen London und Belgrad

Der einzige Unterschied zwischen Restaurants in London und jenem in Belgrad ist ihr Interieurdesign. Alle vier bieten das gleiche Menü, erstellt vom britischen Koch serbischer Herkunft Tom Ilić. Die Portionen in Belgrad sind aber bis zu 50% größer, weil Einheimische im Unterschied zu Briten oft keine Vor- und Nachspeise bestellen.

- Wir reden von zwei unterschiedlichen Esskulturen. Unsere Menschen bestellen nur das Hauptgericht. Diese Gewohnheit blieb unverändert sogar als wir das dreigängige Menü zum Preis eines Hauptgerichtes geboten haben.

Peter Ilić will jetzt versuchen, seinen Gästen in London die Oper-Stimmung aus dem Belgrader „Little Bay“ zu bieten. Es gibt Interesse am Bau eines identischen Restaurants. Bogdanović könnte hier die ganze Idee verwirklichen – Jede Loge sollte eine eigene Tür und einen Ausblick auf die zentrale Musikbühne haben.

Das Projekt sieht Spiraltreppen vor, die zu Logen in der zweiten und dritten Galerie führen sollen.

Musikauswahl

“In einem Kaffeehaus zu spielen?”, so reagierten einige angesehene Musiker in Seriben auf das Angebot, in „Little Bay“ aufzutreten. Aber nur am Anfang, 2006. Die Situation ist heute ganz anders. Der Auftritt in diesem Lokal verleiht jedem Prestige. Angesehene Musiker wie Miša Krstić, Predrag Krstić-Kokan oder Slobodan Ramjanac treten ansonsten sehr selsten in Serbien auf.

- Wir sind stolz darauf, dass die begabtesten jungen Musiker bei uns auftreten. Jeden Abend, ab 21.00 Uhr könnt ihr hier die klassische Musik hören. Montag und Mittwoch sind für Jazz reserviert. Die Musiker treten sonntags während des Mittagessens auf – erklärt Bogdanović und fügt hinzu, dass Reservationen sowohl für Abendessen als auch Mittagessen notwendig sind.

Gäste entscheiden, wie viel sie zahlen

Genauso wie in Restaurants in London ermöglichte “Little Bay” an jedem Montag vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2009, dass Gäste selbst entscheiden, wie viel sie für das Mittag- oder Abendessen zahlen. Im Unterschied zu London, wo der Gewinn tortz der Finanzkrise um 20-30% gestiegen ist, zahlten die Belgrader Gäste durchschnittlich genau so viel wie vor der Aktion.

- Im Unterschied zu London hat unsere Aktion in Belgrad die Aufmerksamkeit der Medien nicht besonders erregt. Wir sind trotzdem mit den Ergebnissen zufrieden – behauptet Bogdanović.

Zusammenarbeit mit der Stiftung „Ana und Vlade Divac“

“Little Bay” arbeitet sehr lange mit der humanitären Stiftung “Ana und Vlade Divac“ – HOD. Man hat schon zwei Spenden-Abendessen veranstaltet, bei denen 6.000 bzw. 8000 Euro für die Versorgung von Flüchtlingen gesammelt worden sind. Man wird bald die dritte Abendessen organisieren. Bogdanović ist froh darüber, durch Auswahl von Speisen und Getränken die Sammlung von notwendigen Spenden für bedürftige Bürger zu unterstützen.

J.Đ.

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