Grünes Licht für Ostsee-Pipeline – Arbeiten im Wert von 7,4 Mrd. Euro beginnen im April
Samstag, 13.02.2010.
23:42
Die finnischen Umweltbehörden erteilten gestern eine noch ausstehende Genehmigung für den Bau der milliardenschweren deutsch-russischen Erdgas-Pipeline durch die Ostsee.
Die Bauarbeiten für die deutsch-russische Erdgasleitung durch die Ostsee sollen voraussichtlich im April beginnen und bereits nächstes Jahr abgeschlossen werden. Für das umstrittene Projekt hat das deutsch-russische Gemeinschaftsunternehmen Nord Stream vorerst 7,4 Milliarden Euro veranschlagt. Die 1200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline soll ab 2011 sibirisches Erdgas vom russischen Hafen Wyborg nach Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern führen und im Jahr 2016 die volle Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern jährlich erreichen.
Nach internationalem Recht musste der Bau von den Staaten gebilligt werden, deren Wirtschaftszonen berührt sind. Nach Dänemark und Schweden hatte auch die Regierung in Helsinki Ende vorigen Jahres Zustimmung signalisiert, sie aber von weiteren Informationen über mögliche Umweltauswirkungen abhängig gemacht. Die zuständige Behörde genehmigte nun den Bau der 375-Kilometer-Pipeline durch die finnische Wirtschaftszone.
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin war vorgestern auf einem Gipfeltreffen der Ostsee-Anrainerstaaten bemüht, die Umweltbedenken herunterzuspielen und äußerte sich verwundert über die "emotionalen Reaktionen" auf das Bauvorhaben. So forderte der estnische Premier Andrus Ansip umfassende wissenschaftliche Untersuchungen an. Putin erklärte indes, diese lägen bereits vor und garantierten absolute Sicherheit.
Die Trägergesellschaft Nord Stream gehört zu 51 Prozent dem russischen Gazprom-Konzern. Die deutschen Firmen E.ON Ruhrgas und Wintershall sind mit je 20 Prozent beteiligt, die niederländische Gasunie hält neun Prozent. Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Aufsichtsratsvorsitz bei der Nord Stream AG übernommen
Gazprom Moscow

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