Menschen glauben zunehmend, dass der Kapitalismus mehr schadet als hilft
Illustration (FotoDitty_about_summer/shutterstock.com)
Diese Zahlen gehen aus dem neuesten „Trust Barometer“ der amerikanischen Kommunikationsagentur Edelman hervor. Dafür werden jedes Jahr etwa 34.000 Menschen in 28 Ländern in halbstündigen Online-Interviews befragt. Die Umfrage wird seit zwei Jahrzehnten durchgeführt und ist damit als Instrument zur Messung der Vertrauensentwicklung besonders.
Die Autoren der Studie gaben an, dass frühere Umfragen, die ein zunehmendes Gefühl der Ungleichheit zeigten, sie dazu veranlassten, zu fragen, ob die Bürger jetzt grundlegendere Zweifel an den kapitalistisch geprägten Demokratien des Westens haben, berichtet Reuters.
- Die Antwort lautet ja - sagte David Bersoff, leitender Forscher der Studie des US-amerikanischen Kommunikationsunternehmens Edelman.
- Die Menschen fragen sich auf dieser Ebene, ob das, was wir heute haben und die Welt, in der wir heute leben, für eine gute Zukunft optimiert ist.
An der Umfrage nahmen mehr als 34.000 Menschen in 28 Ländern teil, von westliberalen Demokratien wie den Vereinigten Staaten und Frankreich bis zu solchen, die auf einem anderen Modell wie China und Russland basieren.
Mehr als die Hälfte der Befragten (56%) stimmt zu, dass "der Kapitalismus in seiner heutigen Form der Welt mehr schadet als nützt", fügt Reuters hinzu.
Das mangelnde Vertrauen in den Kapitalismus ist in Thailand, Indien und Frankreich am ausgeprägtesten
Auf nationaler Ebene war das mangelnde Vertrauen in den Kapitalismus in Thailand mit 75% und in Indien mit 74% am höchsten, während Frankreich mit 69% knapp dahinter lag. In anderen asiatischen, europäischen, Golf-, afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten liegt das Ergebnis auch über 50%.
Nur in Australien, Kanada, den Vereinigten Staaten, Südkorea, Hongkong und Japan stimmten die Mehrheiten nicht mit der Behauptung überein, dass der Kapitalismus gegenwärtig mehr Schaden als Nutzen anrichtet.
Die Umfrage bestätigte eine Reihe von bekannten Bedenken, die von Besorgnissen über das Tempo des technologischen Fortschritts und der Arbeitsplatzunsicherheit über Misstrauen gegenüber den Medien bis zu dem Gefühl reichten, dass die nationalen Regierungen den heutigen Herausforderungen nicht gewachsen waren, schreibt Reuters.
Die Menschen vertrauen mehr dem Geschäft als den Regierungen
Innerhalb der Daten gab es Unterschiede, wobei die Asiaten in Bezug auf ihre wirtschaftlichen Aussichten optimistischer waren als andere auf der ganzen Welt. Es gab auch eine wachsende Kluft in Bezug auf die Einstellungen nach Status, wobei die wohlhabenden und hochschulgebildeten Menschen mehr Vertrauen darin haben, wie die Dinge laufen.
Von möglichem Interesse für die in dieser Woche in Davos versammelten Unternehmensleiter war die Feststellung, dass das Vertrauen in die Unternehmen das Vertrauen in die Regierungen überwog und dass 92% der Mitarbeiter sagten, die CEOs sollten sich zu den aktuellen sozialen und ethischen Themen äußern.
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