Christophe Le Roux, Direktor von "Interex" – Wir setzen unsere Investitionen in Serbien fort
Montag, 25.05.2009.
14:49
Lebensmittelpreise möglichst niedrig zu halten und das Sortiment der Erzeugnisse unter dem eigenen Markennahme zu erweitern - so sieht die Strategie der französischen Supermarktkette "Interex" für Serbien aus.
In einem Interview für das Wirtschaftsportal "eKapija" kündigte Christophe Le Roux, Direktor von "Interex Srbija" die Eröffnung von weiteren vier Supermärkte in Serbien bis Ende dieses Jahres an. Das Unternehmen ist momentan in sieben serbischen Städten präsent und sogar mit zwei Supermärkten in Čačak. Le Roux betont, dass "Interex" zehn Supermärkte jährlich in folgender Zeit eröffnen und an diesem Markt selbstständig auftreten will. "Interex" gehört zur französischen Lebensmittelkette "Intermarche".
- Mitte April dieses Jahres haben wir einen Supermarkt auf 1500 m2 in Čačak eröffnet. Nächste zwei Objekte sollen in Sremska Mitrovica und Obrenovac gebaut werden, für andere zwei haben wir uns noch nicht definitiv entschieden. Es handelt sich um die erste Entwicklungsphase, in dem das Hauptgewicht auf den Aufbau des Supermarktnetzes gelegt wird. Wir haben noch immer nicht die Anzahl der Objekte in anderen Ländern erreicht. In Serbien haben wir bisher ausschließlich Greenfield-Investitionen realisiert – sagte Le Roux. Er wollte aber nicht präzisieren, wie viel sein Unternehmen bisher in Serbien investiert hat.
Unser Gast wies auch darauf hin, dass "Interex" für seine Investitionen vorwiegend mittelgroße Städte wählt im Unterschied zu anderen europäischen Supermarkt- und Hypermarktketten, die ihre Objekte weit entfernt vom Stadtzentrum stationieren. Die größten Objekte nehmen eine Fläche von 2500 m2 und befinden sich in der Nähe der städtischen Zonen. Die Tatsache, dass "Interex" sogar 3500 Supermärkte in Frankreich betreibt, davon keinen in der Hauptstadt Paris, illustriert diese Entwicklungspolitik am besten. Belgrad stellt deshalb eine Ausnahme dar, aber jeder seriöse Investor an diesem Markt muss der Hauptstadt Serbiens Vorrang geben – erklärt Le Roux.
- Der serbische Markt ist relativ klein, mit vielen großen Spielern, so dass die Konkurrenz ziemlich hart ist. Mit bisherigen Ergebnissen sind wir zufrieden und wir haben einen Marktanteil von 2% erreicht. Realtiv niedrige Preise und eine vierzigjährige Erfahrung gehören zu unseren grüßten Vorteilen im harten Konkurrenzkampf am serbischen Markt.
"Interex" bietet rund 15 000 Artikel, davon 500, die seinen eigenen Markennamen tragen. Ein Teil dieser Produkte, vor allem Nahrungsmittel, wird in Serbien erzeugt. Nur 2,5% des Sortiments entfällt auf den Import. Roux betont, dass in Serbien hergestellte Erzeugnisse noch immer nicht ausgeführt werden, aber dass diese Möglichkeit in der Zukunft nicht ausgeschlossen ist.
- Wir stellen fast 100 Artikel in Serbien her: Obstsäfte, Süßwaren, Kekse. Alles, was hohen Normen unserer Gruppe entspricht und zugleich zu günstigen Preisen verkauft werden kann. Die meisten importierten Artikel sind eben unsere Erzeugnisse. Der Export aus Serbien ist noch immer zu teuer und kompliziert, vor allem wegen der anspruchsvollen Bedingungen des EU-Marktes, Transport- und Zollkosten - erklärt Le Roux und betont, dass die Erhöhung der Anzahl eingener Erzeugnisse zu den Entwicklungsprioritäten des Unternehmens gehört.
"Interex" gehört zu Supermarktketten mit den niedrigsten Nahrungsmittelpreise, das bestätigte unlängst eine Forschung, die 1 000 meist gefragte Artikel in Serbien umfangen hat. Die Gruppe "Intermarche" hat mehr als 5000 ihrer eigenen Erzeugnisse.
"Interex" ist in neun europäischen Ländern tätig. Nur in Polen betreibt die Gruppe 150 Supermärkte sowie mehrere Lebensmittelwerke, hebt Le Roux hervor.
Als größte Probleme, auf welche das französische Unternehmen in Serbien stößt, nannte Le Roux das aufgeblähte Verwaltungsapparat, ungeklärte Eigentumsverhältnisse und langsame und komplizierte Prozeduren.
- Auf komplizierte administrative Prodzeduren stoßen wir nicht nur hier, sondern auch in Frankreich, aber das strenge Regime und nichtmarktwirtschaftliche Benehmen belasten die hiesige Wirtschaft.
Genauso wie andere ausländische Investoren weist der erste Mann von "Interex" in Serbien auf Probleme mit dem Pachten und Unsicherheit beim Vertragsabschluss hin.
- Wenn sie in Frankreich einen Grunstück kaufen, sind sie sicher, dass niemand in der Umgebung in folgenden 7 bis 8 Jahren die ähnliche Tätigkeit aufnehmen oder ein ähnliches Objekt bauen will. Die Planung ist deshalb beträchtlich leichter. In Sombor hat man 3 oder 4 große Supermärkte in einer Straße gebaut. Das ist nicht unbedeutend, weil der Investor im ersten Fall geschützt ist.
Die aktuelle Finanzkrise habe, laut Le Roux, die Entwicklungspläne von "Interex" in Serbien nicht beeinträchtigt. Die geplante Investitionsdynamik bleibt unverändert. Manche Folgen der Weltwirtschaftskrise könnten sich sogar positiv auswirken, z.B. auf Immobilien- und Grundstückpreise, die überschätzt worden waren, hebt unser Gast hervor.
- Unsere Entwicklungspolitik verbietet die bedingungslose Jagd nach zu teueren Bauplätzen und attraktivsten Standorten, um die Konkurrenz zu übertreffen. Wir warten auf den richtigen Moment, wenn der Markt sich beruhigt hat, um zu investieren.
"Interex" ist seit 1999 in Südosteuropa präsent, seit der Eröffnung seines ersten Supermarkts in Sarajevo. Montenegro ist momentan nicht im Plan, weil es um einen kleinen Markt mit einer zu teueren "Eintrittskarte" geht.
"Interex" beschäftigt 300 Arbeiter in Serbien.
T.S.

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