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Mangalizaschweine, Wald Bojčinska šuma und Kulturveranstaltungen – Treibende Kräfte der wirtschaftlichen Wiederbelebung der Gemeinde Surčin

Quelle: eKapija Montag, 11.05.2009. 15:46
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(Ethno-Restaurant "Bojčinska koleba")

Die wirtschaftliche Entwicklung des jüngsten Belgrader Stadtbezirks, Surčin, beruht auf drei Pfeilern: Landwirtschaft, Tourismus und Kultur, erklärte Vojislav Janošević, Bürgermeister von Surčin und erinnerte daran, dass fast 80% der Bezirksbewohner in der Landwirtschaft tätig sind sowie dass die Ortschaft, an der Save, ein großes Potenzial für die Entwicklung des sogenannten "Sandwich-Tourismus" hat.

- Wir wollen unsere Naturschönheiten allen Bürgern zugänglich machen und uns zunächst auf die Entwicklung des Ausflugtourismus orientieren. Gleichzeitig werden wir den organisch-biologischen Anbau von Obst und Gemüse und die Herstellung von Biokost unterstützen. Interessierte Landwirte können vom Bezirk Mangalizaferkel und finanzielle Unterstützung für die Errichtung von Gewächshäusern bekommen. Wir wollen unseren Mitbürgern helfen, Ethnotourismus durch Eröffnung von privaten Pensionen zu entwickeln. Es handelt sich um eine interessante Selbstbeschäftigungsmöglichkeit - erklärte er im Wald Bojčinska šuma im Dorf Progar.

(Freilichtbühne)

Im Dorf Progar wurde, unter anderem, eine einzigartige Freilichtbühne nach dem Projekt des Architekten Zdravko Milenković gebaut. Die kulturelle Veranstaltung "Bojčinsko kulturno leto" (Sommer und Kultur in Bojčin) startete Anfang Mai. Das erste Konzert auf dieser Bühne gab die bekannte Opersängerin Jadranka Jovanović. Die Kulturveranstaltung findet jedes Wochenende bis Ende September statt. Das öffentliche Unternehmen für Kultur und Tourismus des Stadtbezirks Surčin plant fast 40 Konzerte, Musik- und Kulturveranstaltungen.

Gleich neben der Freilichtbühne liegt das Ethno-Restaurant "Bojčinska koleba", ein ungewöhnliches gastgewerbliches Objekt, das aus mehreren typisch syrmischen, mit Schilf bedeckten "Schweinhirten-Hütten" besteht. Mit der Musik eines Tamburizza-Orchesters im Hintergrund können Gäste hier authentische, traditionelle Speisen genießen: Schafsgulasch, Schweinehirten-Nudeln, syrmischen kalten Aufschnitt u.Ä.

Nach dem Mittagessen kann man sich für eine Fiakerfahrt durch den Wald entscheiden, der sich auf einer Fläche von 700 ha erstreckt. Unweit vom Restaurant hat man einge Schweineställe für Mangalizaschweine gebaut. Man kann sich hier mit dieser interessanten Schweinerasse, noch so dicht behaart wie ihre Vorfahren, die Wildschweine, bekannt machen.

Schwalbenbäuchige Mangalizaschweine und Gewächshäuser

Aleksandra Jelesijević-Gligorić, Leiterin der Abteilung für Wirtschaft, Landwirtschaft und Umweltschutz des Stadtbezirks Surčin erklärt, dass das öffentliche Unternehmen "Agrar" zwei Projekt zur Förderung der organisch-biologischen Landwirtschaft gestartet hat – die Haltung von schwalbenbäuchigen Mangalizaschweinen und Errichtung von Gewächshäusern (240 m2) für den Gemüseanbau.

- Das Stastbezirk Surčin hat im Vorjahr eine Herde mit 30 Sauen und einem Eber gekauft, die heute 200 schwalbenbäuchige Mangaliza zählt. Sie leben frei im Wald Bojčinska šuma, ernähren sich selbstständig, auf natürliche Weise mit Waldfrüchten und Gras. Interessierte Landwirte können von uns drei Mangalizaferkel bekommen. Sie verpflichten sich dazu, drei Ferkel in zwei Jahren zurückzugeben – sagte Jelesijević-Gligorić. Man will auf diese Weise die Verarbeitung von Fleisch und die Herstellung von Fleischwaren fördern.

Ein Kilo Mangaliza-Grieben kostet fast 750 und ein Kilo Mangaliza-Fett Dinar, sagt sie.

(Aleksandra Jelesijević-Gligorić)

Der Entstehungszeitpunkt der Mangaliza-Schweinrasse geht auf die dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Sumadia-Schweine wurden mit einer damals verbreiteten ungarischen Rasse gekreuzt. Ende des 19. Jahrhunderts war das Magaliza, das sich durch dicke Fettpolster auszeichnet, bereits zur führenden Zuchtrasse aufgestiegen.

Mangalzia-Schwein wurde ab 50er Jahren von englischen Schweinerassen so rigoros verdrängt, dass Ende der siebziger Jahre sehr wenige reinrassige Exemplare gezählt wurden. Heute werden sie wieder gezüchtet. Weil ansonsten heute magerem Fleisch der Vorzug gegebn wird, werden Wollschweine allerdings nur noch selten gehalten. Ihr fettreiches, schmackhaftes Fleisch wird in Spanien unter anderem für Serrano-Schinken und in Ungarn zur Herstllung der traditionellen Salami verarbeitet.

Der Gemüseanbau wird momentan in 25 Gewächshäusern betrieben. Landwirte, die sie durch Wettbewerb bekommen haben, sollen sie innerhalb von vier Jahren zurückzahlen.

Aleksandra Jelesijević-Gligorić wies darauf hin, dass das öffentliche Unternehmen "Agrar" 2007 gegründet worden war, um die landwirtschaftliche Genossenschaften zu rekonstruieren und wiederzubeleben und individuellen Landwirten durch Beratung und Versorgung mit Rohstoffen zur Herstellung von Biokost zu ermutigen.

Nautisches Dorf

Ein Komplex mit 15 Wasserhäusern im Dorv Boljevci in Surčin steht allen Naturfans ab Anfang Juni zur Verfügung. Der Komplex ist per Boot erreichbar. Kleine touristische Schiffe fahren die Gäste vom Kai im Wohnblock 45 in Neu Belgrad bis zum Dorf Boljevci. Ein Haus im Nautikdorf kann für 2500 Dinar pro Tag gemietet werden.

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