Gazprom empfiehlt Europa, Gasimporte aus Russland zu erhöhen
Quelle: Tanjug
Mittwoch, 14.02.2018.
14:36
Mittwoch, 14.02.2018.
14:36
Abbildung (Fotonostal6ie/shutterstock.com)
- Europa hat ganz falsch angenommen, kein zusätzliches Gas zu brauchen, und wenn nötig, entsprechende Mengen von anderen Anbietern, statt von Russland zu kaufen - sagte Medwedew gegenüber Reuters, und wiederholte, dass Gaslieferungen aus den USA oder Katar nicht ausreichen würden, um den Bedarf zu decken.
Hintergrund ist eine Initiative der USA, den Einfluss Russlands in Europas Energiepolitik zurückzudrängen. Die US-Regierung will eigene Gaslieferungen nach Europa und Asien ausweiten. Die USA wollen damit eigenen Angaben zufolge Marktverzerrungen durch Russland und die Opec reduzieren.
Russische Gaslieferungen an Europa sind politisch umstritten, weil Moskau Lieferungen an die Ukraine mehrfach ausgesetzt hatte. Dabei ging es vor allem um Streitigkeiten wegen des Preises und ausbleibende ukrainische Zahlungen. Die Annexion der Krim durch Russland 2014 verschärfte die Spannungen.
Der russische Energiekonzern Gazprom hat im Vorjahr um 8% mehr Erdgas an Kunden in Europa geliefert und dadruch einen historischen Rekord von 194 Mrd. Kubikmeter erzielt, dank der erhöhten Nachfrage und reduzierten Preisen. Gazprom hat dadurch einen rekordhohen Marktangeil von 35% in Europa erworben. Die Beteiligung könnte, laut Worten von Medwedew 40% übertreffen, in Hinsicht darauf, dass die Nachfrage steigt, und die niederländische und britische Produktion zurückgehen. Die Gaslieferungen aus den USA werden bescheiden und teuer bleiben, und vor allem für den asiatischen Markt vorgesehen.
- Zahlreiche seriöse Analytiker werden euch bald erklären, dass Europa eine große Versorgungskrise und daraus resultierende Preiserhöhungen in der folgenden Zeit zu befürchten hat - so Medwedew.
Die Warnung über einen möglichen Lieferengpass an Europa kommt zeitgleich mit den Vorbereitungen Gazproms für groß angelegte Lieferungen an China. Medwedew sagte, der Konzern habe genug Vorräte für Europa und Asien.
Aber es sei Zeit für Europa zu entscheiden, wo sich der Kontinent eindecken wolle. Die Nachfrage würde steigen und die Produktion sinken.
Sogar wenn es Gazprom geling, weitere zwei Gaspipelines nach Europa - Nord Stream 2 und Turkish Stream (Südosteuropa) - wird dies nicht für das Gleichgewicht zwischen der steigenden Nachfrage und dem geringeren Angebot mildern.
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Alexandar Medwedew
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