Einsatz von Bodyscannern auf europäischen Flughäfen?
Donnerstag, 06.11.2008.
14:57
Abgeordnete des Europäischen Parlaments kritisieren Pläne der EU-Kommission, den Einsatz von Ganzkörper-Scannern ab 2010 an Flughäfen zuzulassen. Mit den Geräten sollen Gegenstände erkennbar werden, die Metalldetektoren nicht aufspüren können.
Manchmal überholt die Realität die Vorstellungskraft: Mit Bodyscannern gehen Flughäfen neuerdings auf Terroristenjagd. Außer in Amsterdam, Zürich und London wird das an Airports in Australien, USA (an ca. 14 Airports), Kuwait, Mexiko, Nigeria, Vereinigte Arabische Emirate und Vietnam bereits durchgeführt.
Durch Auswertung der verschiedenen Reflexions- und Absorptionseigenschaften von Kleidung, Gegenständen und menschlichem Gewebe lassen sich Körperkonturen sichtbar machen. Die 3-D-Bilder zeigen den nackten Fluggast mit allen Details, vom Übergewicht bis zum künstlichen Darmausgang.
Mitglieder des Justizausschusses des EU-Parlaments verlangen von der EU-Kommission Auskünfte über das Vorhaben, beispielsweise wie die Betrachtung von Genitalien und von anderen intimen Körperteilen verhindert werden soll. Außerdem verlangten sie eine wissenschaftliche Bewertung möglicher Gesundheitsrisiken.
Dagegen protestiert auch die grüne EU-Parlamentarierin Eva Lichtenberger. Der Einsatz von Bodyscannern an Flughäfen führe zu tiefen Eingriffen in Grundrechte und verletze den Schutz der persönlichen Würde. "Ob diesem Eingriff ein tatsächlicher Sicherheitsgewinn gegenübersteht, wurde offensichtlich nicht einmal untersucht."

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