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Regierung Serbiens hat ein atraktives Angebot für deutschen Autoriesen - "Volkswagen" in Šumadija?

Quelle: Blic Samstag, 20.09.2008. 13:12
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Die Regierung Serbiens will sogar zwei Autoriesen in das Gebiet Šumadija bringen: italienische "Fiat Group“ und „Volkswagen“. Wärhend seines Deutschlands-Besuchs präsentierte der serbische Minister für Wirtschaft und regionale Entwicklung, Mlađan Dinkić, der Geschäfsleitung von „Volkswagen“ das Angebot, ein Automobilwerk in Serbien zu eröffnen.

„Erleichterungen wie für "Fiat" wollen wir noch einem großen Automobilhersteller gewähren, der in Serbien investieren würde. „Volkswagen“ will die Produktion durch Eröffnung eines neuen Automobilwerks verdoppeln und wir haben versucht, Serbien als ein ideales Investitionsziel zu präsentieren". erklärte Nebojša Ćirić, Staatssekretär für Wirtshaft und Privatisierung in einem Interview für das Magazin "Novac". "Volkswagen" könnte den Standort selbst auswählen. Wir glauben, dass man sich für Kragujevac bzw. seine Umgebung entscheiden will, besonders in Hinsicht auf zahlreiche Erleichterungen, welche die Stadt ausländischen Investoren gewährt hat. Deutsche Automobilhersteller sind interessiert, sagte Ćirić und fügte hinzu, dass Serbien zu den seriösesten Kandidaten gehört.

Was bekommt der deutsche Autoriese in Serbien? Alles, was „Fiat“ bekommen hat, antworten serbische Offizielle. Nach dem Verständnismemorandum, unterzeichnet am 6. Mai 2008, ist der italienische Hersteller von allen kommunalen Gebühren und Steuern in folgenden 10 Jahren befreit. Im Falle, dass er seine Proudktionskapazitäten erweitern will, sollen ihm notwendige Bauplätze kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Das wichtigste Argument der serbischen Seite, beträchtlich interessanter für deutsche Investoren, als irgendwelche Steuererleichterungen, ist die Möglichkeit der zollfreien Ausfuhr nach Russland. Es handelt sich, leider, noch immer nur um eine Möglichkeit, weil das von Slobodan Milošević unterzeichnete Abkommen über zollfreien Export mancher Erzeugnisse nach Russland (u.a. von Autos) vom russischen Parlament noch immer nicht ratifiziert worden ist. Eine Delegation der Regierung Serbiens unter der Leitung von Vesna Arsić, Staatssekretärin für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland, fuhr in dieser Woche nach Russland, um die Erweiterung der Produktliste mit russischen Partnern zu besprechen. Autos wurden diesmal nicht eingeschlossen, naue Verhandlungen sind aber bereits im Oktober anberaumt.

(Mlađan Dinkić)

Man hat sich noch im Frühling über die Erweiterung der Liste geeinigt. Die russische Seite hat damals versprochen, den zollfreien Import von fast 95% serbischer Erzeugnisse zu erlauben. Nach inoffiziellen Quellen in der Regierung Serbiens soll diese Frage mit dem russischen Minister für Zivilverteidigung, Notstandssituationen und die Beseitigung der Folgen von Naturkatastrophen, Sergei Schoigu besprochen werden, als er am 22. September zu Verhandlungen über Energieabkommen nach Belgrad kommt.

„Uns ist klar, dass Serbien für 'Volkswagen’ uninteressant ist. Steuererleichteurngen, die wie ‚Fiat’ gewährt haben, können keine Anziehungskraft auf deutsche Investoren ausüben. Die Möglichkeit der zollfreien Ausfuhr nach Russland, könnte aber ein großer Vorteil darstellen. Ich glaube, aber nicht, dass so etwas realisierbar ist“, erklärte der Wirtschaftsexperte Aleksandar Ştevanović aus dem Zentrum für freie Märkte für „Novosti“.

Interesse des deutschen Automobilherstellersa am russischen Markt nah m in den letzten Jahren beträchtlich zu. Der deutsche Autoriese hat Ende des vergangenen Jahres eine kleine Fabrik in der Umgebung von Moskau in Betrieb genommen. Ihre Kapazitäten sind aber klein (115.000 Autos jährlich). Dem Geschäftsplant für nächstes Jahr nach sollen hier nur 66.000 Autos gebaut werden. Der Anteil des deutschen Automobilherstellers am russischen Markt liegt momentan bei drei Prozent, soll aber auf 10% erhoben werden. Der Konkurrenzkampf ist aber sehr hart, besonders in Hinsicht auf Gegner wie "Ford", "Renault" oder "Kia motors", die russischen Markt bereits mit preiswerten Autos erobert haben.

Das deutsche „Handelsblatt" sieht Serbien als eine der möglichen Optionen für den Einstieg in den russischen Markt. In einer unlängst veröffentlichten Analyse wurde der serbische Markt, an dem im Vorjahr 8.037 Volkswagen Modele verkauft worden sind (insgesamt 52.000 Autos), als unattraktiv für Investitionen bezeichnet. Der Automotive-Experte, Ferdinand Dudenhofer, weist aber auf den freien Zugang zum russischen Markt als einen der größten Vorteile Serbiens. "Wenn Serben einen zollfreien Zugang zum russischen Markt bekommen, haben sie etwas, wass kein einziges EU-Land anbieten kann“, hob Dudenhofer hervor.

Der serbische Staatspräsident Boris Tadić wird auch während seines Deutschland-Besuchs im Oktober versuchen, Vertretern von „Volkswagen“ von erwähnten Vorteilen zu überzeugen und sie zu Investitionen in Serbien ermutigen.

Umsatz von 109 Mrd. Euro

Das vergangene Geschäftsjahr war das erfolgreichste in der Geschichte des deutschen Automobilherstellers. Man hat einen Umsatz von 109 Mrd. Euro gemacht, um 3,8% höheren als 2006. Der Bruttogewinn hat 6,15 Mrd. Euro erreicht, was eine Erhöhung um 40% im Vergleich zu 2006 darstellt. Das Hauptziel des Unternehmen ist ein Absatz von 8 Mio. Autos bis 2011.

Anmerkung: Artikel ist aus der Tageszeitung BLIC bzw. ihrer Beilage „NOVAC“ vom 20.09.2008 übernommen worden.

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