Bau von Kleinwasserkraftwerken in Serbien noch immer ohne konkrete ERgebnisse - Neuer Kataster 2019 bringt veränderte Liste potenzieller Standorte
Dienstag, 07.11.2017.
15:55
Zu Erinnerung: Noch im Laufe 2013 wurde den Bau von 317 Kleinwasserkraftwerken angekündigt, auf Standorten, die aufgrund der Raumpläne der Kommunen für diesen Zweck bestimmt wurden. Einige dieser STandorte waren im Kataster und potenzielle Investitioenn wurden auf 500 Mio. EUR geschätzt. Der Staat wies damals auf sogar 1.380 Angebote von Investoren, und die damalige Energieministerin, Zorana Mihajlovic, hat 2015 als die Frist für die Fertigstellung des größten Teils der Kleinwasserkraftwerke bestimmt. Bis 2015 wurde aber keine von diesen Standorten realisiert, und die Situatin hat sich inzwischen offensichtlich nicht besonders verändert.
Eine direkte Antwort auf die Frage - wie viel von dort gebotenen Standorten inzwischen bebaut wurden, haben wir nach einigen Monaten vom Ministerium für Energiewirtschaft nicht erhalten.
Laut Worten des aktuellen Assistenten des Bergbau- und Energieministers wurden damals unverbindliche Verständnismemoranden mit potenziellen Investoren für den Bau von 317 Kleinwasserkraftwerken unterschrieben, "aber Investoren, dei Interesse für bestimmte Standorte gezeigt haben, haben sie vor der Anmeldung offensichtlich nicht überprüft, weshalb sie nicht einmal auf unvorhersehbare Umstände und Hindernisse gestossen haben."
- Die Klärung von Eigentumsverhältnissen hat sich als unlösbares Problem für zahlreiche Investoren erwiesen - erfahren wir von Milos Banjac.
eKapija hat damals die ganze Liste potenzieller Investoren veröffentlicht, gemeinsam mit Standorten, an welchen sie interesiert waren, wie auch die endgültige Liste der Investoren, welche von der Kommission für die Unterzeichnt des dreifachen Verständnismemorandums vorgeschlagen wurden. Auf dieser List sind 2013 von insgesamt 317 gebotenen Standorten erschienen. Wie unser Portal damals meldete, gab es keine Anmeldungen für 65 Standorte, und man hat 9 Anmeldungen für Standorte außerhalb der Liste eingereicht. 39 Standorte wurden damals ausgeschlossen.
Der neue Kataster, dessen Erstellung Anfang dieses Jahres vom Ministerium für Bergbau und Energiewirtschaft initiiert wurde, könnte auch diese Standort umfassen.
Das Ministerium hat kommunal Verwaltungen in ganz Serbien aufgefordert, Informationen über potenzielle Standorte zur Verfügung zu stelen, um Standorte für den künftigen Kataster zu sammeln.
Der künftige Kataster kleiner Wasserwerke sollte als verbindliche Grundlage bei der Erstellung von Plänen, technischen Unterlagen und Projekten dienen, wenn es um die Auswahl und Bestimmung von Standorten für den Bau von kleinen Wasserkraftwerken geht, erklärt Milos Banjac für eKapija.
- Das Dokument sollte als Grundlag für die Erstellung von Vorschriften im Bereich der Ausgabe von Energiegenehmigungen, für die Bewertung von Projekten der Wasserkraftwerke unter dem Gesichtspunkt der Nutzung des Wasserkraftpotentials dienen - so Banjac.
Wenn fertiggestellt, wird der neue Kataster das aktuelle, 1987 erstellte Dokument "in den Ruhestand versetzen". Das dreißig Jahre alte Dokument mit 856 potenziellen Standorten für den Bau von Klenwasserkraftwerken mti der Gesamtleistung von 450 MW, und Produktion von 1.590 GWh jährlich hat seinen Zweck nicht erfüllt.
Das öffentliche wasserwirtschaftliche Unternehmen Srbijavode hat vor einigen Jahren rund 600 Standorte aus diesem Dokument überprüft und festgestellt, dass es nur noch 60 für den Bau von kleinen Talsperren eignen, wie auch dass mindestens ein Fünftel inzwischen ausgetrocknet ist. Restliche befinden sich in Nationalparks oder im Privatbesitz, wo Besitzer den Verkauf entweder abgelehnt, oder zu hohe Summen dafür verlangten.
Der neue Kataster sollte diese Situation lösen.
- Alle relevanten Institutionen nehmen an der Erstellung des neuen Katasters teil, sodass man mit aktuellen und zuverlässigeren Angaben rechnen kann - sagt unser Gesprächspartner.
Unternehmen Srbijavode hat auch ein eigenes Kataster von Kleinwasserkraftwerken
Laut dem Register der privilegierten Stromerzeuger wurden Kleinwasserkraftwerke an 82 STandorten in Serbien gebaut. Es handelt sich um Kraftwerke mit der Gesamtleistung von rund 40 MW. Nur seit dem Anfang 2017 wurden 13 Kleinwasserkraftwerke mit der Gesamtleistung von 6,8 MW gebaut.
Das öffentliche wasserwirtschaftliche Unternehmen Srbijavode hat sein eigenes Register der Kleinwasserkraftwerke. Laut dem Dokument, das im September dieses Jahres aktualisiert wurde, hat man Genehmigungen für mehr als 600 Standorte in unserem Land ausgegeben.
- Nach der Änderung des Planungs- und Baugesetzes wurde die Wasserzustimmung abgeschafft, und die Wassergenehmigung ist nicht mehr die Bedingung für die Erteilung der Nutzungserlaubnis. JVP Srbijavode führt deshalb das Register der ausgegebenen Wassergenehmigungen nur um die Gebühren für die Nutzung des Wasserlandees - sagt Veljko Dimitrijevic, Assistent des Direktors für technische Fragen im öffentlichen Unternehme JVP Srbijavode gegenüber eKapija.
Diesem Register zufolge wurden bis Juni 2017 Wassergenehmigungen für 54 Kleinwasserkraftwerke mit einer Leistung von 34 MW erteilt, mit der jährlichen Produktion geschätzt auf rund 152 GWh.
Einige Stanodorte in ihrem Register übereinstimmen mit dem Kataster aus dem Jahre 1987, aber es ist noch immer unbekannt, ob sie im neuen Dokument erscheinen werden, erfahren wir von ihm.
Ökologischer Aspekt vs. Gewinn
Die Professorin an der Fakultät für Bauingenieurwesen in Belgrad, Tina Dasic, glaubt, dass ein neuer Kataster der Kleinwasserkraftwerke in Serbien ein gute Nachricht darstelle, unterstreicht aber auch, dass man dabei auch die Umwelt und den Umweltschutz berücksichtigen müsste.
- Viel seriöser muss man sich mit den Auswirkungen der Kleinwasserkraftwere auf die Umwelt, bzw. auf die ökologische und gesellschaftliche Umgebung befassen. Ich befürchte, dass die Umwelt bereits Schäden erlitten hat. Die Erstellung eines neuen Katasters stellt deshalb eine gute Gelegenheit dafür dar, dass alle Aspekte des Baus und der Integration der Kleinwasserkraftwerke in die Umgebung besser untersucht weren, um die negative Auswirkung auf die Umgebung zugunsten eines sehr oft nur kleinen Energiegewinns zu vermeiden.
Zuständige in Srbijavode sind einverstanden damit, dass die ökologische Akzeptanz solcher Projekte oft sher fraglich ist. Der Bau von Wasserkraftwerken stellt oft die Umsetzung einer Wasserbewirtschaftungsstrategie und den Umweltschutz in Frage.
Es sollte daran erinnert werden, dass sich Serbien dazu verpflichtet hat, 27% des Stromverbrauchs bis 2020 durch erneuerbare Energien zu decken.
Katarina Stevanović
Ministarstvo rudarstva i energetike Republike Srbije
JVP Srbijavode Novi Beograd
Građevinski fakultet Beograd
EPTISA SOUTHEAST EUROPE DOO BEOGRAD

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