Air Berlin meldet Konkurs an
Dienstag, 15.08.2017.
15:36
Damit sei keine "positive Fortführungsprognose" mehr gegeben, erklärte die Führung von Air Berlin. Diese ist Voraussetzung, dass ein überschuldetes Unternehmen um einen Insolvenzantrag herumkommt.
Das Insolvenzverfahren soll in Eigenverwaltung der Air Berlin abgewickelt werden. Der Flugbetrieb werde aber aufrecht erhalten und alle Flüge der Air Berlin und NIKI würden stattfinden.
Die Bundesregierung unterstützt die Airline mit einem Brückenkredit im Wert von 150 Mio. Euro, damit der Flugbetrieb weiter läuft. Dies vermeldet die Fluggesellschaft auf ihrer Website. Die bereits eingeleiteten Restrukturierungsbemühungen würden fortgeführt.
Air Berlin beschäftigte laut Geschäftsbericht zuletzt rund 8500 Mitarbeiter. Seit Jahren fliegt das Unternehmen Defizite ein, 2016 lag der Verlust bei 780 Millionen Euro.
Die Lage verschärfte sich bereits Ende März mit der Umstellung auf den Sommerflugplan. Flugausfälle und Verspätungen häuften sich danach.
Etihad lasse Air Berlin "fallen wie eine heiße Kartoffel, obwohl neue Investoren Interesse signalisiert haben", kritisierte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit.
Etihad erklärte hingegen, die Fluggesellschaft mit Sitz in Abu Dhabi könne kein weiteres Geld mehr bereitstellen: "Diese Entwicklung ist äußerst enttäuschend für alle Beteiligten, vor allem da Etihad in den vergangenen sechs Jahren weitreichende finanzielle Unterstützung für Air Berlin während früherer Liquiditätskrisen und für deren Sanierungsbemühungen gewährt hat." Erst im April habe Etihad demnach weitere 250 Millionen Euro zugeschossen.

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