Serbiens Diaspora im Weltall zählt bereits 1.000 Einwohner
Jeder auf der Erde lebende Mensch soll auch ein Einwohner von Asgardia werden können. Das versprechen die Wissenschaftler und Forscher, die hinter dem am 12. Oktober 2016 in Paris enthüllten Plan, zur Gründung der "ersten Nation im Weltraum" stehen. Denn die nach der Heimat nordischer Götter wie Thor und Odin benannte Initiative soll über kurz oder lang tatsächlich Mitglied der Vereinten Nationen werden – samt Nationalhymne und Flagge, die aktuell per Crowdsourcing gestaltet wird.
Die Gruppe hinter dem Asgardia-Projekt umfasst Raumfahrtexperten aus Kanada, Rumänien, Russland und den Vereinigten Staaten, und sie gaben ihre souveränen Ambitionen in einer Pressekonferenz in Paris am Mittwoch kund.
Ihr Kerngedanke ist es, einen Roboter-Satelliten innerhalb der nächsten 18 Monate zu starten, um dann schliesslich mit einer permanenten Raumstation zu folgen, "in der die Menschen leben, arbeiten und ihre eigenen Regeln und Vorschriften haben", sagte ein Gründungsmitglied.
Gegründet und geleitet vom russischen Nanowissenschaftler Igor Ashurbeyli, Mitglied des Aerospace International Research Center und des Science-of-Space-Komitees der UNESCO, soll zwischen 2017 und 2018 mit einem kleinen Satelliten zunächst eine Art symbolischer Außenposten im Erdorbit etabliert werden.
"Wenn die Zahl der Anträge auf über 100.000 steigt, können wir offiziell den Staatsstatus bei der UN fordern", beschreib Ashurbeyli noch früher eines der Etappenziele. Bislang sollen schon eine halbe Million Formulare eingegangen sein, deren Unterzeichner, wie die Gründer versprechen, eine Vorreiter- und Pionierrolle einnehmen werden. Zumindest, wenn Asgardia wirklich als eigenes Land anerkannt werden wird. 954 davon aus Serbien, was uns den 57. Platz unte 233 Ländern sicherte, berichtet die Tageszeitung "Blic".
Der größte Teil der Anträge kam aus China - 140.000, den zweiten Platz belegen die Amerikaner mit 55.000 Formularen, den dritten Türken mit 44.000.
Der Gedanke von Asgardia soll neben der Errichtung einer Nation aber ein viel übergreifenderes sein. "Das ultimative Ziel ist die Erschaffung einer Basis, um den Schutz des Planeten Erde sicherzustellen und jenen Zugriff auf Weltraumtechnologien zu geben, die bisher keinen haben", sagt Ashurbeyli. Egal ob NASA, ESA oder andere Einrichtungen, sie würden stets nur die Interessen jener Staaten vertreten, die sie finanzieren.

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