IWF: Europäische Banken sollen Problem der notleidenden Kredite lösen
Donnerstag, 06.10.2016.
08:33
Eine Analyse des Internationalen Währungsfonds von mehr als 280 Banken, die zusammen rund 70% der Bankensysteme in den USA und in Europa ausmachen, hat ergeben, dass in Europa rund ein Drittel des Systems mit etwa 9 Mrd. EUR an Aktiven strukturell zu schwach ist. In den USA dagegen wären die meisten Institute in der Lage, zu einer gesunden Rentabilität zurückzukehren.
Vor diesem Hintergrund wurde am Mittwoch an einer Pressekonferenz die Empfehlung an den europäischen Bankensektor wiederholt, das Problem der notleidenden Kredite zu lösen. Das bedürfe Anpassungen bei den Insolvenzregeln, um Zwangsvollstreckungen zu beschleunigen. Europäische Institute müssten zudem effizienter werden: Es gebe schlicht zu viele Filialen mit zu wenig Depositen und zu viele Banken, welche höhere Finanzierungskosten als ihre Konkurrenz hätten. Schwache Banken müssten aus dem Markt ausscheiden und einige Bankensysteme müssten schrumpfen, hiess es bei der Präsentation der Analyse.
Der IMF unterscheidet drei Kategorien von gefährdeten Banken: jene mit vielen notleidenden Krediten in den Büchern, solche, die trotz Staatshilfe auf keinen grünen Zweig kommen, und Investment-Banken, die für ihre Aktivitäten eine grosse Bilanz brauchen.
Auf die Frage, ob das US-Justizdepartement mit seinen Bussendrohungen unverantwortlich agiere und unnötige Instabilität verursache, reagierte der IMF mit einem Allgemeinplatz. Es bestehe die Notwendigkeit, das Fehlverhalten von Finanzinstituten zu korrigieren, hiess es.
Dazu gehörten Anpassungen bei der Entlöhnungspraxis, aber auch eine schärfere Ahndung von Vergehen. Den Vorwurf, die amerikanische Justiz schütze die US-Banken, wies ein Vertreter des Währungsfonds zurück. Amerikanische Geldhäuser würden von ihren Behörden genauso hart, wenn nicht gar härter angefasst als ausländische.
Međunarodni monetarni fond-MMF Beograd

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