Vögel schlafen beim Fliegen
Wissenschaftlern ist es erstmal gelungen herauszufinden, ob Vögel im Flug schlafen oder nicht. Dazu haben die Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen Fregattvögeln auf den Galapagos-Inseln kleine Messgeräte auf den Kopf geklebt und die Hirnaktivität und Position gemessen. Ergebnis: Sie schlafen beim Fliegen.
Die Wissenschaftler des MPI für Ornithologie bauten zuerst gemeinsam mit Experten der ETH Zürich einen kleinen Datenlogger – ein Gerät, das die Gehirnströme der Vögel messen kann. Dann reisten sie auf die Galapagos-Inseln. Denn die dort lebenden Fregattvögel sind bekannt dafür, dass sie tagelang auf Nahrungssuche über das Meer fliegen. Denen klebten sie das Gerät auf den Kopf. Nachdem die Vögel wieder an Land waren und sich einige Zeit regeneriert hatten, wurden sie wieder gefangen und die Logger abgenommen.
Die Datenlogger hatten Gehirnströme beider Gehirnhälften und die Kopfbewegungen gemessen. Ein GPS-Gerät auf dem Rücken der Vögel lieferte die Daten über Position, Strecken, Flughöhen. Als die Daten ausgewertet waren stand fest: Die Tiere schlafen im Flug. Dieses Schlafverhalten kennt man auch von stehenden Enten. Die, die in der Mitte Gruppe schlafen, schlafen komplett. Die, die außen stehen nur mit einer Gehirnhälfte. “Die Fregattvögel halten ein Auge offen, um einen Zusammenstoß mit anderen Vögeln zu verhindern, genau wie die Enten, die ein Auge auf potentielle Fressfeinde werfen“, erklärt der Leiter des Forscherteams Dr. Niels Rattenborg.
Am Tage blieben die Vögel auf ihrem 3000 km langen Flug wach, um nach Futterquellen zu suchen. In der Nacht gab es dann die unterschiedlichen Schlafphasen - die insgesamt pro Tag nur 42 Minuten ausmachten. An Land schlafen die Fregattvögel über 12 Stunden am Tag.

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