Russland braucht stahlharte Garantien der EU für South Stream - Bau von Türkish Stream könnte bald beginnen
Mittwoch, 10.08.2016.
15:14
Moskau habe die ökonomische Kooperation nie politisiert, sagte der Präsident auf einer Pressekonferenz in Strelna bei St. Petersburg nach Verhandlungen mit Erdogan. "Beim Angebot von South Stream gingen wir von Anfang an davon aus, dass unser Gas direkt nach Südeuropa, direkt zu den Kunden in der EU gepumpt werden könnte."
Putin erinnerte daran, dass das Europaparlament die Realisierung des Projekts mit seinem Beschluss im Grunde genommen blockiert hatte. Danach habe die EU-Kommission die bulgarische Regierung in einem Schreiben aufgefordert, alle Arbeiten einzustellen.
"Letztendlich gab es keine Genehmigung der Behörden in Sofia für unsere Arbeiten auf bulgarischem Territorium. Jetzt wissen wir, dass die bulgarische Seite das Projekt reanimieren möchte. Aber angesichts unserer hohen Verluste infolge des Verzichts europäischer Partner brauchen wir jetzt absolut stahlharte juristische Garantien, die aber ausbleiben", sagte der russische Präsident.
Mit der Realisierung des Gaspipelineprojekts Turkish Stream dürfte in nächster Zeit begonnen werden, fügte Putin hinzu.
Russlands Energiekonzern Gazprom hatte gemeinsam mit seinen europäischen Partnern den Bau der Gaspipeline South Stream mit einer Kapazität von 63 Milliarden Kubikmetern über Bulgarien nach Europa geplant. Wegen des Widerstandes der EU musste Moskau auf das Projekt verzichten und sich auf eine Gasleitung über die Türkei fokussieren. Turkish Stream liegt jedoch auf Eis, seitdem die türkischen Luftstreitkräfte im November vergangenen Jahres einen russischen Kampfjet über Syrien abgeschossen hatten.
Gazprom Moscow

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