Sogar 90% der deutschen Unternehmen würden erneut in Serbien investieren - Wirtschaftliche Reformen sind noch immer notwendig
Montag, 11.07.2016.
02:33
Mitglieder der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer sind ein wenig optimistischer im Vergleich zum Vorjahr, wenn es um die wirtschaftlichen Perspektiven geht. Parallel zu den positiven Erwartungen hinsichtlich des eigenen Businesses und der Zufriedenheit mit der Arbeitskraft würden 90 % der befragten Unternehmen wieder in Serbien investieren. Das sind Ergebnisse der 11. Konjunktur- und Standortumfrage der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer, die Martin Knapp, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer, Dr. Ronald Seeliger, Präsident der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer und Geschäftsführer der Hemofarm a.d. und der deutsche Botschafter, Herr Axel Dittmann, auf der Pressekonferenz am 27.06.2016 präsentieren und kommentierten.
Die Umfrage ergab, dass sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Serbien in 2016 im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessert hat: im vergangenen Jahr erwarteten nur 10 % der befragten Unternehmen eine Verbesserung im laufenden Jahr, während die Erwartungen für eine bessere wirtschaftliche Lage in diesem Jahr etwas höher sind (23%). Auf der anderen Seite glauben 2/3 der Befragten, dass die wirtschaftliche Situation in diesem Jahr unverändert bleibt.
Nach Ansicht der befragten Teilnehmer über die Geschäftsbedingungen in Serbien, bewerteten die Unternehmen ihr eigenes Business besser als die allgemeine Wirtschaftslage. Weniger als eien Hälfte der Befragten - 48% - erwarten eine Verbesserung im Unternehmen, 51% sind der Meinung, dass es keine Veränderungen zu erwarten sind, und nur 1% glaubt, dass sich die Geschäftslage ihres Unternehmens im Vergleich zu 2015 verschlehtern wird. Im Vergleich zum Vorjahr, als jedes dritte Unternehmen die Beschäftigung von neuen Mitarbeitern erwartet hat, wird das in diesem Jahr von 44% der Befragten erwartet. 10% rechnen aber mit der Verringerung. Ähnlich wie 2015 wollen 41% der befragten Unternehmen Investitionen 2016 steigern, während 14% einen Rückgang der Investitionen erwarten, weniger als in der vorjährigen Umfrage.
Befragte Unternehmer weisen auf die Mängel in der Bekämpfung von Korruption und Kriminalität sowie Mängel in der Effizienz der öffentlichen Verwaltung und die Bereitstellung von Rechtssicherheit hin.
Die Umfrage wurden in 16 mittel- und osteuropäischen Ländern durchgeführt, und Befragte haben auch andere Länder bewertet. In der Bewertung der Länder als Investitionsstandorte aus Sicht aller MOE-Staaten landete Serbien auf dem Platz 11, von insgesamt 20 bewerteten Ländern (genauso wie 2015). Unternehmen, die in Serbien bereits tätig sind, finden Serbien viel besser als jene, die hier nie präsent waren. Auf die Frage, ob sie wieder in Serbien investieren würden, antwortete 90% der befragten Unternehmen positiv..
- Unternehmen, die mit ihrer Geschäftslage und Ergebnissen in Serbien zufrieden sind, stellen eienn wichtigen Indikator für andere Investoren dar. Eben das kann uns als Grundlage für die Steigerung der Attraktivität Serbiens als Investitionsstandortes dienen - glaubt Ronald Seeliger, Vertreter der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer und Generaldirektor von "Hemofarm".
- Ich bin persönlich zufrieden. Es gibt Probleme, aber wir haben sie bisher mit Erfolg vrwaltet und würden Serbien erneut als Investitionsstandort wählen - unterstrich Seeliger.
Die Umfrage zeige, dass man optimistischer in die Zukunft blickt, aber man müsse zugleich die Einwände beachten und sie als Motivationsfaktor für Veränderungen in der richtigen Richtung, fasste er die Ergebnisse der Umfrage zusammen.
- Es ist sehr wichtig, dass Serbien trotz aller Herausforderungen die erfolgreiche Durchführung der writschaftlichen Reformen fortsetzt. Sehr wichtig für deutsche Unternehmen ist auch die Tatsache, dass der Internationale Währungsfonds die Wachstumsprognose für das BIP Serbiens auf 2,5% erhöht hat.
Die Anzahl derjenigen, die eine Verbesserung der Geschäftslage erwarten, sei von 10 auf 23% gestiegen, unterstrich der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Serbien Axel Dittmann. Im Unterschied zu 29% 2015 glauben nur 8% daran, dass sich die wirtschaftliche Situation in diesem Jahr verschlechtern werde, fügte er hinzu.
- Die Regierung hat sehr wichtige Schritte unternommen, wie z.B. die Verabschiedung des Gesetzes über Arbeit, des Gesetzes über Baugenehmigungen oder des Gesetzes über Investitionen. Die Reformen sollten fortgesetzt werden. Unternehmen hoffen, vor allem auf die Verbesserung des Rechtsrahmens, als eine der wichtigsten Bedingungen für die Steigerung der Investitionen. Deutschland setzt sich für die möglichst schnelle Eröffnung der Verhandlungskapitel 23 und 24 ein, um diese Reformen zu unterstützen - so der Botschafter.
In der Beurteilung der verschiedenen Faktoren, die auf die wirtschaftliche Lage eine Auswirkung haben, die durchschnittlich schlechteste Beurteilung haben folgende Faktoren bekommen: Kampf gegen die Korruption und die Kriminalität, Effizienz der öffentlichen Verwaltung, Rechtssicherheit, Steuersystem und Steuerverwaltung sowie die Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen. Als befriedigend wurden Faktoren in Bezug auf den Arbeitsmarkt benotet: serbische und deutsche Unternehmen sind zufrieden mit der Produktivität und Motivation der Arbeitskraft, mit ihrer Qualifikation und akademischer Ausbildung sowie mit der allgemeinen Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal und den dazugehörigen Kosten.
Martin Knapp, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer, wies darauf hin, dass der Warenverkehr zwischen Serbien und der Bundesrepublik Deutschland den Wert von fast 3,4 Milliarden EUR bis Ende 2015 erreicht habe. Die Exporte aus Serbien seien 2015 um 13% im Vergleich zu 2014 gestiegen. Die Importe aus Deutschland hätten sich im gleichen Zeitraum um 11% erhöht.
- Derzeit gibt es rund 350 aktive Unternehmen in Serbien mit dem deutschen Kapital. Sie haben bisher 1,8 Milliarden EUR investiert und beschäftigen ca. 30.000 Arbeiter.
I.B.

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