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Künstliche Intelligenz löst Rätsel der Unsterblichkeit des Plattwurms

Quelle: N1 Mittwoch, 15.06.2016. 14:02
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Podeli

(FotoRobert Lucian Crusitu/shutterstock.com)
Seit über 100 Jahren versuchen Wissenschaftler hinter das Geheimnis der Unsterblichkeit von Plattwürmern zu kommen. Der Plattwurm zählt nicht zu den komplexesten Lebewesen auf der Erde, jedoch besitzt er eine Eigenschaft die der Medizin von großem Nutzen sein kann: Wird er nicht gefressen, so ist der Plattwurm unsterblich und regeneriert sich bei Verletzungen auf rätselhafte Weise von selbst.

Seit über 100 Jahren versuchen Wissenschaftler auf der ganzen Welt hinter das biologische Geheimnis der Unsterblichkeit dieses Tieres zu kommen. So wird Tierchen nach Tierchen zerschnippelt, bislang ohne Erfolg ob eines Hinweises auf diese durchaus nützliche Spezialfähigkeit.

Forscher der Tufts University in Massachusetts haben – mehr oder weniger aus Verzweiflung – eine künstliche Intelligenz auf das Problem angesetzt. Wie die Forscher im PLOS-Paper berichten, haben sie den Computer mit unzähligen Daten aus den Experimenten aus einem Jahrhundert gefüttert. Die künstliche Intelligenz hat dann anschließend ein Modell über die genaue Funktionsweise der sich regenerierenden Körperteile erarbeitet.

Die künstliche Intelligenz simulierte immer und immer wieder mögliche Gen-Netzwerke und modifizierte sie. Nach nur 42 Stunden fand die künstliche Intelligenz ein genetisches Modell, dass auf alle bisherigen Studienergebnisse passte. "Das Erstaunlichste daran ist, dass das Modell kein hoffnungslos verknäultes Netzwerk ist, das kein Mensch verstehen kann, sondern ziemlich einfach und verständlich", so der Co-Autor der Studie Michael Levin.

Auch wenn Biologen die Arbeit der künstlichen Intelligenz für bahnbrechend halten und es für die ganze Forschungswelt ein riesen Sprung nach vorne war, so sind wir dennoch Jahre davon entfernt, künstliche Intelligenzen autonom forschen zu lassen. Der Grund ist einfach: Eine Computer braucht immer noch einen Menschen, der ihnen ihre eigene Sprache beibringt. Trotzdem zeigt das Experiment, welches enorme Potenzial in künstlichen Intelligenzen steckt.

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