NavMenu

Organisch-biologischer Landbau immer populärer in Serbien - Bessere Regulierung und Vereinigung von Landwirten als Bedingungen für weitere Expansion

Quelle: eKapija Montag, 06.06.2016. 02:52
Kommentare
Podeli
(Fotopilipphoto/shutterstock.com)
Fast 1.800 Landwirte in Serbien betreiben den organisch-biologischen Landbau. Am meisten wird Bio-Obst für die weitere Verarbeitung ausgeführt. Der Wert solcher Exporte wird auf rund 10,7 Mio. EUR geschätzt. Die letzten Angaben für 2014 zeigen dass 70% der organisch-biologisch bebauten landwirtschaftlichen Nutzflächen auf den Ackerbau, 28% auf Obst und nur 2% auf Gemüse entfallen.

- Offiziellen Angaben des Landwirtschaftsministeriums Serbiens, die durch Analyse der zertifizierten landwirtschaftlichen Familienbetriebe gesammelt werden, werden rund 9.500 Hektar organisch-biologisch bebaut. Noch größer ist die Fläche, auf dem man natürliche Produkte sammelt, aber sie werden statistische nicht bearbeitet, weil so etwas die Kontrolle und Organisation verlangt. Es handelt sich um nur 0,28% der gesamten Produktion, sehr wenig in Hinblick auf unser Potenzial - erfahren wir von Dr. Snežana Oljača, Professorin an der Fakultät für Landwirtschaftswissenschaft der Universität in Belgrad.

Die Bio-Landwirtschaft wird vom Pflanzenbau dominiert. Zwei große Hersteller haben mit zwei großen Landgütern in der Vojvodina das Niveau des Ackerbaus verbessert. Unser Gast erinnert daran, dass der Obstbau früher dominant gewesen wäre. Obst wird zum größten Teil ausgeführt, sagte Oljača.
- Wir müssen diese Struktur verändern, bzw. in die Entwicklung der organisch-biologischen Viehhaltung investieren.

Ihre Meinung teilt Ivana Simić, Generalsekretärin des Herstellerverbandes "Serbia organica", die vor kurzem auf Versäumnisse bei der Gewährung von Subventionen für Viehhalter hingewiesen. Viele Hersteller haben deshalb Chance für die finanzielle Unterstützung veröprem.
- Subventionen, die wir für das Vieh erhalten sind gut, aber nur auf dem Papier. In Wirklichkeit ist es für die meisten unmöglich, die Bedingungen dafür zu erfüllen. Man hat die organisch-biologische und klassische Viehhaltung gleichgestellt, und verlangt deshalb von Herstellern, hochwertige Tiere zu besitzen, die in der organisch-biologischen Landwirtschaft unerwünscht sind - erklärt Simić.

(FotoAlexander Raths/shutterstock.com)
Stevica Kračunjel, Inhaber des Unternehmens "Organski salaši" (dt. organisch-biologische Gehöfte) mit Sitz in Dupljaja (Gemeinde Bela Crkva) gab nach sechs Jahren die organisch-biologische Rinderzucht wegen der oben erwähnten Vorschriften udn Regelungen auf. Er hat sich inzwischen auf Geflügel orientiert, behauptet aber auch, dass die Nachhaltigkeit dieses Geschäft sehr fraglich ist.
- Bio-Landwirte sind in eine schwere Lage geraten, nachdem der Staat die Subventionen reduziert hatte. Es ist auch nocht so leicht, gültige Gesetze und Regelungen zu deuten, weil sie die zuslässigen Dünger und Pflanzenschutzmittel nicht klar definieren. Ich glaube auch, dass alle Verwaltungsverfahren vereinfacht werden sollen, weil wir, Landwirte, nur zwei Regeln der organisch-biologischen Produktion kennen: keine chemische Mittel verwenden und Tieren ermöglichen, in natürlichen Bedingungen zu leben - erzählt Kračunjel dem Wirtschaftsportal "eKapija" und warnt, dass es in Serbien, wenn sich der bisherige Trend fortsetzt, "keine Bio-Eier mehr geben wird".

Sehr ermutigen klingen aber im Unterschied dazu die Angaben der Professorin Oljača, die auf die kontinuierlich wachsende, organisch-biologische bebaute Fläche hinweisen. Sie gesteht aber auch, dass es zahlreiche Schwierigkeiten gibt. Vor allem wenn es um die Anzahl der registrierten Präparate geht, die sich anwenden lassen. Sehr großes Problem stelle das Saatgut für diese Form der Produktion dar, aber es lässe sich, laut unserem Gast, durch Anwendung von konventionellen Samen überwinden..
- Subventionen sind wirklich bescheiden, obwohl um 40% höher als jene für die konventionelel Produktion. Subventionen für den organisch-biologischen Anbau sollten, wie ich erfahre, verändert und in der Zukunft auf eine besondere bzw. neue Weise berechnet werden - unabhängig von den Zuschüssen für die klassische Produktion. Ich erwarte Veränderungen in diesem Bereich, aber ich bin auch der Meinung, dass sich Landwirte nicht viel auf Subventionen verlassen sollten. So etwas dürfte nicht der Grund für die Entscheidung sein, solche Produktion zu betreiben.

Ihre Meinung teilt offensichtlich auch Dragica Ostojić aus Barajevo, die im Vorjahr einen landwirtschaflichen Familienbetrieb registrieren ließ. Sie betreibt den organisch-biologischen Landbau, und beschloss im Vorjahr, die eigene Produktion zu starten.

(FotoTwin Design/shutterstock.com)
- Es scheint, dass die Bedingungen für Bio-Landwirte ein wenig verbessert sind, und wir werden auch von der Stadt Belgrad und der Wirtschaftskammer Serbien sowie vom öffentlichen Unternehmen "Gradske pijace" unterstützt. Verbraucher haben uns auch sehr viel durch Akzeptanz von Bio-Lebensmitteln und Erkennung ihrer Bedeutung geholfen - erzählt Inhaberin des Landwirtschaftsbetriebs "Domaćica Dragica" in einem Gespräch mit "eKapija".

Der Sektor der Bio-Landwirtschaft hat sich in den letzten 12 Jahren auf dem globalen Niveau vervierfacht. Die Nachfrage nimmt zu, und Experten glauben, das Serbien diese Chance nicht verpassen dürfte.

Die Gesprächspartner von "eKapija" einigten sich darüber, dass die Vereinigung von Herstellern und ihr gemeinsamer Marktauftritt von großer Bedeutung für die bessere Platzierung von Bio-Produkten sind. Statt ihre Produkte nur auf Marktständen zu bieten, können Landwirte auch moderne Technologien verwenden. Ein gutes Beispiel dafür ist der erste Online-Markt in Novi Sad.

Wenn es um die EU-Länder geht, kann man sagen, dass Österreich die größten Fortschritte in diesem Bereich gemacht hat. Dänemark hat aber den besten strategischen Plan erstellt. Ein 2015 präsentierter Plan sieht die vollständige Umstellung auf die organisch-biologische Landwirtschaft in den folgenden 25 Jahren vor. Deutsche sind die größten Verbraucher in diesem Bereich. Die Bio-Landwirtschaft wächst weiterhin und deckt 10,3 Mio. Hektar oder 5,9% des Ackerlandes dar. Die EU hat die erste Richtlinie für den organisch-biologischen Anbau noch 1991 beschlossen und bald danach die ersten Vorschriften über Subventionen im Rahmen von ökologischen Unterstützungsmaßnahmen.

Marko Andrejić
Kommentare
Ihr Kommentar
Vollständige Informationen sind nur für gewerbliche Nutzer/Abonnenten verfügbar und es ist notwendig, sich einzuloggen.

Sie haben Ihr Passwort vergessen? Klicken Sie HIER

Für kostenfrei Probenutzung, klicken Sie HIER

Pratite na našem portalu vesti, tendere, investicione projekte, grantove i pravnu regulativu.
Registracija na eKapiji vam omogućava pristup potpunim informacijama i dnevnom biltenu
Naš dnevni ekonomski bilten će stizati na vašu mejl adresu krajem svakog radnog dana. Bilteni su personalizovani prema interesovanjima svakog korisnika zasebno, uz konsultacije sa našim ekspertima.