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Wie enstehen Turbulenzen und wie gefährlich ist es eigentlich, wenn der Flieger plötzlich absackt?

Quelle: eKapija Dienstag, 26.04.2016. 15:45
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Podeli

(FotoMy Good Images/shutterstock.com)
Wenn ein Flugzeug plötzlich absackt, ist das für Passagiere eine äußerst unangenehme Erfahrung. Ursache für derartige Vorfälle, die nicht selten vorkommen, sind Turbulenzen im Luftraum. Travelbook ist der Frage nachgegangen, wie solche Luftverwirbelungen entstehen, ob man sie vorab erkennen kann – und ab wann es wirklich gefährlich wird.

Turbulenzen sind vertikale Verwirbelungen der Luft, die auf meteorologische Phänomene zurückgehen, wie Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt auf travelbook-Nachfrage erklärt. "Im Gewitter entstehen Turbulenzen durch das enge Nebeneinander von Zonen mit schnell aufsteigender warmer Luft (bis zu 180 km/h senkrecht!) und absinkender kalter Luft." Auch in Bodennähe gibt es Verwirbelungen der Luft bei stürmischen Winden, hervorgerufen durch Bergzüge, Wälder und Gebäude.

"Außerdem gibt es Turbulenzen durch Flugzeuge, die vorneweg fliegen", sagt Felix Gottwald, der als Pilot bei der Lufthansa Cargo arbeitet. "Man muss zu einem großen A380 einen höheren Abstand einhalten als etwa zu einer kleineren Boeing 737."

Was Piloten aber am meisten fürchten, sind sogenannte Clear Air Turbulences (CAT), die in Höhen zwischen 7.000 und 12.000 Metern auftreten und von den Passagieren als "Luftlöcher" wahrgenommen werden. "Sie entstehen an der Grenzfläche zwischen starken Höhenwinden mit verschiedener Richtung und Stärke", erklärt Großbongardt. Und ergänzt: "Da ist natürlich kein Loch, sondern das Flugzeug sackt in dem Abwind nur um ein paar Meter nach unten."

"Das Unberechenbare an dieser Art Turbulenzen ist, dass sie unangekündigt auftreten", sagt Cornelia Cramer vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA). Das bedeutet: Die Piloten können sie nicht auf dem Wetterradar erkennen und werden auch nicht durch bestimmt Wolkenformationen gewarnt.

Bei schweren Turbulenzen läuft vor dem inneren Auge vieler Passagiere schon das Horror-Szenario eines Absturzes ab. Doch ein solcher Extremfall sei sehr unwahrscheinlich, sagt Luftfahrt-Experte Großbongardt. "Man braucht keine Angst zu haben, dass ein Flugzeug durch Turbulenzen auseinander bricht, auch wenn die Flügelspitzen und Triebwerke unter Umständen ziemlich stark wackeln. Dafür sind sie gebaut. Zudem ist das Durchbiegen der Flügel eine Art Federung, die dem Komfort dient."

Gefährlich seien Turbulenzen aber vor allem für Passagiere, die nicht angeschnallt sind, und für deren Umgebung. "Wenn das Flugzeug durchsackt, hängen sie plötzlich an der Kabinendecke, um dann im nächsten Moment mit aller Wucht auf Sitze oder den Kabinenboden zu krachen. Knochenbrüche und Rückgratverletzungen sind häufig die Folge." Immer wieder komme es sogar zu Todesfällen, sagt Großbongardt.

Das oberste Gebot für Fluggäste ist also: Anschnallen! Und zwar nicht nur während Start und Landung. "Das LBA rät den Passagieren, während der gesamten Flugdauer immer angeschnallt zu bleiben – auch wenn die Anschnallzeichen ausgeschaltet worden sind. Das ist die effektivste Methode für Passagiere, sich vor Verletzungen zu schützen", sagt LBA-Sprecherin Cramer

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