Warum gibt es Reisepässe nur in vier Farben?
Tatsächlich kann jedes Land die Farbe seines Reisepasses selbst wählen, berichtet The Economist. Das klingt einfacher, als es manchmal ist: Die meisten Mitgliedsstaaten der EU haben sich für einen Reisepass in weinroten Tönen entschieden, um ihre Zugehörigkeit auszudrücken – aber die Entscheidung fiel alles andere als leicht.
Im Jahr 1975 beschlossen die neun Mitglieder der damaligen Europäischen Gemeinschaft einen einheitlichen Reisepass, 1976 sollte er die Farbe Hell-Lila erhalten. Die Briten sträubten sich jedoch gegen diesen Farbton, woraufhin Diplomaten vier Jahre lang an einem weiteren Vorschlag bastelten. Dabei lehnten sie braun als "zu mondän" und später auch einen dunkleren Lila-Ton ab, bevor sie 1981 endlich einen weinroten Konsens fanden. Lediglich Kroatien sticht heute noch aus der Reihe: mit einem blauen Reisepass.
Die USA wechselte ihre Passfarbe rege. Der erste amerikanische Reisepass im Jahr 1918 hatte die Farbe beige. Drei Jahre später war er grün, anschließend folgten verschiedene Rottöne bevor er 1941 letztendlich wieder grün wurde. Erst im Jahr 1976 passten die Amerikaner die Farbe ihres Reisepasses an die ihrer Flagge an: blau.
Genau das ist übrigens der häufigste Grund für die Wahl der Reisepass-Farbe: Sie soll die Kultur oder Religion des zugehörigen Landes widerspiegeln, erklärt Claire Burrows von der Firma De La Rue, die seit 1915 Reisepässe in Großbritannien herstellt, dem Economist zufolge. Demnach haben islamische Staaten oft grüne Reisepässe, weil sich das Grün auch in ihrer Flagge wiederfindet.
Bill Waldron, Mitarbeiter der Firma "Holliston", die ebenfalls Ausweisdokumente druckt, fügt hinzu, dass besonders dunkle Farben begehrt wären. Schmutz ist darauf nicht so leicht zu sehen, dafür kommt das Landeswappen besser zur Geltung, das auf jeden Reisepass vorne aufgedruckt sein muss. Außerdem wirkten dunkle Reisepässe offizieller.

Izdanje Srbija
Serbia Edition
Izdanje BiH
Izdanje Crna Gora