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Zahnschmelz aus Tube

Quelle: eKapija Freitag, 05.02.2016. 11:40
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Podeli

(FotoVadim Martynenko/shutterstock.com)
Wenn Karies frühzeitig erkannt wird, müssen Zahnärzte künftig womöglich nicht gleich bohren, behaupten japanische Forscher, die einen "Zahnfüller" mit synthetischem Zahnschmelz entwickelt haben, mit dem kleine Kariesläsionen "gefüllt werden können". Die Wissenschaftler um Kazue Yamagishi vom FAP-Dental-Institut in Tokio und jene des Nationalen Industrieforschungsinstituts AIST in Tokio verwenden ein Füllungsmaterial, das der natürlichen Zahnsubstanz chemisch und strukturell stark ähnelt und mit dem vorhandenen natürlichen Zahnschmelz quasi verschmilzt, wie es heißt.

Der natürliche Schmelz enthält Kristalle aus Hydroxylapatit, und wenn die neuartige Paste aufgetragen wird, lösen sich diese Kristalle zunächst teilweise auf. Kurz darauf aber wachsen sie wieder, weil die spezielle Paste Hydroxylapatit-ähnliche Substanzen enthält und somit Stoff für neuen Zahnschmelz liefert. Nach 15 Minuten seien kleine Löcher "quasi" versiegelt, ohne jeglichen Randspalt zwischen den beiden Schichten, schreiben die Forscher.

Was die Wissenschaftler mikroskopisch beobachten konnten war, dass die stark saure "Paste" den Zahnschmelz zunächst löst. Danach jedoch wächst das Füllungsmaterial vom Rand her in die Kavität hinein, indem es sich Schicht für Schicht chemisch mit dem Schmelz verbindet und auskristallisiert. Die nach innen wachsenden Schichten enthalten winzige Hydroxylapatit-Kristalle in Abmessungen von rund 50 mal 200 Nanometern.

Diese Art der Erneuerung von Zahnschmelz sei ungleich stabiler als konventionelle Füllungen. Während diese durch Anziehungskräfte gehalten werden, entstehe durch das Kristallisieren des Hydroxylapatits eine sehr viel stärkere chemische Bindung und somit eine Struktur, die dem natürlichen Zahnschmelz weitgehend gleicht.

Die Forscher des FAP Dental Institute in Tokio berichten über ihre Entwicklung noch 2009, in der Februarausgabe der Fachzeitschrift Nature. Die Entdeckung hat so viel Aufmerksamkeit erregt, dass man bereits auf den Markt eine Zahnpaste mit angeblich ähnlichen Eigenschaften - "Carcle tootpaste" gebracht hat. Dr. Yamagushi weist aber auf ihrer Website darauf hin, dass sie mit diesem Produkt in keiner Weise verbunden ist. Die Zahnpasta, die sie entdeckt hat, kommt erst 2016 in Handel.

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