Hypo Alpe-Adria verlegt Zentrale nach Wien
Donnerstag, 17.12.2015.
15:49
Die österreichische "Zentrale" der Hypo-Alpe-Adria-Balkanbankengruppe an, die heuer an den US-Fonds Advent verkauft worden ist, wird von Klagenfurt nach Wien verlegt.
100 der derzeit noch 194 Mitarbeiter in Klagenfurt wurden vorsorglich beim AMS zur Kündigung angemeldet, sagte ein Sprecher der APA.
Zur Zeit ist die Hypo-Südosteuropazentrale im markanten Hypo-Haus in Klagenfurt untergebracht, als Mieterin. Auch diese Kosten will man sich künftig ersparen. Das Haus gehört der Bad Bank Heta. Die will es verkaufen. Das Hypo-Logo ist heute schon abgebaut worden. Ein Zufall, wie beteuert wird.
In Wien soll in Kürze die "zentrale Steuerungsfunktion" der Hypo-Balkanbankengruppe angesiedelt werden. Das Hauptstadtbüro soll, wie ein Sprecher erklärte, relativ rasch - Anfang des neuen Jahres - bezogen werden. Auch hier sollen etwas mehr als 60 Leute arbeiten.
Verwaltungsposten sollen eingespart werden und strategische Funktionen für die fünf Balkanbanken vor allem auch in die Banken vor Ort verlegt werden. Damit dürften rund 15 HGAA-Banker von Klagenfurt in die lokalen Banken nach Südosteuropa wechseln.
Im ersten Quartal 2016 soll diese Neuorganisation über die Bühne sein. Begonnen wird in der Verwaltungszentrale in Österreich, in der Folge geht es auch um die Niederlassungen am Balkan selbst. Hier gibt es zur Zeit 230 Filialen. Dieses Netz wird nun "evaluiert", so die Hypo Group Alpe Adria. Ein neuer Entwicklungsplan stehe bereits.
Töchter betreibt die Gruppe in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro. Mit einer Minderheit hat Advent die Osteuropa-Bank EBRD als Aktionär an Bord.
Der Aufsichtsrat der Hypo-Balkanbanken (Hypo Group Alpe Adria/HGAA) hat am Mittwoch eine neue Organisationsstruktur verabschiedet. Die Verlegung der Zentrale von Klagenfurt nach Wien und Straffung der Verwaltung ist der erste Schritt, heißt es. Es gehe darum, Kosten zu sparen sowie Kapital und Ressourcen dorthin zu bringen, wo Geschäft gemacht werde. Komplett ist nun auch der Vorstand.
Einige Funktionen der bisherigen Klagenfurter Zentrale werden in die Märkte auf dem Balkan verlegt, in denen die jeweiligen Banken ihre Kunden haben. Die Neuaufstellung wird vom Vorstandschef Ulrich Kissing mit Effizienzgründen argumentiert. "Wir möchten mit diesem Schritt die Komplexität der Gruppe reduzieren". Man wolle näher an die Kunden rücken.
Auch nach dem Verkauf der Hypo-Südosteuropabanken an Advent/EBRD ist die staatliche Hypo-Bad Bank Heta mit mehr als 2 Mrd. Euro schweren Refinanzierungslinien (Krediten) in der Hypo-Balkanbankengruppe involviert geblieben. Rückgeführt werden müssen diese Linien bis 2022 beziehungsweise was dann nach diversen gegengerechneten Ansprüchen (z.B. Gewährleistungen) davon übrig ist.

Izdanje Srbija
Serbia Edition
Izdanje BiH
Izdanje Crna Gora