Endlich gesunde Schokolade, die nicht dick macht?
Barry Callebaut, weltweit führender Schokoladenhersteller mit Hauptsitz in Zürich, darf seine Kakaobohnen seit 2013 als gesundheitsfördernd anpreisen. Mit dem Segen der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde. Doch bis jetzt gelang es dem Unternehmen nicht, diesen Vorteil richtig auszuschlachten. Mittlerweile gilt aber die Zulassung auch für ein Kakaoextrakt – und damit bieten sich neue Perspektiven.
Als gesund gelten die sogenannten Flavanole im Kakao. Diese Stoffe kommen natürlicherweise in der Bohne vor und wirken positiv auf die Elastizität der Blutgefässe. Seit April dieses Jahres darf Barry Callebaut ein aus den Kakaobohnen gewonnenes Extrakt mit einem Health-Claim verzieren. Das tönt dann so: "Kakaoflavanole tragen zum Erhalt der Elastizität der Blutgefässe und somit zur normalen Blutzirkulation bei."
Heute wurde nun klar, wie der Schokoladenkonzern das Gesundheitsversprechen in Umsatzströme verwandeln will. Er hat das Recht, diesen Health-Claim zu verwenden, bis 2020 an Naturex abgetreten, einen Hersteller aus Frankreich, der auf Produkte aus Pflanzenextrakten spezialisiert ist. Anfang nächstes Jahr sollen die ersten Produkte von Naturex mit dem Kakaoextrakt auf den Markt kommen. Offenbar in Kapselform.
Das Gesundheitsversprechen für die Kakaobohnen allein bot nicht dieselben Perspektiven, da sich bei der Vermarktung Hürden in den Weg stellen. Eine 100-Gramm-Tafel schwarze Schokolade enthält rund 50 Milligramm Flavanole. Man müsste also etwa vier Tafeln verputzen, um auf die als gesundheitsfördernd ermittelte Tagesdosis von 200 Milligramm zu kommen. Barry Callebaut schaffte es zwar, diese Dosis bereits in 20 Gramm Schokolade unterzubringen. Trotzdem verlangt die EU-Behörde, dass neben dem Health-Claim ein weiterer Hinweis angebracht wird: Dass das Produkt im Rahmen einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung konsumiert werden soll.

Izdanje Srbija
Serbia Edition
Izdanje BiH
Izdanje Crna Gora