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Serbische Möbel wettbewerbsfähig am europäischen Markt - "Boreal" aus Kraljevci bei Ruma führt 90% der Produktion aus

Quelle: eKapija Mittwoch, 18.11.2015. 23:35
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(FotoMarko Andrejić)
Jedes Möbelstück erzeugen wir nach Bestellung, was ein internationaler Trend ist - kleinere Serien für bekannte Kunden. Die Qualität der Produkte hat absoluten Vorrang für uns. Nirgendwo werden mehrere tausend Möbelstücke erzeugt, weil so wertvolle und authentische Möbel nicht für die Lagerung hergestellt werden. Ich kann die genaue Anzahl der bisher hergestellten Stücke nicht nennen, bin aber mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden. Ich verdiene dadurch meinen Lebensunterhaltund das Geschäft entwickelt sich in einer guten Richtung.

Das hat uns Petar Borović, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens "Boreal" mit Sitz in Kraljevci bei Ruma am Anfang des Gesprächs über sein Geschäft erzählt. Er hat das Unternehmen 1998 gegründet, nach dem Engagement in mehreren kleineren Tischlereien. Das Ende der Neunziger Jahren war eine ziemlich schwere Zeit für die Existenzgründung, trotzdem beschloss er, ein Risiko einzugehen und sein eigenes Geschäft zu schaffen, weil man "nur einmal lebt".

"Boreal" war am Anfang eine kleine Werkstatt, und beschäftigt heute 20 Mitarbeiter, meistens Handwerker. Sie arbeiten außerdem mit mehreren Designern zusammen, die neue Produkte entwickeln. Das Unternehmen kennzeichnet sich durch stabiles Wachstum und die allmähliche Expansion in den letzten 17 Jahren. Heute werden sogar 90% der Produktion ausgeführt.

- Die anfängliche Investition war sehr klein, ca. 15.000 DM. Ich habe Holzbearbeitungsmaschinen gekauft. Alles wurde in einer Garage gestartet, und unsere Produktionsstätte nimmt heute 1.000 m2 ein, und wir planen ihre Erweiterung. Die Produktionskapaztitäten sind meistens ausgelastet, und es gibt keinen Leerlauf. Die Anzahl der Aufträge varriert, reicht aber immer dafür aus, dass wir die Kontinuität der Produktion behalten - erklärt Petar Borović.

Vollholz als Synonym für hochwertige Möbel

(FotoMarko Andrejić)
"Boreal" erzeugt am meisten Tische, Kommoden und Vitrinen, und eine Sparte des Unternehmens ist auf die Innenausstattung bzw. Ausstattung von Restaurants, Gewerberäumen und Wohnhäusern spezialisiert. Vollholz ist ihr Schutzzeichen, aber sie verwwenden auch andere Materialien wie Stein, Edelstahl, Leder, Glas, Verbundwerkstoffe, Stahl...

- Unsere Zielgruppe sind Menschen, welche die hohe Qualität erkennen und schätzen und, z.B., einen hochwertigen Tisch für den Feier zu Ehren des heiligen Schutzpatrons der Familie haben möchten! Die heutige Lebensweise bringt verschiedene künstliche Stoffe - die hochwertig sind, aber das Gefühl, das man beim berühren von Holz hat, einfach nicht ersetzen können - so Borović.

Sie erwerben Rohstoffe meistens am heimischen Markt, weil "Serbien hochwertiges Holz, insbesondere in Syrmien biten kann". Das gilt besonders für die Wälder entlang der Save, mit dem idealen Boden für die hochwertige Stieleiche, sowie große Flächen in Mačva.

- Wir verwenden vor allem Eiche, Esche, heimischen Nussbaum umd teilweise auch Hickoryholz, sowie Metall, Leder, Gla, Edelstahl und ein wenig Stein. Eiche ist härter als Nussbaum, aber Nussbaum ist schöner. Jedes Material hat seine Besonderheiten und Vorteile. Beide eignen sich für die Herstellung von Möbeln.

Für die Verarbeitung von Holz werden klassische Maschinen verwandt, aber sie planen den Erwerb von CNC gesteuerten Maschinen, die ihnen die Herstellung von noch komplexeren Möbelstücken ermöglichen würden. Sie stellen ihre Produkte im Salon eines partnerschaftlichen Unternehmens in Belgrad, aber der größte Teil der Produktion wird ausgeführt.

- Der größte Teil der Möbel führen wir in die Niederlande, ferner nach Slowenien, Österreich und Italien aus, wir sind mit unseren Interieurs in Russland und Montenegro präsent. Auf Messen und Ausstellungen, wie diese in Belgrad, nehmen wir Kontakt mit Partnern aus dem Ausland auf, auch im Internet. Wir waren am Anfang des Jahres an der Messe in Köln, und planen die Teilnahme im Januar 2016. Die Vereinbarungen und Verträge, die wir dort abgeschlossen haben, sind bereits erfolgreich realisiert werden. Ihre Ergebnisse sind im nächsten Jahr zu erwarten - unterstreicht unser Gast.

Die Konkurrenz in der Region sei, laut seinen Worten, sehr stark, und das ist, seiner Meinung nach sehr gut, weil das die Qualität erhöht. In Serbien gibt es viele erfolgreiche Unternehmen in diesem Bereich, aber Bosnien-Herzegowina hat viel stärkere Holzindustrie. Unsere Wettbewerbsvorteile sind, seiner Meinung nach, die handwerkliche Bearbeitung und preiswertere Arbeitskräfte.

Aufgabe des Staates - Schaffung eines günstigen Geschäftsumfelds

(FotoMarko Andrejić)
Petar Borović sei zufrieden mit dem Markt in Serbien. Unser Land ist arm, aber es gibt genung Menschen, die wissen, was wahre Werte sind, sowie, dass Vollholzmöbel "evergreen" ist. In den Neunziger Jahren hat man verschiedene Materialien als "Holz" verkauft, und es war nicht entsprechend verarbeitet, getrocknet und gelagert. Es wäre nötig, zunächst das Vertrauen in Massivholz wiederherzustellen. Massivholz sei, laut unserem Gast, "ein wunderschönes Material, wenn man es richtig bearbeitet".

- Unsere Unternehmer ist an eine Form der Planwirtschaft gewöhnt. Man erwartet und fordert ständig die staatliche Hilfe. Ich bin der meinung, dass jedes Unternehmen entweder profitabel und erfolgreich am Markt ist, oder, wenn nicht profitabel, zu schließen ist. Die Staat hat die Aufgabe, ein günstiges Geschäftsumfeld zu schaffen, wie zum Beispiel Zollerleichterungen für Exporte nach Russland oder Westeuropa oder Entwicklungsfonds für Existenzgründer. Man sollte keine Subventionen und Zuschüsse erwarten. Alles das wurde aus der Zeit des Komunismus vererbt. Der Staat sollte kein Unternehmen retten, das ist nicht seine Aufgabe - so Borović.

Marko Andrejić

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