Neues Solarkraftwerk in Marokko größer als Hauptstadt
In der marokkanischen Wüste wird das größte Solarkraftwerk der Welt namens "Noor" (Licht) gebaut. Wenn sie einmal fertig ist, wird die Anlage 500 Megawatt leisten, beinahe so viel wie ein mittlerer Kernreaktor. Genügend Strom für eine halbe Million Menschen. Der heutige Rekordhalter steht in der kalifornischen Mojave-Wüste – er kommt auf 340 Megawatt.
Das Besondere an der Technik der Anlage ist: Die Wärmeenergie wird gespeichert und kann jederzeit ins Stromnetz abgegeben werden. “Die Anlage wird auch Stunden nach Sonnenuntergang Strom einspeisen können”, erklären Projektleiter-
Das sogenannte “Parabolrinnenkraftwerk“ unterscheidet sich in seiner Funktionsweise stark von den weit verbreiteten Photovoltaikanlagen. Diese nämlich sind nicht in der Lage, die Sonnenenergie zu speichern. Auch sonst sind die beiden Technologien nicht miteinander vergleichbar. Das Parabolrinnenkraftwerk nimmt die Sonnenenergie über gebogene Spiegel auf. Sie sind knapp neun Meter in die Höhe gebaut.
Die Spiegel bündeln die Sonnenstrahlen und erhitzen damit eine Flüssigkeit, die in Rohren unter den Spiegeln zirkuliert. Der so erzeugte Wasserdampf treibt die Turbine des Kraftwerks an. Diese Technik ist laut einem Bericht des “Guardian” teurer und weniger weit verbreitet als Photovoltaik, hat aber den genannten Vorteil, Strom auch dann produzieren zu können, wenn es keine Sonneneinstrahlung gibt.
Erst einmal geht es den Marokkaner aber um ihre eigene Energieversorgung. Weil Öl und Kohle nicht verfügbar sind, muss der Staat beides für teures Geld importieren. Deshalb baut das Land die Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Wasser stetig aus. Bis 2020 sollen jeweils Kapazitäten von 2000 Megawatt zusätzlich installiert werden. Der Anteil der Erneuerbaren an der gesamten Stromproduktion soll von heute 30 auf 42 Prozent steigen. Sonnenstrom soll von null auf 14 Prozent zulegen.

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