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Grenzübergänge zu Kroatien geöffnet, Verluste bleiben - Was ist mit Schadenersatz?

Quelle: RTS Montag, 28.09.2015. 14:37
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Podeli

(Fotocarina.rs)
Kroatien hat auf den Druck der EU reagiert und die Sperrung seiner Grenze für serbische Fahrzeuge wieder aufgehoben. Zwei der acht Grenzübergänge seien seit dem Nachmittag wieder für "alle Autos unabhängig ihres Nummernschildes" geöffnet, teilte Innenminister Ranko Ostojic mit. Das Einlenken der Regierung in Zagreb erfolgte nach massivem Druck aus der EU. Brüssel hatte "umgehende Erklärungen" von Kroatien verlangt, so eine Kommissionssprecherin.

Die Verluste wegen des tagelangen Wartens in kilometerlangen Lkw-Staus an der Grenze zu Kroatien werden noch immer berechnet. Einen Schaden wegen der Schließung der serbisch-kroatischen Grenze haben sowohl serbische als auch Unternehmen aus anderen Ländern erlitten.

Jemand muss die betroffenen Unternehmen entschädigen, unterstreicht die Regierung Serbiens. Unternehmer müssen aber selbst entscheiden, ob sie einen Schadenersatz vor kroatischen oder europäischen Gerichten verlangen werden.

Neben 200 Lkws aus Serbien gab es mehrere hundert Lkws aus Mazedonien, Griechenland und Bulgarien. Viele von ihnen wandten sich bereits an die Wirtschaftskammer Serbien, die eine gemeinsame Anklage der betroffenen Unternehmen ankündigt.

Serbiens Handelsminister Rasim Ljajić sagt, dass jemand den entstandenen Schaden erstatten muss.

- Unternehmen haben eine Rechtsgrundlage, um sich vor kroatischen und eventuell internationalen Gerichten zu beklagen und einen Schadenersatz zu verlangen. Solche Verfahren dauern, und jedes Unternehmen muss für sich selbst entscheiden, ob es diesen Schritt machen wird. Die Wirtschaftskammer Serbien wird ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen - so Ljajić.

Wir müssen uns aber in diesem Moment maximal um die Verringerung des Schadens bemühen.

Der Schaden ist enorm, politische und wirtschaftliche. Wir haben mehrmals wiederholt, dass wir gute Beziehungen zu Kroatien pflegen wollen, weil die Stabilität die wichtigste Voraussetzung für neue Investitionen und die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region ist. Die Welt betrachtet uns alle als eine Region. Probleme dieser Art zwischen Nachbarländern würden den wagemutigsten Investor entmutigen - so Ljajić.

Der Warenverkehr zwischen Serbien und Kroatien nimmt von Jahr zu Jahr zu und erreichte 2014 den Wert von 757 Mio. EUR. Kroatien verzeichnete dabei einen Exportüberschuss von ungefähr 70 Mio. EUR.

200 Unternehmen mit dem kroatischen Kapital sind derzeit in Serbien tätig - Dijamant, Štark, Frikom, Grand, Polet, Agrokor, Idea... In Kroatien gibt es nur einige Unternehmen aus Serbien. Unser Problem ist, dass 60% der serbischen Exporte auf die Europäische Union entfallen, weshalb die meisten Transportrouten durch Kroatien führen.

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