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Öffentliche Unternehmen unter führenden Finanziers serbischer Sportler - Spenden und Sponsoring verringern Körperschaftssteuer

Quelle: eKapija Freitag, 28.08.2015. 12:54
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Podeli

(FotoDJTaylor/shutterstock.com)
Falls sich der FV "Patizan" heute Abend in die Gruppenphase der UEFA Champions League qualifiziert, wird das sicher zur Verbesserung seiner Geschäftslage beitragen, aber zugleich die Diskussion über Sponsoren und die Finanzierungsmodelle im serbischen Sport - bei Vereinen, Sportverbänden und Nationalmannschaften - erneut entfachen. Die schwere Geschäftslage und die jüngsten Turbulenzen in den führenen Sportvereinen in Serbien als Folge, haben die Beziehungen zwischen öffentliche, bzw. staatlichen Unternehmen und dem Profisport wieder ins Rampenlicht gebracht.

Vor kurzem veröffentlichte Ergebnisse einer Forschung der Balkan-Forschungsnetzwerks BIRN haben nicht nur auf den Mangel an Transparenz in der Arbeit der öffentlichen und staatlichen Unternehmen hingewiesen, sondern auch die Frage eröffnet, ob es wirklich Gründe für die zusätzliche Präsentation öffentlicher und staatlicher Unternehmen durch Sponsoring des Sports gibt, in Hinsicht auf die Monopolstellung der meisten am heimischen Markt.

Eine mögliche Antwort wäre auch die Steuerpolitik, bzw. Steuererleichterungen für Spenden und Sponsoring.

Wenn es um die Anerkennung von Aufwendungen für das Sponsoring geht, sagt der Artikel 15 Absatz 1 des Gesetzes über Körperschaftssteuer, dass Aufwendungen für die Gesundheitsversorgung, Ausbildung, Wissenchaft, humanitäre Arbeit, Sport und Umweltschutz als Ausgaben anerkannt werden, aber max. bis 3,5% des Gesamtumsatzes des Unternehmens. Durch Einschränkung dieser Aufwendungen oder Kosten in der Steuerbilanz will der Gesetzgeber verhindern, dass Steuerzähler durch unrealistisch hohe oder unnötige Ausgaben den zu besteuernden Gewinn verringern.


Zu Spenden gehören Geschenke in Form von Geld, Gütern oder Dienstleistungen an eine andere juristische Person, ohne dass durch eine Gegenleistung zugunsten des Gebers zu bedingen. Für eine Spende ist kein schriftlicher Vertrag über Spende benötigt, aber der Geber muss durch entsprechende Dokumente diese Ausgaben bewesen und bestehene Unterlagen (Antrag auf Spenden, Bestätigung für den Betrag, den Zeitpunkt des Empfangs und den Zweck der Spende) der zuständigen Steuerbehörde gemeinsam mit der Steuererklärung zuzustellen.

(FotoMaryna Pleshkun/shutterstock.com)
Wenn es um das Sponosoring geht, sieht der Artikel 15 Absätze 5 und 6 des Gesetzes über Körperschftssteuer vor, dass Aufwendungen für das Marketing und die Werbung als Ausgaben anerkannt werden, aber max. bis 5% des Gesamtumsatzes. Dieses Limit wird in der Praxis nicht eingehalten. Der Sponosring-Vertrag regelt die Rechte und Verpflichtungen beider Seiten, der Sponsors und Empfanger. Empfänger verpflichten sich zu bestimten Marketing- und Werbe-Dienstleistungen (Werbung, öffentliche Präsentation der Sponsoren, Werbung im Stadion oder auf Sportbekleidung). Beide Seiten haben in diesem Falle ihre eigenen geschäftlichen Interessen.

Sponsoring-Ausgaben werden vom Gesetzgeber als indirekte Präsentation des Geschäfts des Steuerpflichtigen betrachtet und deshalb zu Werbeausgaben gezählt.

Die meisten Finanzexperten finden das Sponsoring von professionellen Sportvereinen seitens öffentlicher Unternehmen überflüssig und unvernünftig, vor allem weil diese Unternehmen bereits eine Monopolstellung am Markt haben, und keine zusätzlichen Werbung für die Förderung der Nachfrage und für die Erweiterung ihres Marktanteils brauchen. Die Spenden für Sportvereine und -verbände sollten, ihrer Meinung nach, aus dem Staatshaushalt oder aus kommunalen Budgets kommen. Und Empfänger sollten ausschlißlich nicht profitable Sportarten wie Athletik, Schach, Wasserbal, oder Schießsport und Nationalmannschaften sein.

Die schwere finazielle Situation im Sport führt häufig zum Missbrauch und verschiednene Maschenschaften, weil Sportvereine meistens an bestimmte öffentliche Unternehmen "lehnen". In Aufsichsträten dieser Unternehmen und in Vorständen der Sportvereine sind oft Personen, die von regierenden politischen Parteien delegiert werden. Der Rückzug der politischen Parteien aus dem Management öffentlicher Unternehmen und der Sportvereine könnte die Lösung für dieses Problem sein.

Die erwähnte Forschung von BIRN zeig, dass die größten Staatsunternehmen in Serbien, von denen viele jahrelang enorme Verluste verbuchen, insgesamt 1,3 Mrd. Dinar von 2011 bis Mitte 2014 für das Sponsoring und Spenden ausgegeben haben. Absoluten Vorrang dabei hatten eben Sportvereine- und verbände gehabt.

Zu den größten Finanzeirs von Sportvereinen in Serbien gehören die größten Staatsunternehmen: Telekom Srbija, Elektroprivreda Srbije (EPS), Flughafen Nikola Tesla, Bank "Srpska banka" und Pharmaunternehmen "Galenika". Fast 200 Mio. Dinar hat der staatliche Stromanbieter EPS von 2011 bis 2014 für die Finanzierung von Sportvereinen und -verbänden ausgegeben. Der Flughafen Nikola Tesla hat Sportvereinen und -verbändnen insgesamt 110 Mio. Dinar und die Bank "Srpska banak" 56 Mio. Dinar eingezahlt.


Marko Andrejić

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